Frankreich Kader bei der Frauen-EURO 2022

Frankreich gehört ohne jeden Zweifel zu den größten Fußballnationen der Welt. Bislang waren es allerdings vor allem die Männer, die hierfür sorgten. Das Frauen-Team hing bislang durch. Das beste Resultat der Französinnen war ein vierter Platz bei der WM 2011. Inzwischen hat die Mannschaft aber eine rasante Entwicklung genommen. Zuletzt besiegte man Teams wie Deutschland und England.

Les Bleus sind deshalb ein ernsthafter Anwärter auf den Titel bei der Frauen-EURO 2021 in England. Die Endrunde wird wegen der Pandemie mit einem Jahr Verspätung ausgetragen, aber behält ihren eigentlichen Namen. Dies sei kurz zur Erklärung angeführt, weshalb du hier EM 2022 und EURO 2021 liest.

Zurück zu Frankreich: Wir stellen dir hier den Kader des Frauen-EM Teams 2022 von Trainerin Corinne Diacre vor, der das Vorhaben Titelgewinn realisieren soll. Dabei stützen wir uns maßgeblich auf die Nominierungen der letzten Jahre. Ähnliches gilt dafür, wer nach unserer Meinung in der Startelf der Französinnen stehen wird. Frankreich bekommt es in Gruppe D mit Italien, Belgien und Island zu tun.

>> Alle Frauen-EM Gruppen 2022 im Überblick.

Frankreichs Team im Frauen-EM 2022-Check

Diacre war als Spielerin lange Kapitänin der Nationalmannschaft Frankreichs. Sie schoss im November 2002 das entscheidende Tor, durch das sich das Frauen-Team von Les Bleus erstmals für eine WM qualifizieren konnte – und dies als Abwehrspielerin. Ihre aktive Karriere beendete sie 2005 und nahm zwei Jahre später eine erste Stelle als Trainerin an. 2014 schrieb sie in dieser Funktion Geschichte: Sie wurde die erste Französin, die ein Männer-Profi-Team in ihrem Heimatland betreute.

Es handelte sich um Clermont Foot, wo sie drei Jahre blieb, bevor sie das Frauen-Nationalteam 2017 übernahm. Dieses lässt sie mit Vorliebe in einem offensiven 4-3-3 spielen. Dieses System wird deshalb auch die Basis für „unsere“ Nominierung sein.

Tor

Im Tor ist Pauline Peyrauf-Magnin (Juventus Turin) unter Diacre gesetzt. Die Nummer 2 ist Solene Durand (FCO Dijon). Dritte Keeperin ist Mylene Chavas (Girodins Bordeaux). Daran dürfte sich bis einschließlich der EM nichts ändern, wenn es keine Verletzung gibt.

Verteidigung

Diacre schickte zuletzt immer dieselbe Viererkette aufs Feld, wenn die Spielerinnen fit waren. Diese dürfte deshalb auch bei der EM erste Wahl sein. Rechtsverteidigerin ist Elisa De Almeida (Paris Saint-Germain). Auf der linken Seite spielt Perle Morroni (Olympique Lyon). Die Innenverteidigung bilden Eve Perisset (Girodins Bordeaux) und Kapitänin Wendle Renard (Olympique Lyon).

Erste Alternative für alle Positionen in der Kette ist Aissatou Tounkara (Atletico Madrid). Ebenfalls nominiert werden dürften für die Abwehr Sakina Karchoui (Paris Saint-Germain), Marion Torrent (HSC Montpellier), Hawa Cissoko (West Ham United) und eventuell Oceane Deslandes (Stade Reims).

Mittelfeld

Wirklich gesetzt ist im Mittelfeld lediglich Grace Geyoro (Paris Saint-Germain). Oft darf aber Charlotte Bibault (Girodins Bordeaux) an ihrer Seite spielen, die wir deshalb bei der EM ebenfalls in der Startelf sehen. Wir tippen, dass Amel Majri (Olympique Lyon) diesen Mannschaftsteil vervollständigt, da sie 2021 das Vertrauen gegen Länder wie Deutschland und die Schweiz bekam.

Sicher mit zur EM fahren dürften auch Sandy Baltimore (Paris Saint-Germain), Ella Palis (Girodins Bordeaux), Kenza Dali (FC Everton) und Sandie Toletti (UD Levante). Sollte Baltimore für den Sturm nominiert werden, könnte auch Aminata Diallo (Paris Saint-Germain) den Sprung in den Kader schaffen.

Angriff

In der Startelf im Sturm sehen wir Vivianne Asseyi (FC Bayern München), Kandidiatou Diani (Paris Saint-Germain) und ihre Vereinskollegin Marie-Antoinette Katoto. Rekordtorschützin Eugenie Le Sommer (OL Reign) stand zuletzt nicht im Kader, dürfte aber trotzdem nominiert werden. Zu wichtig ist allein ihre Präsenz. Melvine Malard (Olympique Lyon), Valerie Gauvin (FC Everton) und Delphine Cascarino (Olympique Lyon) dürften den Sprung in den Kader ebenfalls schaffen.

Die französische Nationalmannschaft bei der Frauen-EM 2022

Die wichtigsten Infos 🇫🇷 Frankreich
Trainerin Corinne Diacre 🇫🇷
Größter Erfolg Platz 4 WM 2011
Rekordtorschützin Eugenie Le Sommer (86 Tore)
Rekordspielerin Sandrine Soubeyrand (198 Einsätze)
Wertvollste Spielerin Kadidiatou Diani (€250.000, Stand: 11/2021)
Spitzname Les Bleus
FIFA-Weltrangliste 5. Platz (Stand: 11/2021)
Höchster Sieg 14:0 vs. Bulgarien & Algerien (2013/1998)
Höchste Niederlage 0:7 vs. Deutschland (1992)
EM-Teilnahmen 7

Frankreichs Talente bei der Frauen-EURO 2021

Talente fehlen Frankreich im Moment. Die jüngste Spielerin, die realistische Chancen auf einen Platz in der Startelf hat, ist Elisa De Almeida. Sie wird bei der EM bereits 24 Jahre alt sein. Gleiches gilt für Angreiferin Marie-Antoinette Katoto. Ein großes Problem ist dies aber im Moment nicht.

Die wohl älteste Spielerin bei der EM wird 33 sein. Insgesamt stehen wohl nur vier bis fünf Akteurinnen im Aufgebot, die über 30 sind. Mittel- und langfristig muss Frankreich allerdings darauf achten, dass Talente den Sprung ins A-Team schaffen können.

Frankreichs Chancen bei der Frauen-EM 2022

Es wäre den Französinnen zu gönnen, dass sie den ganz großen Wurf schaffen. In so vielen Turnieren fehlte eigentlich nicht viel. Und die Gruppe D der Frauen-EM 2022 scheint mit Italien, Belgien und Island als Konkurrenz auch machbar zu sein.

Danach geht es aber vermutlich gegen die Niederlande oder Schweden. Und diese beiden Teams sind auf dem Papier noch ein gutes Stück besser. Positiv gewendet: Übersteht Frankreich das Viertelfinale, zählen sie zu den absoluten Favoriten der Frauen-EM 2022 und  der Titelgewinn ist absolut realistisch.