Gruppe C der Frauen-EM 2022 mit Titelverteidiger Niederlande & Schweiz

Bei der Frauen-EM 2022 ist der Gruppe C eine besondere Aufmerksamkeit gewiss. Schließlich spielen hier die Niederländerinnen, die als Titelverteidigerinnen ins Rennen gehen. Sie haben das Ziel, diesen Erfolg zu wiederholen. Die Vize-Weltmeisterschaft 2019 bewies, dass sie fraglos auch das Potenzial dafür besitzen. Schon in der Gruppe wartet aber ein echter Härtetest. Schließlich geht es auch gegen Schweden. Das nordeuropäische Team erhebt seinerseits den Anspruch, den Titel zu gewinnen.

Wir stellen dir hier die Gruppe C im Detail vor. Dabei wagen wir auch eine Prognose, wer nach unserer Meinung die besten Chancen hat, die nächste Runde zu erreichen. Bei dieser handelt es sich um das Viertelfinale. Die Plätze 1 und 2 der Gruppe C steigen in die KO-Runde auf. Hier wartet dann ein Team aus der Gruppe D. Gespielt wird über Kreuz: Der Erste aus der Gruppe C trifft auf den Zweiten der Gruppe D und umgekehrt – aber greifen wir nicht zu weit voraus.

Tabelle von Gruppe C bei der Frauen-EM 2022

Spielplan Frauen-EURO 2022 Gruppe C

Dat. Uhrzeit* Match Erg. Spielort
Sa, 09.07.2022 18:00 Russland – Schweiz -:- Leigh
Sa, 09.07.2022 21:00 Niederlande – Schweden -:- Sheffield
Mi, 13.07.2022 18:00 Schweden – Schweiz -:- Sheffield
Mi, 13.07.2022 21:00 Niederlande – Russland -:- Leigh
So, 17.07.2022 18:00 Schweden – Russland -:- Leigh
So, 17.07.2022 18:00 Schweiz – Niederlande -:- Sheffield

*Alle Zeitangaben nach deutscher Zeit (= mitteleuropäischer Sommerzeit MESZ)

Alle Frauen-EM 2022 Spiele im Überblick.

Analyse der Gruppe C der Frauen-EURO 2021

Neben den Niederlanden und Schweden sind zwei weitere durchaus interessante Teams in der Gruppe C am Start: die Schweiz und Russland. Jede Mannschaft muss deshalb in allen Spielen alles geben, um die nächste Runde zu erreichen. Das Potenzial aller Starterinnen ist so hoch, dass ein Leistungsdurchhänger zum Punktverlust führen wird.

🇳🇱 Die Niederlande sind als Titelverteidiger in der Favoritenposition

Die beiden größten Erfolge des niederländischen Frauen-Nationalteams wurden bereits genannt: Sie sind die amtierenden Europameisterinnen und Vizeweltmeisterinnen. Allerdings gab es 2021 einen kleinen Schock zu verdauen: Erfolgstrainerin Sarina Wiegman verließ das Team, um fortan England zu betreuen. Sie ersetzt der Brite Mark Parsons, der nach wie vor auch Coach eines US-amerikanischen Profi-Teams ist.

Der neue Coach hat aber einen soliden Stamm, auf den er vertrauen kann. Diesen bilden im Tor Sari van Veenendaal (PSV Eindhoven), in der Abwehr Aniek Nouwen (FC Chelsea) und Merel van Dongen (Atletico Madrid), im Mittelfeld Jackie Groenen (Manchester United), Sherida Spitse (Ajax Amsterdam), Danielle van de Donk (Olympique Lyon) und Lineth Beerensteyn (FC Bayern) sowie im Sturm Lieke Martens (FC Barcelona) und Vivianne Medema (FC Arsenal). Diese Qualität macht die Holländerinnen zu den Frauen-EURO 2022 Favoritinnen.

🇸🇪 Schweden: Hollands stärkste Konkurrenz?

Schwedens Frauen-Nationalteam gewann bei den Olympischen Spielen 2016 und 2020 jeweils die Silbermedaille. Das Land konnte auch schon einmal die Europameisterschaft gewinnen. Dies war allerdings bereits 1984. 2003 wurden die Schwedinnen zudem Vizeweltmeister. 2019 reichte es aber zum dritten Platz. 2017 war bei der EM bereits im Viertelfinale Schluss. Dieses Mal soll es deutlich besser laufen.

In der Abwehr ruhen die Hoffnungen dabei auf Magdalena Eriksson (FC Chelsea) und Hanna Glas (FC Bayern). Im Mittelfeld steht das Megatalent Hanna Bennison (FC Everton) besonders im Fokus. Im Sturm dürfte es besonders auf Sofia Jakobsson (FC Bayern) und Lina Hurtig (FC Juventus) ankommen. Jeder Mannschaftsteil ist aber mehrfach mit herausragenden Akteurinnen besetzt. Das Potenzial ist definitiv vorhanden.

🇷🇺 Russland: Für das Viertelfinale muss alles passen

Russland nimmt zum sechsten Mal an einer WM teil. Zweimal konnte das Team bei einer WM starten. Die größten Erfolge waren in beiden Wettbewerben das Erreichen der Viertelfinals. Dies ist allerdings schon geraume Zeit her: Es gelang um die Jahrtausendwende. Die Zeit der Not und der Misserfolge soll nun allerdings beendet werden.

Die Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf Anna Belomyttseva (Lokomotive Moskau) und Alena Andreeva (FK Chertanovo) im Mittelfeld sowie auf Marina Fedorova (Lokomotibve Moskau) im Sturm. Sie sind die stärksten Spielerinnen im Kader und mit Mitte 20 noch relativ jung sowie entwicklungsfähig. Allerdings fehlt es den Russinnen an Niveau in der Breite. Dies könnte sich während des Turniers rächen.

🇨🇭 Die Schweiz ist schwer einzuschätzen

Die Nati konnte sich erst einmal für eine WM qualifizieren. Dies gelang für die Endrunde 2015. 2017 trat man zum ersten Mal bei einer EM an. In beiden Fällen war nach der Vorrunde Schluss. Es braucht nicht viel Fantasie, um zu wissen, dass es nach der Vorstellung der schweizer Damen-Nationalmannschaft dieses Mal erfolgreicher laufen soll.

Coach Nils Nielsen hofft hierfür in der Abwehr ganz besonders auf Noelle Maritz (FC Arsenal), im Mittelfeld auf Lia Wältli (FC Arsenal) und Coumba Saw (FC Paris) sowie im Sturm auf Ramona Bachmann (PSG) und die sehr talentierte Svenja Fölmli (SC Freiburg). Erstmals ist die Schweiz auch in der Breite sehr gut aufgestellt. Normalerweise hätte das Team deshalb durchaus gute Aussichten, das Viertelfinale zu erreichen. Wie gut die Mannschaft funktioniert, ist jedoch nicht klar. Zudem ist die Gruppe C brutal hart.

Prognose für die Frauen-EM 2022 Gruppe C

Als deutschsprachiger Fan hat man eine gewisse Sympathie mit der Schweiz. Doch realistisch wird es in einer Gruppe mit den Niederlanden und Schweden nicht reichen, um die Gruppenphase zu überstehen. Die Chancen sind allerdings absolut vorhanden, vor Russland auf dem dritten Platz zu landen.

Damit es eine Überraschung in dieser Gruppe gibt, müsste einer der Favoriten stark schwächeln. Spannend wird in unseren Augen vor allem, wer sich den ersten Platz sichert. Das wird sehr eng zwischen den Holländerinnen und den Schwedinnen.

>> Hier findest du alle Frauen-EM Gruppen 2022 auf einen Blick.