Gruppe B der Frauen-EM 2022 mit Deutschland

Von der Mitte der 1990er Jahre bis etwa 2010 musste man eigentlich nicht die Frage stellen, wer die Frauen-EM gewinnt. Es war immer Deutschland. Satte sechs Titel in Serie gingen an das DFB-Team – insgesamt gewann es acht Mal die EM. Zwei Weltmeisterschaften (2003 und 2007) kommen dazu.

Deutschland ist deshalb immer ein Favorit. Schlecht ist dieser Umstand für die anderen Mannschaften in der Gruppe B der Frauen-EM 2022 in England, denn sie müssen sich mit dem deutschen Team messen. Auf der anderen Seite ist die Erwartungshaltung an die Elf von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg gigantisch.

Insgesamt gilt: Wer bei der EM den Titel gewinnen möchte, muss erst einmal die Gruppenphase überstehen. Bei der Frauen-EM, die wegen ihrer Pandemie-bedingten Verschiebung etwas verwirrend offiziell Frauen-EURO 2021 heißt, treten 16 Teams in vier Gruppen an. Die Plätze 1 und 2 erreichen jeweils das Viertelfinale.

Der erste Rang wäre besser, weil es dann im ersten KO-Spiel gegen einen Zweitplatzierten einer anderen Gruppe geht. Würde beispielsweise Deutschland nur Zweiter, ist die Chance groß, dass es im Viertelfinale gegen die englischen Gastgeberinnen geht. Dies möchte man sicherlich eher nicht beim DFB.

Tabelle Gruppe B Frauen-EURO 2022

Frauen-EM 2022 Gruppe B – Spielplan

Dat. Uhrzeit* Match Erg. Spielort
Fr, 08.07.2022 18:00 Spanien – Finnland -:- Milton Keynes
Fr, 08.07.2022 21:00 Deutschland – Dänemark -:- London, Brentford
Di, 12.07.2022 18:00 Dänemark – Finnland -:- Milton Keynes
Di, 12.07.2022 21:00 Deutschland – Spanien -:- London, Brentford
Sa, 16.07.2022 21:00 Dänemark – Spanien -:- London, Brentford
Sa, 16.07.2022 21:00 Finnland – Deutschland -:- Milton Keynes

*Alle Zeitangaben nach deutscher Zeit (= mitteleuropäischer Sommerzeit MESZ)

Hier der chronologische Frauen-EM 2022 Spielplan 2022.

Die Gruppe B der Frauen-EURO 2021 in der Analyse

Neben Deutschland spielen auch Dänemark, Spanien und Finnland in der Gruppe B. Wäre dies eine Gruppe bei einer Männer-EM, würden wir also drei der ganz großen Teams sehen. Bei den Frauen gilt dies mit Abstrichen ebenfalls. Die spanische Frauen-Mannschaft ist zwar auf dem Weg nach oben, aber noch nicht auf dem Level der eigenen Herren-Auswahl.

🇩🇪 Deutschland ist Favorit

Deutschland gewann 2016 die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Ein Jahr später bei der EM war im Viertelfinale Schluss – ausgerechnet gegen Dänemark. Bei der WM 2019 führte der Weg immerhin bis ins Halbfinale. Es ist daher schwierig zu sagen, wie stark das DFB-Team der Frauen wirklich ist. Dies liegt ebenfalls daran, dass viele junge Spielerinnen nachgerückt sind, die enormes Talent besitzen.

Besonders ist diesbezüglich natürlich Angreiferin Lena Oberdorf (VfL Wolfsburg) zu nennen, die bei der EM erst 20 Jahre alt sein wird. Hinzu kommen erfahrene Spielerinnen wie Torhüterin Merle Frohms (Eintracht Frankfurt), Abwehrchefin Leonie Maier (FC Everton), Captain und Mittelfeldboss Sara Däbritz (PSG) oder auch Spielmacherin Dzsenifer Marozsan (OL Reign). Deutschland ist durch dieses bärenstarke Team der Favorit in der Gruppe B und auch einer der Frauen-EURO 2022 Favoriten im Turnier.

🇩🇰 Dänemark: Deutschlands stärkster Konkurrent?

Es klang an: Mit Dänemark hat Deutschland bei der letzten EM unliebsame Erfahrungen gemacht. Die Nordeuropäerinnen erreichten sogar das Finale. Bei der EM 2013 endete die Reise erst im Halbfinale. Dafür konnte sich Dänemark seit 2007 für keine WM mehr qualifizieren. Die Qualität des Damen-Kaders von Dänemark ist deshalb sehr schwer einzuschätzen. Chefcoach Lars Sondergaard hat einige Spielerinnen, die in der Weltspitze mithalten können.

Hierzu zählen in der Abwehr Rikke Sevecke (FC Everton) und Simone Boye Sorensson (FC Arsenal), im Mittelfeld Sofie Pedersen (FC Juventus) und Sofie Svava (VfL Wolfsburg) sowie im Sturm Pernille Harder (FC Chelsea). Zeigen diese Akteurinnen ihr Potenzial, ist Dänemark ein echter Konkurrent für Deutschland. Spielen sie schwach, drohen ernste Probleme.

🇪🇸 Spanien: Das Viertelfinale ist machbar

Spanien nimmt 2022 zum vierten Mal an einer EM teil. Das beste Resultat war ein Halbfinale im Jahr 1997. Bei Weltmeisterschaften durften die Iberinnen zweimal antreten. Das beste Ergebnis war das Achtelfinale bei der WM 2019. Bei der EM 2017 reichte es immerhin für das Viertelfinale – wie schon 2013. Dies unterstreicht das oben gesagte: Spaniens Frauen-Kader wird immer besser, aber die Mannschaft von Cheftrainer Jorge Vilda ist noch nicht endgültig in der Spitze angekommen.

Spielerinnen wie Aitana Bonmati (FC Barcelona) im defensiven Mittelfeld oder ihre Vereinskollegin und Ballon d’Or 2021 Gewinnerin Alexia Putellas im offensiven Mittelfeld haben aber fraglos das Zeug dazu. Im Sturm ruhen die Hoffnungen vor allem auf Jennifer Hermoso (FC Barcelona). Die talentierte Athenea del Castillo (Real Madrid) könnte bei der EM endgültig ihren Durchbruch feiern. Vom Potenzial her könnte Spanien Dänemark gefährlich werden.

🇫🇮 Kann Finnland für eine Überraschung sorgen?

Finnland bleibt nur die Außenseiterrolle in der Gruppe B. Das Land konnte sich noch nie für eine WM qualifizieren. Die EM 2022 wird die vierte Europameisterschaft sein, an der die Nordeuropäerinnen teilnehmen. Das beste Resultat war das Halbfinale im Jahr 2005. 2009 erreichte man das Viertelfinale. 2013 war nach der Vorrunde Schluss.

Und für die EM 2017 konnte sich das Team von Trainerin Anna Signeul nicht qualifizieren. Damit dieses Mal eine Überraschung bei der EURO gelingt, müssten die wichtigsten Spielerinnen funktionieren. In der Abwehr ist dies Tulja Hyyrynen (FC Juventus). Im Mittelfeld ruhen die Hoffnungen auf Nora Heroum (Lazio Rom). Und im Sturm ist es vor allem Sanni Franssi (Real Sociedad), die großes Potenzial verspricht. Insgesamt ist der Kader aber sehr dünn.

Prognose für die Frauen-EM 2022 Gruppe B

Bei einem normalen Verlauf sollte Deutschland die Gruppe B relativ leicht gewinnen. Spanien und Dänemark streiten sich um den zweiten Platz. Wir sehen die Nordeuropäerinnen dabei mit dem glücklicheren Ende für sich. Finnland wird nach der Vorrunde ausscheiden.

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