Kader der Schweiz bei der Frauen-EM 2022

Bei der Frauen-EM 2022 ist die Schweiz eher Außenseiter. Die Endrunde in England ist erst die zweite, für die sich das Frauen-Team der Nati qualifizieren konnte. Die erste Teilnahme war zudem nicht sonderlich überschaubar. 2017 war in der Vorrunde Schluss. Doch diese Sichtweise ist zu eindimensional. Die Schweiz hat in den vergangene Jahren eine Entwicklung genommen. Die erste WM-Teilnahme 2015 führte bis ins Achtelfinale. Zwei Jahre später gelang die Qualifikation für eine EM, die nun erneut geschafft wurde. Die Schweiz wird stärker, zählt aber dennoch nicht zu den Favoriten der Frauen-EURO 2022.

Die Losgötter haben es allerdings nicht sonderlich gut mit der Nati mit Blick auf die Frauen-EURO 2021 gemeint. In der Frauen-EM Gruppe C 2022 bekommt man es mit den Titelverteidigerinnen aus den Niederlanden, Schweden und Russland zu tun. Unter den Gegnerinnen sind also zwei Teams, die Ansprüche auf den Titel anmelden. Die Schweiz möchte dennoch positiv überraschen. Wir zeigen, mit welchem Team der dänische Trainer Nils Nielsen dieses Vorhaben angehen könnte.

Schweiz‘ Team im Frauen-EM 2022-Check

Wir stützen uns bei unserer Kadernominierung vor allem auf die Spiele in der jüngsten Zeit. Diese Partien geben schließlich am besten einen Rückschluss darüber, wer beim Trainer derzeit besonders weit oben in der Rangordnung steht. Ähnlich gehen wir beim System vor. Die Nati spielte zuletzt in einem 4-1-4-1, einem 3-5-2 und einem 4-4-2. Am häufigsten kam dabei das 4-1-4-1 zum Einsatz, weshalb wir es für „unsere“ Kadernominierung heranziehen werden.

Tor

Das Tor gehört Gaelle Thalmann (Betis Sevilla), die schon seit 2007 für die Nati spielt. Sie machte zuletzt fast alle Partien, weshalb davon auszugehen ist, dass ihr Stammplatz nicht wackelt. Ihre erste Vertreterin ist Seraina Friedli (FC Aarau). Als Nummer 3 hat die talentierte Elvira Herzog (1. FC Köln) die besten Chancen auf die EM-Teilnahme.

Verteidigung

In der Viererkette dürften Rechtsverteidigerin Luana Bühler (TSG Hoffenheim), Linksverteidigerin Julia Stierli (FC Zürich), Innenverteidigerin Rahel Kiwic (FC Zürich) und Defensiv-Allrounderin Noelle Maritz (FC Arsenal) die besten Karten haben. Spannend: Nielsen ließ zuletzt die eigentliche Stürmerin Ana-Maria Crnogorcevic (FC Barcelona) wiederholt in der Defensive agieren.

Ansonsten dürften Jana Brunner (FC St. Gallen), Rachel Rinast (1. FC Köln), Lorena Baumann (Prottur Reykjavik) und Tyara Buser (SC Freiburg) sehr gute Aussichten auf eine Nominierung haben. Ob sie auch spielen, bleibt abzuwarten. Nielsen hat zuletzt großes Vertrauen in sein Stammpersonal gehabt.

Mittelfeld

Im Mittelfeld erwarten wir Coumba Saw (FC Paris), Sandy Maendly (FC Servette), Kapitänin Lia Wältli (FC Arsenal), Alisha Lehmann (Aston Villa) und Sandrine Mauron (Eintracht Frankfurt). Den Sprung in den Kader schaffen nach unserer Meinung auch Lara Marti (Bayer Leverkusen), Seraine Plubel (FC Zürich), Riola Xhemalli (SC Freiburg) und Stefanie da Eira (Real Betis).

Angriff

Im Sturm hat sich Svenja Fölmli (SC Freiburg) festgespielt. Ihr steht Romana Bachmann (Paris Saint-Germain) möglicherweise zur Seite. Fabienne Humm (FC Zürich) wurde zuletzt überdies immer wieder eingewechselt. Die Chancen stehen gut, dass die erfahrene Akteurin ebenfalls mitfährt. Ob in der Offensive noch Platz für Crnogorcevic ist oder eben sie dauerhaft in die Defensive versetzt wird, bleibt abzuwarten. Immerhin ist sie die erfolgreichste Angreiferin in der Geschichte der Nati.

Die Nationalmannschaft der Schweiz bei der Frauen-EM 2022

Die wichtigsten Infos 🇨🇭 Schweiz
Trainer Nils Nielsen 🇩🇰
Größter Erfolg WM-Achtelfinale 2015
Rekordtorschützin Ana Maria Crnogircevic (65 Treffer)
Rekordspielerin Lara Dickenmann (135 Einsätze)
Wertvollste Spielerin S. Fölmli, L. Wälti (je € 70.000, Stand: 11/2021)
Spitzname Nati
FIFA-Weltrangliste 20. Platz (Stand: 11/2021)
Höchster Sieg 11:0 gegen Malta (2014)
Höchste Niederlage 0:11 gegen Deutschland (1994)
EM-Teilnahmen 2

Schweiz‘ Talente bei der Frauen-EURO 2021

Es klang weiter oben bereits an: Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren eine stetige Entwicklung durchlaufen. Dies gibt schon einen ersten Hinweis darauf, dass die Nati inzwischen eine hervorragend funktionierende Talentförderung im Frauenbereich hat. Das aktuelle Team spiegelt das in beeindruckender Form wider. Mehrere exzellente Talente befinden sich im Team, die dafür sorgen könnten, dass die Mannschaft in Zukunft noch viel besser wird.

Ganz vorne ist dabei natürlich Fölmli zu nennen. Die Angreiferin wird während des Turniers erst 19 Jahre alt sein. Das gleiche Alter wird ihre Freiburger Teamkollegin und Mittelfeldspielerin Riola Xhemaili haben. Alisha Lehmann zählt mit einem Alter von 23 Jahren während der Frauen-EM 2022 in England ebenfalls noch zu den Talenten. Und die Nati hat solche Spielerinnen in allen Mannschaftsteilen. Keeperin Elvira Herzog wird erst 22 sein. Livia Peng (FC Zürich), die ebenfalls Chancen hat, als Nummer 3 mitzuführen, ist dann sogar erst 21.

Schweiz‘ Chancen bei der Frauen-EM 2022

Die Zukunft der Nati kann sehr gut werden. Die jungen Spielerinnen haben hervorragendes Entwicklungspotenzial. Hinzu kommen gestandene Akteurinnen von denen Nielsen ganz genau weiß, was er erwarten darf. Doch reicht diese Mischung schon, um bei der Frauen-EURO 2021 eine wichtige Rolle zu spielen? Die Formkurve zeigte zuletzt steil nach oben.

Die letzte Niederlage in einem Pflichtspiel klassierte man im Dezember 2020 im Rahmen der EM-Qualifikation in einer für die Nati bedeutungslosen Partie. Optimismus wäre daher eigentlich angebracht – wenn die Gegnerinnen nicht derart brutal gut wären. Die EM in England gegen Schweden und die Niederlande kommt vermutlich zu früh für eine Überraschung.

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