Italien Kader bei der Frauen-EM 2022 im Check

Geht es nach Italien, so wird sich Geschichte im Sommer 2022 wiederholen. Die Frauen werden dann wie ein Jahr zuvor die Männer den Titel bei der Europameisterschaft erringen, obwohl sie nicht zu den großen Favoriten zählen. Komplett fair ist dieser Vergleich allerdings nicht: Das Männer-Team galt als deutlich näher an der Weltspitze als die Auswahl Milena Bertolonis. Das Frauen-Team konnte seit 1997 nicht mehr international auf sich aufmerksam machen.

Wir werden in diesem Text einen genaueren Blick darauf werfen, mit welchem Kader die italienische Trainerin die Frauen-Europameisterschaft 2022 bestreiten dürfte. Für unsere Nominierung stützen wir uns dabei vor allem auf die jüngste Vergangenheit, um möglichst aktuelle Erläuterungen in unsere Überlegungen einfließen lassen zu können.

Italiens Team im Frauen-EM 2022-Check

Bertoloni lässt Italien stets in einem von zwei Systemen auflaufen: einem 4-4-2 mit einer Doppel-Sechs oder einem offensiven 4-3-3. Dabei entscheidet die Trainerin nach ihrer Einschätzung des Gegners: Hält sie ihre Mannschaft für stärker, wählt sie die offensive Variante. Hält sie das eigene Team für schwächer, kommt das defensivere System zum Einsatz. Wir nominieren deshalb nach einem 4-4-2 mit einer Doppel-Sechs, da Italien bei der EM auf stärkere Gegner als in den Qualifikationsspielen treffen wird.

Tor

Die Nominierung im Tor ist einfach: Laura Giualini (AC Mailand) ist die unangefochtene Nummer 1. Ohne Verletzung wird sie zwischen den Pfosten stehen. Ihre erste Stellvertreterin ist Katja Schroffenegger (ACF Florenz). Dritte Torhüterin wird nach den jüngsten Eindrücken wohl Francesca Durante (Inter Mailand) werden, die bei der EM ohne eine Verletzung der beiden anderen Torfrauen wohl aber nicht zum Zug kommen dürfte.

Verteidigung

Das härteste Spiel Italiens im Jahr 2021 war das Aufeinandertreffen mit der Schweiz in der WM-Qualifikation, dass die Nati mit 2:1 gewinnen konnte. Bertoloni ließ ihre vermeintlich beste Mannschaft antreten. Wir tippen insbesondere für die Abwehr darauf, dass die hier aufgestellte Defensive auch bei der EM spielt.

In der Innenverteidigung spielten Elena Linari (AS Rom) und Cecilia Salvai (Juventus Turin). Linksverteidigerin war Lisa Boattin (Juventus Turin), die zugleich die wohl stärkste Defensivspielerin des Kaders ist. Rechts spielte Sara Gama (Juventus Turin). Die Trainerin schickt also weitgehend einen Defensivverbund auf den Platz, der sich aus dem Verein hervorragend kennt.

Ebenfalls den Sprung in den Kader schaffen dürften Lucia Di Guglielmo (AS Rom), Martina Lenzini (Juventus Turin – sie hat als Rechtsverteidigerin auch Chancen auf die Startelf) und Angelica Soffia (AS Rom). Die eigentliche Mittelfeldspielerin Arianna Caruso (Juventus Turin) lief wiederholt auch schon in der Abwehr auf. Sie könnte deshalb ebenfalls für die Abwehr nominiert werden. Elisa Bartoli (AS Rom) könnte als Allrounderin zudem ebenfalls den Sprung ins Team schaffen.

Mittelfeld

Im defensiven Mittelfeld erwarten Manuela Giugliano (AS Rom) und eventuell die schon erwähnte Caruso oder Valentina Cernoia (Juventus Turin), die aber eigentlich deutlich offensiver denkt. Ebenfalls spielen dürften Valentina Bergamaschi (AC Mailand) und Barbara Bonansea (Juventus Turin) – auf den Außenpositionen.

Den Sprung ins Team sollten zudem auch Alia Guagni (Atletico Madrid, eventuell auch für die Abwehr nominiert), Marta Pandini (Inter Mailand) und Flaminia Simonetti (Inter Mailand). Ansonsten füllt Bertoloni das Mittelfeld mit Abwehrspielerinnen und Stürmerinnen auf. Es mangelt an hochwertigen Mittelfeldspielerinnen in der Breite.

Angriff

Gesetzt im Sturm sind Cristiana Girelli (Juventus Turin) sowie Valentina Giacinti (AC Mailand). Ebenfalls nominiert waren dürften Barbara Bonsea (Juventus Turin), Annamaria Serturini (AS Rom) und Benedetta Glionna (AS Rom). Zu erwähnen ist zudem, dass die hier für das Mittelfeld nominierte Bergamaschi von Hause aus Stürmerin ist.

Für Italien kam sie allerdings zumeist als Mittelfeldakteurin zum Einsatz. Sie ist eine der logischen Optionen für eine Außenposition bei einem 4-3-3. Die beiden anderen Plätze nehmen dann die etatmäßigen Angreiferinnen ein.

Die italienische Nationalmannschaft bei der Frauen-EM 2022

Die wichtigsten Infos 🇮🇹 Italien
Trainerin Milena Bertoloni 🇮🇹
Größter Erfolg Vize-Europameister 1993 & 1997
Rekordtorschützin Patrizia Panico (110 Tore, Stand: 12/2021)
Rekordspielerin Patrizia Panico (204 Spiele, Stand: 12/2021)
Wertvollste Spielerin Cristiana Girelli (€ 225.000, Stand: 12/2021)
Spitzname Le Azzurre (Die Azurblauen)
FIFA-Weltrangliste 14. (Stand: 12/2021)
Höchster Sieg 15:0 über Mazedonien (2014)
Höchste Niederlage 0:6 gegen die Schweiz (2017)
EM-Teilnahmen 11

Hier findest du alle Mannschaften der Frauen-EURO 2021 auf einen Blick.

Italiens Talente bei der Frauen-EURO 2021

Viele Talente hat Italien nicht in den eigenen Reihen. Gerade einmal drei Spielerinnen werden bei der EM 23 Jahre alt oder jünger sein. Einen Stammplatz sicher hat keine der Spielerinnen. Die jüngste Spielerin, die wir sicher auf dem Platz erwarten, dürfte Boattin sein. Sie ist bei der EM aber schon 25 Jahre alt.

Italiens Chancen bei der Frauen-EM 2022

Italien trifft in Frauen-EM 2022 Gruppe D auf Frankreich, Island und Belgien. Wirklich klar stärker dürfte nur Frankreich sein. Island wird wohl deutlich schwächer sein. Italien sollte besser als Belgien sein, aber hier wird es eng. Zu den Favoritinnen der Frauen-EURO zählt Italien jedoch trotzdem nicht unbedingt.

Wir denken, dass die Italienerinnen die Gruppenphase als Zweitplatzierte überstehen werden. Dann allerdings geht es gegen das Team auf Platz 1 aus der Frauen-EURO Gruppe C. Und dies dürften die Titelverteidigerinnen aus den Niederlanden sein. Vermutlich ist das Turnier deshalb im Viertelfinale vorbei.