England Frauen EM 2022 Kader – Die Lionesses im Check

Es gibt exakt ein akzeptables Ende der Frauen-EURO 2022 für England: Sieg. Die „drei Löwinnen“ sind die Gastgeberinnen des Turniers, das für den Frauenfußball neue Maßstäbe setzt. Es ist für ihn das größte Event überhaupt in der Geschichte. Dies betrifft die Stadien, die Vermarktung und die Zahl der erwarteten Fans. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Engländerinnen diesen besonderen Titel dann auch bei sich behalten möchten – zumal fast das gesamte Team auch noch in der heimischen Liga aktiv ist.

Die Mannschaft der niederländischen Cheftrainerin Sarina Wiegman hat überdies durch starke Leistungen eine gewisse Erwartungshaltung geweckt. 2017 scheiterte das Team erst im Halbfinale. 2009 erreichte man sogar das Endspiel der Europameisterschaft. Bei der WM gab es zuletzt einen dritten und vierten Platz. Bei den Olympischen Spielen in Tokio führte der Weg immerhin bis ins Viertelfinale.

Wir werfen einen Blick auf den Kader, von dem wir vermuten, dass er das Projekt „Heimsieg“ bei der Frauen-EM 2022 angehen soll. Dabei geben wir auch eine Einschätzung ab, wer nach unserer Meinung in der Startelf stehen könnte. Das erste Spiel von Gastgeber England ist gleich das Frauen-EM 2022 Eröffnungsspiel gegen Österreich am 6. Juli 2022.

>> Hier zum Spielplan der Frauen-EM 2022.


Der England Frauen-EM Kader 2022 im Überblick

TOR: Mary Earps (Manchester United), Hannah Hampton (Aston Villa), Ellie Roebuck (Manchester City)

VERTEIDIGUNG: Millie Bright (Chelsea), Lucy Bronze (Manchester City), Jess Carter (Chelsea), Rachel Daly (Houston Dash), Alex Greenwood (Manchester City), Demi Stokes (Manchester City), Lotte Wubben-Moy (Arsenal)

MITTELFELD: Fran Kirby (Chelsea), Jill Scott (Aston Villa, ausgeliehen von Manchester City), Georgia Stanway (Bayern Munich), Ella Toone (Manchester United), Keira Walsh (Manchester City), Leah Williamson (Arsenal)

ANGRIFF: Beth England (Chelsea), Lauren Hemp (Manchester City), Chloe Kelly (Manchester City), Beth Mead (Arsenal), Nikita Parris (Arsenal), Alessia Russo (Manchester United), Ellen White (Manchester City)


Der englische Frauen EM-Kader in der Analyse & mögl. Aufstellung

Wiegman ist als FIFA-Trainern des Jahres 2017 echte Prominenz auf der Bank der Engländerinnen. Sie war es, welche das Damen-Nationalteam der Niederlande bei der EM 2017 im eigenen Land zum Titelgewinn führte. Im Halbfinale bezwang sie England dabei mit 3:0. Wiegman kennt sich also mit Heimsiegen aus. Bei den Lionesses ist die Holländerin allerdings erst seit September 2021 als Cheftrainerin tätig.

Sie trat die Nachfolge von Phil Neville an. Viele Spiele gab es unter ihrer Leitung also noch nicht. Wiegman ließ dabei überwiegend in einer offensiven 4-3-3 Formation spielen. Dies war auch ihr Lieblingssystem als niederländische Trainerin. Wir denken deshalb, dass sie es auch bei der EM 2022 zum Einsatz bringt.

Tor

Das Tor gehört in der englischen Frauen-Nationalmannschaft Mary Earps (Manchester United). Ihre erste Vertreterin ist wohl Hannah Hampton (Aston Villa), als Nummer 3 schaffte Ellie Roebuck (Manchester City) den Sprung in den England-Kader.

Verteidigung

Linksverteidigerin bei England dürfte entweder die routinierte Rachel Daly (Houston) Dash) oder Demi Stokes (Manchester City) sein. Ihre ehemalige Vereinskollegin Lucy Bronze, die nach der EURO für den FC Barcelona auflaufen wird, ist auf der rechten Seite gesetzt.

Die Innenverteidigung bilden vermutlich Allrounderin Alex Greenwood (Manchester City) und Millie Bright (FC Chelsea). Die jungen Defensiv-Talente Lotte Wubben-Moy (FC Arsenal) und Jess Carter (FC Chelsea) stehen ebenfalls im englischen Aufgebot.

Mittelfeld

Wiegman hat zuletzt die eigentliche Abwehrchefin und Kapitänin Leah Williamson (FC Arsenal) öfters im Mittelfeld spielen lassen. Sie dürfte hier an der Seite von Ella Toone (Manchester United) agieren. Bei einem 4-3-3 dürfte Lauren Hemp (Manchester City) die dritte Position im Mittelfeld einnehmen.

Ebenfalls im Kader stehen die äußerst routinierte Jill Scott (Aston Villa), Georgia Stanway (Bayern München) und Keira Walsh (Manchester City). Die ehemalige englische Kapitänin Steph Houghton wurde von Wiegman nicht für den finalen Frauen EM England Kader nominiert.

Angriff

Englands Dreiersturm bestand unter Cheftrainerin Wiegman überwiegend aus Fran Kirby (FC Chelsea), Nikita Parris (FC Arsenal) und Ellen White (Manchester City), die sich erst kurz vor Turnierstart an Corona erkrankt war. Die Trainerin vertraut diesbezüglich also auf erfahrene Spielerinnen, es bleibt aber abzuwarten, wie fit White nach ihrer Genesung ist.

Beth England (FC Chelsea), Beth Mead (FC Arsenal), Chloe Kelly (Manchester City) und Alessia Russo (Manchester United) müssen vermutlich auf der Bank auf einige Einsatzminuten hoffen.

Die englische Frauen-Nationalmannschaft im Überblick

Die wichtigsten Infos🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 England
TrainerinSarina Wiegman 🇳🇱
Größter Erfolg3. WM 2015, Finale EM 1984 & 2009
RekordtorschützinKelly Smith (46 Tore)
RekordspielerinFara Williams (172)
Star des TeamsLucy Bronze
SpitznameLionesses
FIFA-Weltrangliste8. Platz (Stand: 06/2022)
Höchster Sieg13:0 über Ungarn (2005)
Höchste Niederlage0:8 gegen Norwegen (2000)
EM-Teilnahmen7

Englands Talente bei der Frauen-EURO 2022

Hemp ist das größte Talent im Kader der Engländerinnen, die unter Wiegman tatsächlich auch zum Einsatz kommt. Sie wird bei der Heim-EM 21 Jahre alt sein. Mittelfeldspielerin Ella Toone von Manchester United ist bei der Endrunde im eigenen Land 22 Jahre und darf ebenfalls mit genügend Einsatzzeit rechnen.

Ansonsten wird es dünn im Nachwuchs mit Einsatzchancen. Bis auf die beiden Ersatztorhüterinnen sind die weiteren jüngeren Spielerinnen im England Frauen-EM Kader dann schon 23 Jahre alt.

Englands Chancen bei der Frauen-EM 2022

Die Frauen-EURO 2022 Gruppe A erscheint für England lösbar. Es geht gegen Österreich, Norwegen und Nordirland. Gegen letztere hat das englische Frauen-Nationalteam in der WM-Qualifikation seine Überlegenheit deutlich unter Beweis gestellt. Österreich hat ebenfalls nicht das Potenzial der Lionesses.

Norwegen wird eine Herausforderung, aber sollte auch zu bewältigen sein. Im Viertelfinale wird das Turnier dann aber vermutlich scharf. Hier geht es schließlich nach aller Wahrscheinlichkeit gegen Deutschland oder Dänemark. Setzen sich die Engländerinnen dabei durch, dürfte Wiegmans Ex-Team im Frauen EM 2022 Halbfinale warten. Dann ist alles möglich, natürlich auch der Einzug ins Finale. Mit dem Heimvorteil im Rücken zählen die Engländerin für uns auch zu den Frauen-EM Favoriten.

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