WM 2014 in Brasilien

Gastgeber: Brasilien
Teilnehmerzahl: 32
Gewinner: Deutschland
Finalist: Argentinien
Torschützenkönig: James Rodriguez (Kolumbien, 6 Treffer)

Deutschlands Weg zum vierten Titel bei der WM 2014 in Brasilien

Der Brazuca war der offizielle Spielball der WM 2014 in Brasilien
Wikimedia, Kandschwar (CC BY-SA 3.0)

Die 20. Fußball Weltmeisterschaft wurde in Brasilien und damit erstmals seit 36 Jahren wieder auf dem südamerikanischen Kontinent ausgetragen. Überschattet wurde die WM 2014 durch zahlreiche Proteste der brasilianischen Bevölkerung gegen die heimische Politik sowie die FIFA, vor und während dem Turnier sowie den teils unwürdigen Bedingungen unter denen die Arbeiter an den Stadien werken mussten und schließlich ihr Leben ließen.

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Mit Freuden werden sich hingegen die Deutschen Fans an die Endrunde in Brasilien erinnern, denn bei der WM 2014 kürte sich der DFB zum vierten Mal zum Weltmeister.

In Erinnerung bleiben aber auch die zahlreichen Außenseitersiege, das Vorstürmen Costa Ricas bis ins Viertelfinale sowie zahlreiche Schiedsrichter Fehlentscheidungen, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Turnierverlauf zogen.

Bereits am ersten Spieltag kam es zu einigen großen Überraschungen. So fegten beispielsweise die später drittplatzierten Niederländer mit 5:1 über Titelverteidiger Spanien hinweg.

Nach einer weiteren Niederlage gegen Chile war für die Iberer bereits nach dem zweiten Spieltag klar, dass sie ihren Erfolg bei der WM 2010 in Südafrika nicht wiederholen werden können. Spanien musste völlig unerwartet nach der Gruppenphase die Heimreise antreten.

Ein ähnliches Schicksal ereilte die ehemaligen Weltmeister Italien und England, die gegen Costa Rica und Uruguay den Kürzeren zogen. Andere Fußball-Großmächte wie Deutschland, Argentinien oder Brasilien gaben sich in der Vorrunde keine Blöße und schafften jeweils als Gruppensieger den Aufstieg.

Für einen Skandal sorgte der uruguayische Stürmer Luiz Suarez, der im Spiel gegen Italien seinen Gegenspieler Giorgio Chiellini in die Schulter biss und daraufhin als Wiederholungstäter für mehrere Monate gesperrt wurde.

Die K.O.-Phase – Die Favoriten setzen sich durch

Im Achtelfinale mussten die Fans viel Geduld beweisen, denn gleich fünf der acht Paarungen gingen in die Verlängerung oder gar ins Elfmeterschießen.

So mussten unter andere Deutschland (gegen Algerien, 2:1) und Argentinien (Schweiz, 1:0) aber auch Gastgeber Brasilien (Sieg im Elfmeterschießen gegen Chile) Überstunden schieben. Letztendlich erreichten alle acht Gruppensieger das Viertelfinale.

Mittendrin statt nur dabei war auch das Sensationsteam aus Costa Rica, dass sich nach einem Penaltyschießen gegen Griechenland für die Runde der besten Acht qualifizierte und dort auf die Niederlande traf.

Auch die Oranje musste feststellen, dass sich Costa Rica nicht als Jausengegner präsentierte und zitterte sich erst nach 120 Minuten und anschließendem Showdown am Elfmeterpunkt ins Halbfinale.

Mann des Tages wurde Ersatztorwart Tim Krul, der von Trainer Louis van Gaal extra für das Elferschießen gebracht wurde und zwei Penalties parieren konnte.

Im Halbfinale traf die Niederlande auf Argentinien, das sich zuvor mit 1:0 gegen Belgien durchsetzen konnte. Nach torlosem Remis nach Verlängerung musste erneut die Entscheidung vom Punkt fallen. Diesmal hatten die Gauchos das bessere Ende für sich und sicherten sich damit den Einzug ins Endspiel.

Das Estadio Maracana war Schauplatz des Finales
Wikimedia, Leandro Neumann Ciuffo (CC BY-SA 2.0)

Auf der anderen Seite des Tableaus setzte sich Deutschland im Viertelfinale mit 1:0 gegen Frankreich durch und musste im Halbfinale gegen Brasilien ran.

Diese überflügelten in der Runde der letzten Acht Kolumbien, das sich mit Zauberfußball rund um den späteren Torschützenkönig James Rodriguez in die Herzen der Fans spielte, mit 2:1.

Der Sieg hatte allerdings einen bitteren Beigeschmack, denn Brasiliens unumstrittener Superstar Neymar verletzte sich nach einer rüden Attacke von Kolumbiens Juan Camilo Zuniga so schwer, dass er am Halbfinale nicht mehr teilnehmen konnte. Zudem sah Abwehrchef Thiago Silva eine Gelbe Karte und wurde für das Spiel gegen den DFB gesperrt.

Ohne die beiden Stützen der Mannschaft fand der Traum vom Titel im eigenen Land für die Selecao gegen Deutschland ein jähes Ende. In einer Partie für die Ewigkeit fertigte Deutschland den Gastgeber mit 7:1 ab und versetzte Brasilien in ein Tal der Tränen.

Ein weiterer Tiefschlag für Brasilien war, dass Miroslav Klose mit dem Tor zum 2:0 seinem 16. Treffer bei WM-Endrunden erzielte und damit die brasilianische Sturmlegende Ronaldo als Rekordtorjäger ablöste.

Auch im Spiel um Platz 3 gegen die Niederlande bot die Selecao eine verheerende Leistung und musste sich nach einer 0:3-Schlappe mit dem vierten Rang zufrieden geben.

Deutschland und Argentinien zum 3. Mal im WM-Finale gegeneinander

Im Finale standen sich einmal mehr Deutschland und Argentinien gegenüber. Bereits drei Mal gab es diese Paarung bei WM-Endspielen, nämlich 1986 sowie 1990.

Behielten die Gauchos 1986 unter der Führung von Diego Maradona noch die Oberhand, wendete sich das Blatt 1990 beim Finale in Rom zugunsten der Deutschen, die in den beiden Viertelfinalpartien 2006 und 2010 ebenfalls das bessere Ende für sich hatten.

In einem packenden Finale mit Torchancen auf beiden Seiten setzte sich am Ende erneut der DFB durch. Mario Götze sorgte nach Vorlage von Andre Schürrle in der 113. Minute für die Entscheidung und krönte Deutschland zum vierten Mal zum Weltmeister.

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