Frankreichs Frauen WM 2023 Kader in der Analyse

Wer an Fußball und an Frankreich denkt, der hat einige der besten Spieler aller Zeiten vor Augen. Die Gedanken wandern anschließend zu erfolgreichen Mannschaften, die alle Erwartungen übererfüllen und immer wieder Titel gewinnen konnten. Das Problem für das französische Frauen-Team ist: Die Gedanken drehen sich dann stets um die Herren-Mannschaften. Die Frauen konnten bislang nicht nachziehen.

Die Frauen-WM 2019 im eigenen Land galt durch den Heimvorteil als große Chance, aber es klappte nicht. Bei der EM 2022 in England war die deutsche Mannschaft zu stark für die Französinnen, man scheiterte im Halbfinale. Bei der Weltmeisterschaft 2023 in Neuseeland und Australien soll es nun endlich klappen. Die französischen Damen sind in der Frauen WM 2023 Gruppe F am Ball und messen sich unter anderem mit Brasilien und Jamaika. Wir haben den Kader von Les Bleus für euch analysiert.

Spielplan von Frankreich bei der Frauen WM 2023

Frankreichs WM 2023 Spiele

23.07.2023 – 12:00
Sydney, Gruppe F
Frankreich-:-Jamaika
Frankreich vs Jamaika
29.07.2023 – 12:00
Brisbane, Gruppe F
Frankreich-:-Brasilien
Frankreich vs Brasilien
02.08.2023 – 12:00
Sydney, Gruppe F
Qualifikant-:-Frankreich
Playoff C vs Frankreich

Frankreich in der Tabelle

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Frankreichs Frauen-Nationalmannschaft im Check und mögl. Aufstellungen

Bei der Frauen-EM 2022 führte der Weg bis ins Halbfinale. Bis zum Duell mit Deutschland gewannen die Französinnen jede Partie – und kegelten die damaligen Titelverteidigerinnen Niederlande aus dem Wettbewerb. Frankreich trat dabei in jeder Partie mit einem 4-3-3 an. Es ist daher auch davon auszugehen, dass wir dieses System bei der WM in Australien und Neuseeland wiedersehen werden.

Tor

Das französische Tor gehört Pauline Peyraud-Magnin (FC Juventus). Sie wird auch bei der Weltmeisterschaft 2023 zwischen den Pfosten stehen. Als Ersatz gibt es bei den Französinnen eine besondere Situation: Die Nummer 2 Mylene Chavas und die Nummer 3 Justine Lerond spielen mit Girodins Bordeaux beim identischen Vereinen.

Abwehr

Die Abwehr ist das Prunkstück der französischen Mannschaft. Das Sagen im Defensiv-Verbund hat Kapitänin Wendie Renard (Olympique Lyon), die schon seit zahlreichen Jahren im Frankreich-Trikot aufläuft. An ihrer Seite steht Eve Perisset (FC Chelsea). Links in der Kette dürfte Sakina Karchaoui (Paris Saint-Germein) spielen. Rechts erwarten wir Marion Torrent (HSC Montpellier). Ebenfalls im Kader stehen werden nach unserer Einschätzung Hawa Cissoko (West Ham United), Julie Thibaud (Girodins Bordeaux) und Elisa De Almeida (Paris Saint-Germain). Letztere ist auch eine heiße Anwärterin auf die Startelf.

Mittelfeld

Das erste Mittelfeld bei der EM bildeten Grace Geyoro (Paris Saint-Germain), Sandie Toletti (Real Madrid) und Charlotte Bilbaut (HSC Montpellier). Die Chancen stehen nicht schlecht, dass dies auch bei der WM der Fall sein wird. Ebenfalls im Kader sehen wir Kenza Dali (Aston Villa), Ella Palis (Girodins Bordeaux), Clara Mateo (FC Paris) und eventuell auch Melvine Malard (Olympique Lyon), die allerdings auch für den Sturm nominiert werden könnte.

Angriff

Gesetzt im Angriff ist der französische Superstar Kadidiatou Diani (Paris Saint-Germain). An ihrer Seite spielten bei der EM regelmäßig Delphine Cascarino (Olympique Lyon) sowie Sandy Baltimore (Paris Saint-Germain). Bei der WM dürften wir diese Konstellation wiedersehen. Im Kader dürften außerdem Lindsey Thomas (AC Mailand), Maelle Garbino (Girodins Bordeaux), Viviane Asseyi (West Ham United) und Kessya Bussy (Stade Reims) stehen.

Möglicherweise schafft auch Mathilde Bourdieu (FC Paris) den Sprung ins Team. Auf die Top-Stürmerinnen Le Sommer und Amandine Henry, die bei Olympique Lyon unter Vertrag stehen, dürfte Cheftrainerin Diacre wie bei der EM 2022 erneut verzichten.

Wichtig zu wissen für die französische Mannschaft: Trainerin Corinne Diacre fasst Mittelfeld und Angriff gerne als ein Gesamtkonstrukt auf. Viele Stürmerinnen lassen sich zwischenzeitlich nach hinten fallen. Mittelfeldspielerinnen dürfen immer auch mit in die Spitze gehen, solange sie abgesichert sind. Es sieht deshalb in einigen Spielen zeitweise so aus, dass nur zwei Stürmerinnen oder Mittelfeldspielerinnen auf dem Feld stehen.

Wenn der Ball dann allerdings rollt, sorgen die fließenden Übergänge für ein Überzahlspiel in allen Mannschaftsteilen. Gegen Deutschland bei der EM ist Frankreich mit diesem Konzept allerdings ins offene Messer gelaufen. Das DFB-Team überließ den Französinnen den Ball und sah zu, wie sich die Mannschaft müde lief. Die Entscheidung im Halbfinale folgte nicht ohne Grund durch ein Tor in der 76. Minute.

Die französische Frauen-Nationalmannschaft bei der WM 2023

Die wichtigsten InfosFrankreich 🇫🇷
TrainerCorinne Diacre 🇫🇷
Größter Erfolg4. Platz bei der WM 2011
RekordtorschützinEugenie Le Sommer – 86 Tore (Stand: 29.11.2022)
Star des TeamsWendie Renard (Olympique Lyon)
SpitznameLes Bleus
FIFA-Weltrangliste5. Platz (Stand: 09.12.22)
Höchster Sieg14:0 über Algerien & Bulgarien (1998, 2013)
Höchste Niederlage0:7 gegen Deutschland (1992)
WM-Teilnahmen5 (inkl. WM 2023)

Frankreichs Talente im Kader: kein Mega-Juwel vorhanden

Frankreichs Frauen-Nationalteam produziert nicht am Fließband die Jahrhunderttalente, wie es die Männer-Auswahl tut. Zu beachten sind insbesondere Malard auf einer der Offensiv-Positionen und Palis. Ansonsten sieht es eher mau aus, was den französischen Nachwuchs angeht. Problematisch ist dies (noch) nicht, weil viele Leistungsträgerinnen im besten Alter sind.

Wie weit kommen Frankreichs Damen bei der WM 2023?

Die gute Nachricht zuerst für Frankreich: Das Team sollte die Gruppenphase überstehen können. Brasilien wird dabei vermutlich die härteste Nuss, aber auch diese können und sollten Les Bleus knacken. Danach wird es allerdings spürbar härter.

Die EM zeigte, dass sich Frankreich gegen Top-Teams durchsetzen kann, aber Probleme bekommt, wenn es gegen defensivstarke und taktische disziplinierte Mannschaften geht. Und es kann gut sein, dass es im Frauen WM 2023 Achtelfinale ausgerechnet wieder gegen Deutschland gehen wird. Frankreich ist keines der Teams mit den größten Titelchancen.

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