Fussball Trikots

Schon seit Jahren ist es üblich, dass die Ausrüster der Nationalmannschaften pünktlich zu Europameisterschaften sowie Weltmeisterschaften ein neues Fussball Trikot für jede Nationalmannschaft präsentieren. Gewöhnlich spielen die Länder die anschließende Qualifikation ebenfalls in diesen Jerseys. Interessanterweise gibt es bei den Trikots zwischen allen Ländern Gemeinsamkeiten.

Beim Design gilt die Regel „weniger ist mehr“. Unter der Oberfläche setzen die Hersteller auf modernste Technik, die den Spielern helfen soll. Schließlich gibt es keinen größeren Erfolg als den Gewinn des Titels und keine größere Blamage für den Hersteller, als ein im Zweikampf zerissenes Dress. Bei uns könnt ihr euch über folgende Trikots informieren:

Wann gibt es die WM 2018 Trikots?

Aus den Erfahrungen der letzten Jahre können wir festhalten, dass die Fußballtrikots für die nächste Weltmeisterschaft erst 1-2 Monate vorher auf den Markt kommen werden. Bei der Euro 2016 waren Adidas und Puma am schnellsten, die Trikots von Nike waren ziemlich spät für so ein großes Ereignis verfügbar.

Bis zur Weltmeisterschaft 2018 könnten sich auch noch einige Ausrüster ändern, da bei manchen Teams die Verträge auslaufen. Deutschland hat jedoch seinen Vertrag mit Adidas über 2018 hinaus verlängert und kassiert dafür rund 50 Millionen Euro pro Jahr. Davor waren es nur rund 25 Millionen, Konkurrent Nike wollte sich einkaufen, Adidas verdoppelte darauf das Offert und bekam den Zuschlag.

Die Ausrüster der EM Trikots 2016

Nike und Adidas liefern sich seit Jahren ein Rennen um die besten Nationalteams. Jeder der beiden Branchengrößen will sein Portfolio vor Endrunden vergrößern und die Favoriten ausstatten. Dass das auch jede Menge Geld kostet, beweist das Bieten um den DFB. Der Deutsche Fußballbund entschied sich dafür, dass das Adidas Logo in Zukunft weiterhin das DFB-Trikot zieren darf.

Im Gespräch waren unglaubliche 75 Millionen pro Jahr. Geworden sind es dann – wie oben bereits erwähnt – jährlich „nur“ 50 Millionen von Adidas. Hier ein kurzer Überblick, welchen Hersteller die Endrunden-Teilnehmer auf ihrem EM Trikot 2016 aufgenäht haben.

Nike: Türkei, Polen, England, Kroatien, Portugal, Frankreich
Adidas: Deutschland, Schweden, Belgien, Wales, Spanien, Russland, Ukraine, Nordirland, Ungarn
Puma: Italien, Schweiz, Österreich, Slowakei, Tschechien,
Macron: Albanien
Joma: Rumänien
Umbro: Irland
Errea: Island

Nike rüstete sechs EM Teams 2016 aus, darunter Gastgeber Frankreich, Portugal und England. Das Logo von Adidas war sogar auf neun verschiedenen EM Trikots 2016 zu sehen, darunter auf jenem Deutschlands und Belgiens. Der dritte große Sportartikel-Hersteller Puma unterstützt fünf Nationalmannschaften. Ebenfalls auf Trikots für die EURO 2016 prangten die Abzeichen von Macron, Joma, Umbro und Errea. Macron ist ein italienischer Produzent von Sportartikel, Joma aus Spanien. Umbro, früher auch Ausstatter von England und Schweden, kommt aus Großbritannien und Errea aus Italien.

Spezielle Fußball Trikots für Endrunden erst ab 1980

EM Dress Niederlande 1996
Wikimedia, Nick (CC BY 2.0)

Die meisten Länder brachten zu den ersten Europameisterschaften und noch keine speziellen Trikots mit, sondern spielten in den Jerseys, die sie auch zur WM zuvor getragen hatte. Deutschland lief 1972 beim ersten Titelgewinn in den gleichen Shirts wie 1970 und 1974 auf.

Erst bei der EM 1984 sah das Trikot der DFB-Elf anders als 1982 aus: Adidas präsentierte erstmals sein Logo deutlich sichtbar. Ähnlich handelten auch Frankreich und Italien. Trotzdem war das Design der EM Dressen nach wie vor sehr stark an dem der letzten WM orientiert. Eine weitere Neuerung kam erst 1992 ins Spiel: erstmals wurden auf dem Dress der deutschen Nationalmannschaft zusätzlich zur Rückennummer auch die Namen der Spieler aufgedruckt. Ebenfalls auffällig: 1992 hatten sich die Designer rund um den Kontinent in das Spiel mit den Farben verliebt.

Damit war vier Jahre später wieder Schluss: Fast alle Trikots bei der EM 1996 in England vertrauten auf zwei Hauptfarben und gingen ansonsten sehr sparsam mit den weiteren Möglichkeiten um, die Jerseys bunt zu gestalten.

Dieser Trend hat sich im Prinzip bis zum heutigen Tag unter den großen Fußballnationen fortgesetzt: Deutschland spielt meistens in schwarz-weiß, Italien in blau, Frankreich vertraut auf hellblau-weiß, England auf rot-weiß, Holland auf orange und Spanien läuft meist in rot auf. Es sind die klassischen Farben der Nationalteams schon seit Anbeginn der großen Turniere.

Moderne Stoffe für die Trikots

In den Anfangstagen bestanden die Jerseys bei Weltmeisterschaften und Europameisterschaften zumeist noch aus Baumwolle. Nur langsam wurden erste Kunststoffe beigemischt. Heute ist dies völlig anders: mittlerweile bestehen die Dressen aus einem hoch modernden Funktionspolyester, der zwar sehr robust, aber dennoch leicht ist.

Neben seiner Stand- und Reißfestigkeit hat dieser vor allem die Aufgabe, den Spielern eine möglichst große Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Zudem sind in die Trikots spezielle Mesh-Einsätze eingearbeitet. Diese sollen für eine regelmäßige Ventilation sorgen und die Feuchtigkeit schnell nach außen tragen. Der Schweiß der Spieler bleibt auf diese Weise nicht auf der Haut liegen, sondern verschwindet. Gebe es die Mesh-Einsätze nicht, würden die Akteure sehr leicht auskühlen – somit wird dieses Problem elegant umgangen.

Was bedeuten die Sterne auf den Dressen?

EM Trikot Deutschland 2012
Wikimedia, Ilja Chochłow (CC BY-SA 3.0)

Immer wieder wird gefragt, welche Bedeutung die Sterne auf der Brust der Trikots haben. Die Antwortet lautet: Jeder Stern steht für einen Titel bei einer Weltmeisterschaft.

Deutschland wird bei der WM 2018 in Russland beispielsweise mit vier Sternen auflaufen. Nur Brasilien wird mehr Sterne auf den WM Trikots tragen: Die Selecao hat bisher fünf Titeln bei Weltmeisterschaften gewonnen. Auch bei Europameisterschaften stehen die Sterne auf den Trikots für die Anzahl der Weltmeistertiteln und NICHT für die Titel, die bei Europameisterschaften errungen wurden.

Aber auch hier gilt: keine Regel ohne Ausnahme. Bei der EM 2004 trug Dänemark mit einer Sondererlaubnis in Portugal einen goldenen Stern auf der Brust. Die Dänen haben in ihrer Geschichte bislang keinen WM Titel erringen können. Der goldene Stern erinnerte an ihren Sieg bei der EM 1992 in Schweden. Spanien dürfte, ging es nach den EM Titeln, zwei Sterne tragen, muss sich aber mit einem für den WM Sieg 2010 begnügen.

Diese Bestandteile muss ein Trikot zeigen

Obwohl die Trikots für das kommende Großturnier noch nicht bekannt sind, ist aber schon jetzt klar, an welche Vorgaben sich die Designer für das Turnier in Russland zu halten haben.

Unverzichtbar sind Name des Spielers, Rückennummer, das Wappen des Verbandes, die Flaggen der jeweils spielenden Mannschaften, die Landesfarben des Nationalteams und ein Hinweis auf die Endrunde. Zumeist erledigen die Designer dies dadurch, dass sie das Logo der FIFA zeigen. Wie deutlich sichtbar das Logo des jeweiligen Ausrüsters ist, bleibt diesem und dem jeweiligen Verband überlassen.

Aber in der Regel präsentiert sich der Ausrüster auf den Trikots gleichrangig mit dem Verband. Über dem Herzen des Spielers ist so das Verbandslogo zu sehen, das von den Sternen bekrönt wird. Auf der rechten Brust ist das Logo des Ausrüsters zu sehen. Deutschland hat zudem als amtierender Weltmeister das Recht, zentral unter dem Kragen das goldene Emblem der FIFA zu tragen.