Alles zur Gruppe D der Frauen-EM 2022 mit Frankreich & Italien

Im Juli 2022 gehört die große Bühne dem Frauen-Fußball. Die EM in England steht an. Diese heißt offiziell noch immer EURO 2021, weil das Turnier in dem Jahr stattfinden sollte. Durch die Auswirkungen der Pandemie musste es um ein Jahr verschoben werden. Das Ganze ist genau wie bei der EM 2021 der Männer, die offiziell EURO 2020 hieß.

Wir wissen, dass der Frauen-Fußball immer beliebter wird. Für viele Fans wird die EM in England das erste große Turnier sein, das sie live mitverfolgen. Die meisten Teams und Spielerinnen sind jedoch deutlich unbekannter als dies bei den Männer-Mannschaften der Fall ist. Wir wollen helfen dies zu ändern und stellen dir deshalb hier die Gruppe D der Frauen-EM 2022 genauer vor. Abschließend wagen wir eine Prognose, wer nach unserer Meinung die KO-Runde erreicht.

Hierzu zur Einordnung: Die Frauen-EM bestreiten 16 Teams in vier Gruppen. Die beiden bestplatzierten Mannschaften erreichen die KO-Runde. Es geht also direkt im Viertelfinale weiter. Anders als bei den Männern gibt es kein Achtelfinale.

Gruppe D Frauen-EURO 2021 – Tabelle

Spielplan der Gruppe D Frauen-EM 2022

Dat. Uhrzeit* Match Erg. Spielort
So, 10.07.2022 18:00 Belgien – Island -:- Manchester CAS**
So, 10.07.2022 21:00 Frankreich – Italien -:- Rotherham
Do, 14.07.2022 18:00 Italien – Island -:- Manchester CAS**
Do, 14.07.2022 21:00 Frankreich – Belgien -:- Rotherham
Mo, 18.07.2022 21:00 Italien – Belgien -:- Manchester CAS**
Mo, 18.07.2022 21:00 Island – Frankreich -:- Rotherham

*Alle Zeitangaben nach deutscher Zeit (= mitteleuropäischer Sommerzeit MESZ); ** CAS = City Academy Stadium

Alle Partien im vollständige Frauen-EURO 2021 Spielplan auf einen Blick.

Gruppe D der Frauen-EM in der Analyse

In der Gruppe D spielen Frankreich, Italien, Belgien und Island. Bei den Männern würde man drei große Turnierfavoriten unter diesen Teams vermuten. Bei den Frauen ist es nicht ganz so einfach: Belgien hat deutlich nicht das Niveau der Herren-Mannschaft. Und auch Italien sowie Frankreich zählen bislang nicht zur absoluten Weltspitze und auch nicht zu den Favoritinnen der Frauen-EM 2022.

🇫🇷 Frankreich ist leicht favorisiert

Bei Frankreich könnte sich dies allerdings bald ändern. Die Mannschaft von Trainerin Corinne Diacre hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Bei den letzten drei Europameisterschaften erreichte sie stets das Viertelfinale. Das beste Resultat bei einer WM war der vierte Rang im Jahr 2011.

Die Schlüsselspielerin in der Abwehr ist Kapitänin Wendie Reynard (Olympique Lyon). Im Mittelfeld lohnt sich ein genauer Blick auf Amel Majri (Olympique Lyon) und Vivianne Asseyi (FC Bayern). Im Frauen-Kader Frankreichs ist Kanditiatou Diani (PSG) derzeit die wichtigste Spielerin. Vom Potenzial her sollte Frankreich in dieser Gruppe leicht favorisiert sein.

🇮🇹 Ruft Italien endlich das eigene Potenzial ab?

Italien wird das erste Spiel gegen Frankreich bestreiten. Vom Potenzial her ist der Italien Frauen-Kader kaum schlechter, konnte dieses aber in der Vergangenheit zu selten abrufen. Im Tor dürfte Katja Schroffenegger (AC Florenz) stehen. Das Herz der Abwehr bilden Alia Guagni (Atletico Madrid) und Elena Linari (AS Rom).

Im Mittelfeld sind Martina Rosicci (FC Juventus) und ihre Vereinskollegin Valentina Cernaoia. Im Sturm waren bislang Cristina Girelli und Barbara Bonansea die Leistungsträgerinnen, die ebenfalls für Juventus spielen. Italien wartet seit 1997 auf eine erfolgreiche EM. Damals wurde man Vize-Europameister.

🇧🇪 Was kann Belgien leisten?

Belgien nimmt zum zweiten Mal an einer EM teil. Die Premiere 2017 verlief nicht sonderlich erfolgreich. Bereits nach der Vorrunde war Schluss. Bei einer WM durfte das Team noch überhaupt nicht starten.

Die Hoffnungen, dass es bei der EM besser läuft als beim ersten Mal, ruhen vor allem auf drei Stürmerinnen, die bislang ausgesprochen treffsicher waren: Tessa Wullaert (RSC Anderlecht), Justine Vanhaevermaet (FC Reading) und Tine De Caigny (TSG Hoffenheim). Inzwischen spielt eine ganze Reihe der Belgerinnen nicht mehr in der eigenen (schwachen) Liga, sondern hat den Weg in eine der großen Spielklassen gefunden. Trotzdem wird es für Belgien sehr schwer.

🇮🇸 Island bleibt nur die Außenseiter-Rolle

Island nimmt 2022 zum vierten Mal an einer EM teil. 1995 und 2013 konnte das Team dabei sogar die Gruppenphase überstehen und bis ins Viertelfinale vorstoßen. Für eine WM konnte sich das Land bislang noch überhaupt nicht qualifizieren. Es sind allerdings keine prophetischen Fähigkeiten von Nöten, um zu ahnen, dass die Mannschaft gerne bei der EURO 2021 den Erfolg der beiden genannten Europameisterschaften wiederholen würde.

Ob dies gelingen kann, steht und fällt mit zwei sehr jungen Spielerinnen: Karolina Lea Vilhjalmsdottir (FC Bayern München) und Alexandra Johannsdottir (Eintracht Frankfurt) bilden inzwischen das Herz des Mittelfelds der Isländerinnen. Sie werden beide bei der Endrunde erst Anfang 20 sein. Auch in den anderen Mannschaftsteilen gibt es vielversprechende junge Spielerinnen, die allerdings noch nicht ganz das Niveau haben. Insgesamt bleibt Island nur die Außenseiter-Rolle. Aber das war eigentlich schon immer so – ganz gleich, wo das Team antrat.

Prognose für die Frauen-EM 2022 Gruppe D

Auf dem Papier ist es einfach: Frankreich wird die Gruppe gewinnen. Italien sichert sich den zweiten Platz. Um den dritten Rang streiten sich Belgien und Island. Da dieser aber für das Weiterkommen ohne Bedeutung ist, wäre dieser Erfolg nur einer für das gute Gefühl. Frankreich sehen wir tatsächlich auch in der Favoritenrolle.

Italien ist ein schwieriger Fall. Zeigt das Team einmal mehr nicht, was es eigentlich kann, so wird es auch gegen Island und Belgien schwer. Eine komplett ausgemachte Sache ist es nicht, wie die Gruppe ausgeht. Auf der anderen Seite gilt aber auch: Rufen die Italienerinnen ihr Potenzial ab, so könnte selbst der Spitzenplatz Frankreichs wackeln. Die Gruppe dürfte deshalb insgesamt wirklich spannend werden.

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