Schwedens Kader für die Frauen-Europameisterschaft 2022

Schweden gehört zu den erfolgreichsten Frauen-Nationalteams, die es gibt. Einen beeindruckenden Beweis lieferte die Mannschaft bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio, wo sie Silber gewann. Bei der letzten WM (2019) reichte es immerhin zum dritten Platz. Auch bei den Europameisterschaften war die Mannschaft bereits erfolgreich unterwegs. Nach dem Sieg 1984 folgte ein zweiter Platz drei Jahre später. 1995 und 2001 reicht es erneut für Silber. 2013 kam Schweden bis ins Halbfinale.

Es ist daher wohl kein zu gewagter Tipp, dass die Schwedinnen diesen Erfolg bei der Frauen-EM 2022 in England wiederholen und noch etwas besser abschneiden möchten. Der letzte große Titel ist viel zu lange her und das Team zählt eben zu den besten, die es gibt. Wir betrachten in diesem Artikel, mit welchem Kader Schweden das Projekt Europameisterin angehen könnte.

Dabei stützen wir uns insbesondere auf die Spiele der Jahre 2020 und 2021, da diese den besten Eindruck davon vermitteln, welche Akteurinnen bei Coach Peter Gerhardsson derzeit hoch in der Gunst stehen.

Schwedens Team im Frauen-EM 2022-Check

Schweden beherrscht eine Vielzahl von Systemen. Das Team spielte in den vergangenen Jahren häufig in einem 3-4-3, einem 4-4-2, einem 4-2-3-1 und einem defensiven 4-3-3. Das letzte System kam dabei am häufigsten zum Einsatz. Aus diesem Grund werden „unseren“ schwedischen EM-Kader für die Frauen-EURO 2021 in England in der entsprechenden Form nominieren.

Tor

Im Tor spielte zuletzt fast immer Hedvig Lindahl (Atletico Madrid). Lediglich bei Olympia musste sie einmal für Jennifer Falk (BK Häcken) weichen. Lindahl wird deshalb wohl auch bei der EM im Tor stehen. Da sie hier schon 39 Jahre alt ist, wird es vermutlich ihr letztes großes Turnier sein. Die zehn Jahre jüngere Falk ist ihr logischer Ersatz. Als dritte Keeperin dürfte Zecira Musovic (FC Chelsea) mit zur EM fahren.

Verteidigung

Nilla Fischer (FC Linköpings) ist eigentlich die Kapitänin des Teams. In Pflichtspielen steht sie aber kaum noch in der Startelf. Die Kette bilden in der Regel Rechtsverteidigerin Nathalie Björn (FC Everton), Linksverteidigerin Magdalena Eriksson (FC Chelsea) und die beiden Innenverteidigerinnen Hanna Glas (FC Bayern) sowie Amanda Ilested (Paris Saint-Germain).

Letztere kann aber auch auf den Außenpositionen agieren. Neben Fischer dürften Linksverteidigerin Jonna Andersson (FC Chelsea) sowie die Allrounderinnen Emma Berglund (FC Rosengard), Emma Kullberg (BK Häcken) und Elin Rubensson (BK Häcken) mit zur EM fahren.

Mittelfeld

Das Dreier-Mittelfeld bildeten bei Olympia vorwiegend Filippa Angeldahl (Manchester City), Caroline Seger (FC Rosengard) und Kosovare Asilani (Real Madrid). Die beiden letztgenannten Spielerinnen sind allerdings nach Olympia zurückgetreten. Ihre Plätze dürften Sofia Jakobsson (FC Bayern) und Stina Blacktenius (BK Häcken) einnehmen können. Anna Anvegard (FC Everton), Julia Roddar (Washington Spirit), Hanna Bennison (FC Everton) und Lina Hurtig (Juventus Turin) dürften mit zur EM fahren.

Angriff

Im Angriff ist Fridolina Rolfö (FC Barcelona) gesetzt. Im defensiven 4-3-3 spielten Hurtig und Jakobsson oft an ihrer Seite. Blackstenius ist ebenfalls eine Kandidatin für den Sturmposition. Nominiert für diesen Mannschaftsteil werden vermutlich auch Olivia Schough (FC Rosengard), Rebecka Blomqvist (VfL Wolfsburg), Madelen Janogy (IF Hammarby), Filipa Curmark (BK Häcken) und Julia Zigiotti Olme (BK Häcken).

Die schwedische Nationalmannschaft bei der Frauen-EM 2022

Die wichtigsten Infos 🇸🇪 Schweden
Trainer Peter Gerhardsson 🇸🇪
Größter Erfolg EM-Titel 1984
Rekordtorschützin Lotta Schelin (88 Tore)
Rekordspielerin Caroline Seger (225 Spiele)
Wertvollste Spielerin Sofia Jakobsson (€ 225.000, Stand: 11/2021)
Spitzname Tre Kronor
FIFA-Weltrangliste 2. Platz (Stand: 11/2021)
Höchster Sieg 17:0 über Aserbaidschan (2010)
Höchste Niederlage 0:4 (insgesamt 7 Mal)
EM-Teilnahmen 9

Schwedens Talente bei der Frauen-EURO 2021

Schweden hat viele Stärken, die das Land zu einem heißen Anwärter auf den EM-Titel machen können. Talentförderung gehörte zum Leidwesen der Fans allerdings nicht dazu. Mit Hanna Bennison wird wohl nur eine Spielerin beim Turnier unter 20 Jahre alt sein. Wenn der Ball rollt, ist sie 19. Immerhin stehen die Chancen auf Einsätze für die zentrale Mittelfeldspielerin gut. Zuletzt stand sie zumindest stets im Kader. Seit ihrem Debüt für das A-Team im Jahr 2019 konnte sie 19 Spiele für Schweden machen (Stand: 1. November 2021).

Dann wird es sehr rar mit den Talenten. Die zweitjüngste Spielerin im vermutlichen Kader ist nach aller Wahrscheinlichkeit Julia Ziglotti Olme mit dann 23 Jahren. Einige der Schwedinnen werden bei der EM 24 sein. Sechs Spielerinnen, die wir nominiert haben, wären 30 oder älter. Das Problem würde sich noch verschlimmern, falls Seger und Asilani doch noch einmal ihr Comeback geben sollten.

Schwedens Chancen bei der Frauen-EM 2022

Die Frauen-EURO 2022 Gruppe C der Schwedinnen bei der Endrunde in England hätte fraglos leichter sein können. Der Vize-Olympiasieger bekommt es mit den Niederlanden zu tun – es geht also gegen die Titelverteidigerinnen. Außerdem spielt Schweden gegen Russland und die Schweiz. Platz 2 reicht zum Weiterkommen, was definitiv möglich ist.

Im Viertelfinale geht es vermutlich gegen Italien oder Frankreich. Dann im Halbfinale könnten Deutschland oder England kommen – hier steht nach den Niederlanden der ultimative Härtetest an, ob das Team bereit für den Titelgewinn ist. Das Potenzial hat die Frauen-EM Mannschaft 2022 in jedem Fall. Aber kann sie es auch abrufen?