WM 2006 in Deutschland

Gastgeber: Deutschland
Teilnehmer: 32
Gewinner: Italien
Finalist: Frankreich
Torschützenkönig: Miroslav Klose (5 Treffer)

Das „Sommermärchen“ im Jahr 2006

Fussball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland Spielball
Wikimedia: Jürgen Siebert (CC BY-SA 3.0)

Mit Freuden erinnert man sich an die Fußball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, die im deutschsprachigen Raum als „Sommermärchen“ bekannt wurde. Der Titel ging nach einem packenden Elfmeterschießen im Finale an Italien, das seinen insgesamt vierten WM-Triumph feiern durfte. Der Spielball der Weltmeisterschaft 2006 , mit dem Namen Teamgeist, wurde für jedes Spiel eigens mit beiden Mannschaften sowie dem Spielort und Datum beschriftet.

Der Modus des Turniers war der gleiche, der seit der WM 1998 praktiziert wird. 32 Nationen werden seither in acht Gruppen zu je vier Teams gelost. Die besten zwei Mannschaften jeder Gruppe, steigen in weiterer Folge ins Achtelfinale auf, von wo aus das Turnier im K.O.-Modus fortgeführt wird.

Bereits im Eröffnungsspiel bestätigte Deutschland den Ruf eine klassische Turniermannschaft zu sein und gewann gegen Costa Rica mit 4:2. In der Vorbereitung setzte es für den DFB noch ein enttäuschendes Ergebnis nach dem anderen, doch die von Jürgen Klinsmann betreute Truppe fand immer besser ins Turnier und musste so in der Vorrunde keinen Punkt abgeben, was zuletzt 1970 in Mexico gelang. Als Topfavoriten auf den Titel waren die südamerikanischen Auswahlen von Argentinien und Brasilien angereist. Die Gauchos gaben sich in der Gruppenphase keine Blöße und mussten lediglich gegen die Niederlande einen Punkt abgeben. Brasilien feierte zwar drei Siege in der Gruppe F, konnte fußballerisch gegen die klar schwächer eingestuften Teams aus Japan, Australien und Kroatien nur selten überzeugen. Auch im Achtelfinale reichte eine durchschnittliche Leistung gegen Ghana um ins Viertelfinale einzuziehen. In diesem wartete Frankreich, das zuvor Spanien aus dem Turnier warf. Die als Mitfavorit gehandelten Spanier blieben damit ihrer Tradition treu, frühzeitig die Heimreise bei Weltmeisterschaften anzutreten. Im Spiel gegen Brasilien überraschten die Franzosen erneut und zogen dank eines 1:0-Erfolg ins Halbfinale ein.

Deutschland besiegt Schweden in Münchem im Achtelfinale der WM 2006
Wikimedia: IsakAronsson (CC BY 2.0)

In einem packenden Viertelfinale setzte Deutschland sein Sommermärchen fort. Nach einem Sieg gegen Schweden im Achtelfinale (oben im Bild das 2:0 der DFB-Elf in München) traf man in der Runde der letzten Acht auf Argentinien. Die Partie wurde nach einem 1:1 nach Verlängerung im Elfmeterschießen entschieden. Mann des Tages wurde Jens Lehmann im Tor des DFB. Dieser bekam vor der WM überraschend den Vorzug gegenüber Torwart-Titan Oliver Kahn. In der Partie gegen Argentinien wurde er durch den „Spickzettel“ bekannt, den er sich in den rechten Stutzen steckte und auf welchem die Vorlieben der argentinischen Schützen notiert waren. Lehmann hielt zwei Elfmeter und führte sein Team ins Halbfinale. Im Semifinale wartete Italien, dass vor allem durch seine starke Defensive rund um Fabio Cannavaro überzeugen konnte. Im Verlauf des bisherigen Turnierverlaufs kassierten die „Azzurri“ lediglich ein Gegentor. In einer an Spannung kaum zu Überbietenden Partie setzten sich schließlich die Italiener in der Verlängerung durch. In der 119. Minute gelang Fabio Grosso das 1:0, das 2:0 von Alessandro del Piero fiel eine Minute später. Der Traum vom zweiten Titel vor heimischen Publikum nach 1974 war zerplatzt. Das Sommermärchen endete für Deutschland jedoch erst mit dem Spiel um den dritten Platz. In diesem Spiel bekam Oliver Kahn die Chance sich von den deutschen Fans zu verabschieden. Es war sein letztes Länderspiel für den DFB und Deutschland siegte gegen Portugal mit 3:1.

Italien und Frankreich kämpfen um den Titelgewinn – Zidanes „Kopfstoß“

Im Finale kam es zum Duell zwischen Italien und Frankreich. Vor allem für Zinedine Zidane war es eine besondere Partie. Schon vor der WM war klar, dass der große Held der Franzosen nach dem Turnier seine Karriere beenden würde. Er sollte die Grand Nation noch einmal zum Titel führen. Bereits nach sieben Minuten gab es Elfmeter für Frankreich, Zidane trat an und verwandelte sicher. In der 19. Minute sorgte Marco Materazzi per Kopf den Ausgleich. Mit diesem Spielstand ging das Spiel in die Verlängerung, wo es zu einem der größten Aufreger der WM-Geschichte kam. In der 110. Minute verlor ausgerechnet Zidane nach laufenden Provokationen von Materazzi die Nerven und verpasste diesem einen Kopfstoß an die Brust. Zidane sah Rot und wurde zum tragischen Helden der WM. Im Elfmeterschießen hatten die Italiener das Glück auf ihrer Seite und feierten somit ihren vierten WM-Titel.

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