Sergio Ramos – Spaniens EM 2021 Star

Spanien ist ein Land, das für Offensivspieler berühmt ist. Namen wie Andres Iniesta oder Xavi haben die letzten Jahre geprägt und werden gerne genannt, wenn es um die so erfolgreiche Phase zwischen 2008 und 2012 geht. Dass Spanien auch über hervorragende Abwehrspieler verfügt, wird dabei gerne vergessen. Das Paradebeispiel hierfür ist fraglos Sergio Ramos.

Der Innenverteidiger spielt seit 16 Jahren für die A-Nationalmannschaft und hat mit ihr alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Bei der EM 2021 ruhen die Hoffnungen der Iberer auf ihm, dass der Erfolg zurückkehrt. Zudem könnte die wegen des Coronavirus um ein Jahr verschobene Endrunde sein letztes großes Turnier sein.

In der Gruppenphase treffen die Spanier in der EM 2021 Gruppe E auf Schweden und Polen. Der 3. Gegner wird noch in den Nations League Playoffs ermittelt und steht noch nicht fest. Insgesamt ist es eine machbare Aufgabe für La Furia Roja, die zusätzlich noch in allen drei Spielen auf Heimvorteil im Estadio de San Mames in Bilbao setzen kann.

Sergio Ramos im EM-Check

Die wichtigsten Infos 🇪🇸 Sergio Ramos
Verein Real Madrid 🇪🇸
Position Innenverteidiger
Geburtsdatum 30.03.1986
Größe 1,78 m
Einsätze/Tore Nationalmannschaft 170/121 (Stand: 13.02.20)
Marktwert 18 Mio. € (Stand: 13.02.20)
Größter Erfolg mit Nationalteam Weltmeister 2010

Ramos: ein letztes Hurra bei der EM 2021?

Eigentlich muss man Sergio Ramos keinem mehr vorstellen. Wer sich nur ein bisschen für Fußball interessiert und die letzten 15 Jahre nicht unter einem Stein lebte, kennt den Abwehrspieler. Hier nur eine kurze Liste seiner Erfolge: Weltmeister, Europameister (2x), Champions League-Sieger (4x), UEFA Super Cup-Sieger (3x), spanischer Meister (4x), Klub-Weltmeister (4x).

Hinzu kamen zahllose individuelle Ehrungen. 2017 und 2018 war Ramos beispielsweise der UEFA Verteidiger des Jahres. In der spanischen Liga gewann er diese Auszeichnung zwischen 2012 und 2015 gleich fünf Mal in Folge. Ramos ist einer der besten Defensivspieler, der diesen Sport jemals ausgeübt hat.

Die Vereinskarriere: erste Schritte in Spanien

Geboren wurde Ramos in der Provinz Sevilla in Camas, wo er als Kind auch Fußball spielte. Bereits hier fiel er den Scouts des FC Sevilla auf, die das Talent im Alter von 10 Jahren in den Verein holten. 2003 schaffte er als 17-Jähriger den Sprung in die zweite Mannschaft und reifte sofort zum Stammspieler. Zuvor hatte er noch als Jugendlicher sein erstes Länderspiel für Spaniens U17 bestritten.

Der Durchbruch beim FC Sevilla

Ein Jahr in der zweiten Mannschaft reichte für die sportlich Verantwortlichen des FC Sevilla, um zu entscheiden, dass Ramos hier am falschen Platz wäre. Als 18-Jähriger wurde er in die erste Mannschaft berufen. Wo andere Talente auf ihre Chance warten mussten, startete Ramos sofort durch. Er hatte vom ersten Spieltag an einen Stammplatz als rechter Verteidiger und stand in fast jedem Saisonspiel auf dem Platz – zumeist über die volle Spielzeit.

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Spaniens Trainer beobachteten den Durchbruch des Mega-Talents und drückten auch in der Nationalmannschaft auf die Vorlauf-Taste. Nach nur sechs Spielen für die U21 wurde Ramos ins A-Team berufen, wo er zum Stammspieler wurde. Damals war er 19 Jahre alt.

Der Transfer zu Real Madrid

Es lag fast schon in der Natur der Sache, dass Ramos nicht lange beim FC Sevilla bleiben würde, sondern zu Real Madrid oder dem FC Barcelona wechseln würde. Interesse sollen beide Mannschaften gehabt haben, aber nur die Königlichen machten wirklich ernst. Es entwickelte sich ein intensives Tauziehen, das Real schließlich am 31. August 2005 gewann. Ramos wechselte für 27 Millionen Euro am letzten Tag des damaligen Sommer-Transfermarkts zu den Königlichen. Zu dieser Zeit war das eine gewaltige Summe – erst recht für einen 19-jährigen Verteidiger.

Bekanntlich zahlte sich der Transfer aus. Ramos wurde sofort Stammspieler und zu einem der prägenden Köpfe Reals sowie der spanischen A-Nationalmannschaft. Einige der Erfolge sind oben aufgelistet. 2010 entschieden die Trainer, dass Ramos als Rechtsverteidiger verschenkt wäre. Als Innenverteidiger könne er einer Mannschaft sehr viel besser helfen. Fortan spielte er zumeist in der Abwehrzentrale und wurde zur absoluten Führungsfigur. Nicht ohne Grund ist er Spaniens Kapitän.

Ramos – schon jetzt eine Legende

Während andere Spieler die EM 2021 nutzen möchten, um sich einen Namen zu machen, liegen die Dinge bei Ramos anders. Er ist längst eine Legende des Fußballs, die nichts mehr beweisen muss. Er dürfte die Endrunde im Spanien Trikot als sein letztes Hurra begreifen. Bei Turnierbeginn wird er 35 Jahre alt sein. Es ist kaum vorstellbar, dass er noch die WM 2022 als fast 37-Jähriger spielen wird.

Trotz einer für einen Innenverteidiger eher bescheidenden Körpergröße von 1,84m ist Ramos ausgesprochen kopfballstark. Er verfügt zudem über eine starke Technik und eine extrem hohe Spielintelligenz. Der Spielaufbau der Iberer läuft fast immer über ihn. Bei Bedarf rückt Ramos gerne mit ins Mittelfeld auf, um hier Überzahl für ein Kurzpassspiel zu schaffen. Von seiner Zweikampfstärke hat der Spanier ebenfalls nichts verloren. Bei der Geschwindigkeit liegen die Dinge jedoch anders: Ramos hat nicht mehr den Antritt und die Endgeschwindigkeit früherer Tage.

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Was kann Ramos noch für Spanien leisten?

Auf dem Papier ist Spaniens EM Kader noch immer wie kaum einer eines anderen Landes. Bekanntlich hatten die Iberer zuletzt jedoch erhebliche Probleme, dieses Potenzial in Leistungen umzusetzen. Dies galt für die EM 2016 wie für die Weltmeisterschaften 2014 und die WM 2018. Einer der Gründe war der etwas verschlafene Generationswechsel. Dieser ist inzwischen abgeschlossen.

Doch brauchen die jungen Superstars wie Saul Niguez, Rodri oder Dani Olmo einen Mann, der sie anleitet und das Sagen hat. Hierfür ist Ramos vorgesehen – dabei ist er viel wichtiger als über seine fußballerische Qualität. Die Mannschaft, die aktuell auf dem 8. Platz der FIFA-Weltrangliste liegt, soll seiner Führung folgen können. Kaum ein Spieler auf dem Planeten scheint hierfür besser als Ramos geeignet zu sein. Nicht ohne Grund zählt Spanien als einer der EM 2021 Top-Favoriten.

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