Mitfavorit England bei der Frauen-EM 2017

Der englische Frauen-Fußball befindet sich spürbar im Aufwind. Nachdem im Jahr 2008 ein 16 Punkte umfassender Plan aufgestellt wurde, mit dem der Frauen-Fußball im Mutterland des Fußballs auf ein neues Niveau gehievt werden sollte, erntet man auf der Insel inzwischen die ersten Früchte.

Nach dem dritten Platz bei der WM 2015 will England nun auch bei der Women’s EURO 2017 in den Niederlanden eine gute Rolle spielen und es auf jeden Fall besser machen als 2013, als bei der letzten EURO schon die Vorrunde Endstation war.

In Gruppe D der Frauen-EM bekommt es die englische Mannschaft gleich mit Erzrivale Schottland sowie den iberischen Teams aus Spanien und Portugal zu tun. Keine einfache, aber eine durchaus lösbare Aufgabe, wenn sich das Team von Trainer Mark Sampson ähnlich präsentiert wie bei der WM vor zwei Jahren.

Frauen EM-Kader von England 2017

Tor: Karen Bardsley (Manchester City), Siobhan Chamberlain (Liverpool), Carly Telford (Notts County)

Abwehr: Laura Bassett (Notts County), Lucy Bronze (Manchester City), Alex Greenwood (Liverpool), Steph Houghton (Manchester City), Jo Potter (Notts County), Alex Scott (Arsenal), Demi Stokes (Manchester City), Casey Stoney (Liverpool)

Mittelfeld: Millie Bright (Chelsea), Isobel Christiansen (Manchester City), Jade Moore (Notts County), Jordan Nobbs (Arsenal), Jill Scott (Manchester City), Fara Williams (Arsenal)

Angriff: Karen Carney (Chelsea), Toni Duggan (Manchester City), Fran Kirby (Chelsea), Nikita Parris (Manchester City), Jodie Taylor (Arsenal), Ellen White (Birmingham City)

Die EM-Qualifikation der englischen Fußball-Frauen

England wurde in der Qualifikation in Gruppe 7 gelost, die am Ende mit 22 Punkten und bemerkenswerten 32:1 Toren klar vor Belgien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Estland gewonnen wurde.

Lediglich beim 1:1 zu Hause gegen Belgien ließ die Sampson-Elf Punkte liegen und gewann ansonsten die übrigen sieben Partien allesamt zu Null. Auch das letzte Gruppenspiel in Belgien, als es noch um Rang eins ging, entschied England mit 2:0 für sich.

Beste Torschützin im Laufe der Qualifikation war Danielle Carter, die für sechs der 32 englischen Treffer verantwortlich zeichnete. Die 24-jährige Angreiferin von Arsenal wurde allerdings überraschenderweise nicht für den EM-Kader nominiert.

Die größten Erfolge der Three Lionesses

Der bereits erwähnte dritte Platz bei der WM 2015 war zumindest gefühlt der größte Erfolg in der Geschichte des englischen Frauen-Fußballs, der wohl sogar über den beiden Vize-Europameisterschaften der Jahre 1984 und 2009 steht.

Immerhin konnte sich England für zehn von zwölf Europameisterschaften qualifizieren, wohingegen es bis 2007 nur zu einer WM-Teilnahme reichte. Seitdem aber sind die Three Lionesses immer dabei gewesen mit dem Highlight vor zwei Jahren, als im Spiel um Platz drei Deutschland mit 1:0 bezwungen wurde.

Olympia war für den englischen Frauen-Fußball bisher auch keine Erfolgsgeschichte. Lediglich 2012 in London war England als Teil einer gesamtbritischen Mannschaft dabei, kam aber nicht über das Viertelfinale hinaus.

Die Stars des englischen Frauen-Nationalteams

Trainer Mark Sampson kann auf eine eingespielte und gewachsene Mannschaft bauen. Im Vergleich zur WM 2015 hat sich der Kader lediglich auf vier Positionen verändert. Millie Bright, Isobel Christiansen, Nikita Parris und Demi Stokes sind neu ins Aufgebot gerückt und spielen ihr erstes großes Turnier.

Etwas überraschend nicht im Kader steht mit Danielle Carter die beste Torschützin der Qualifikation, die allerdings drei ihrer sechs Tore beim 8:0-Kantersieg über Estland erzielte.

Mit dabei sind aber einige sehr erfahrene Spielerinnen. Casey Stoney, Jill Scott, Karen Carney, Fara Williams und Alex Scott haben alle eine dreistellige Anzahl an Länderspielen auf dem Konto.

Williams war zudem bei der WM 2015 mit fünf Treffern beste englische Torschützin und hat in 161 Länderspielen 40 Treffer erzielt – ein bemerkenswerter Wert für eine Mittelfeldspielerin und nur noch sechs weniger als die Rekordtorschützin Kelly Smith.

Eine noch bessere Quote als Williams weist freilich Toni Duggan auf, die in 44 Partien immerhin 15-mal getroffen hat und mit ihren erst 25 Jahren sicher das Zeug dazu hat, eines Tages sowohl Williams als auch Smith zu übertreffen.

Eng verbunden ist der Aufschwung der englischen Frauen-Nationalmannschaft auch mit dem Namen Mark Sampson. Der erst 34 Jahre alte Trainer, der vor seinem Engagement als Nationalcoach mit Erstligist Bristol Academy WFC Erfolge feierte, will die Erfolge der jüngeren Vergangenheit natürlich im Idealfall noch toppen.

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