Kader von Spanien bei der Frauen-EM 2022 – Check & Analyse

Im Frauen-Fußball konnte Spanien bislang nicht nachhaltig auf sich aufmerksam machen. Das Team ist weit von den Erfolgen entfernt, wie sie beispielsweise Deutschland feiern konnte. Das beste Resultat bei einem großen Turnier war ein Halbfinale bei einer EM – und dies war schon 1997.

Wer Spanien und erfolgreichen Fußball hört, der denkt deshalb gemeinhin an die Männer – zumindest bislang. Vor der Frauen-EM 2022 in England (offiziell: Frauen-EURO 2021) sind die Spanierinnen auf einmal bei einigen Buchmachern der Frauen-EURO Favorit 2022 schlechthin. Mit Alexia Putellas wissen sie nicht nur die teuerste Spielerin des Turniers in den eigenen Reihen, sondern auch die amtierende Weltfußballerin. Aber kann der Rest des Teams hier mithalten? Wir stellen dir den Kader Spaniens vor, mit dem Trainer Jorge Vilda das Projekt Titelgewinn nach unserer Ansicht angehen könnte.

Spaniens Team im Frauen-EM 2022-Check

Spanien gewann sämtliche Spiele des Jahres 2021. Dabei kassierte das Team nicht einen einzigen Gegentreffer. Die eigene Offensive war hingegen voll auf überzeugend. Zweistellige Resultate waren keine Seltenheit. Vilda bevorzugte fast immer ein 4-3-3, das offensiv ausgerichtet war. Wir gehen deshalb davon aus, dass dieses System ebenfalls bei der EM in England zum Einsatz kommen wird und nominieren entsprechend.

Tor

2021 ließ Vilda sowohl Misa Rodriguez (Real Madrid) wie auch Sandra Panos (FC Barcelona) viel spielen. Beide Torfrauen kamen in etwa auf eine ähnliche Spielzeit. Wir gehen deshalb davon aus, dass die beiden Spielerinnen auch um den Platz zwischen den Pfosten bei der EM kämpfen werden. Lola Gallardo (Atletico Madrid), Ersatz bei vorherigen Turnieren, dürfte maximal die Rolle als Nummer 3 bleiben.

Verteidigung

Abwehrchefin ist Irene Paredes (FC Barcelona). An ihrer Seite erwarten wir in der Innenverteidigung entweder Ivana Andres (Real Madrid) oder Ona Batlle (Manchester United). Linksverteidigerin dürfte Maria Leon (FC Barcelona) sein. Rechts hat wohl Andrea Pareira (FC Barcelona) die besten Karten. Sicherlich ebenfalls mit zur EM fahren werden Leila Ouahabi (FC Barcelona), Marta Corredera (Real Madrid) und Olga Carmona (Real Madrid).

Mittelfeld

Gesetzt im Mittelfeld ist natürlich Weltfußballerin Alexia Putellas (FC Barcelona). An ihrer Seite erwarten wir die beiden Vereinskolleginnen Patri Guljarro und Aitana Bonmati. Ebenfalls im Kader dürften Irene Guerrero (UD Levante), Teresa Abellaira (Real Madrid) und Anna Torroda (FC Valencia) stehen. Außerdem könnte auch Nerea Eizagirre (Real Sociedad San Sebastian) mit zur Endrunde fahren.

Angriff

Der Sturm der Spanierinnen stellt sich weitgehend von selbst auf, wenn alle Spielerinnen fit sind. Vom FC Barcelona dürften Rekordtorschützin Jennifer Hermoso sowie Mariona Caldentey auflaufen. Dazu kommt Esther Gonzales (Real Madrid). Ersatz sind Lucia Garca (Athletic Bilbao), Alba Redondo (UD Levante), Amaiur Sarriegi (Real Sociedad San Sebastian) und Athenea del Castillo (Real Madrid).

Die spanische Nationalmannschaft bei der Frauen-EM 2022

Die wichtigsten Infos 🇪🇸 Spanien
Trainer Jorge Vilda 🇪🇸
Größter Erfolg EM-Halbfinale 1997
Rekordtorschützin Jennifer Hermoso (42 Treffer, Stand: 12/2021)
Rekordspielerin Alexia Putellas (92 Einsätze, Stand: 12/2021)
Wertvollste Spielerin Alexia Putellas (€ 350.000, Stand: 12/2021)
Spitzname La Selección, La Furia Roja
FIFA-Weltrangliste 10. (Stand: 12/2021)
Höchster Sieg 17:0 über Slowenien (1994)
Höchste Niederlage 0:8 gegen Schweden (1996)
EM-Teilnahmen 4

Alle Damen-Teams der EURO 2022 im Überblick.

Spaniens Talente bei der Frauen-EURO 2021

Spanien hat in allen Mannschaftsteilen vielversprechende Talente in den eigenen Reihen, an denen das Land mittel- und langfristig noch sehr viel Spaß haben dürfte. Im Sturm ist dies beispielsweise die bei der EM 21-jährige Sarriegi. Diese lief bislang in fünf Partien für die iberische Auswahl auf und erzielte dabei stolze neun Treffer. Dieser Wert kann sich mehr als sehen lassen.

Von Real Madrid kommen mit Carmona und Abelleira zwei herausragende Spielerinnen für Abwehr und Mittelfeld, die bei der EM gerade einmal 22 Jahre alt sein werden – genau wie de Castilla für den Sturm, die ebenfalls für die Königlichen aufläuft.

Viele der jungen Spanierinnen sind zudem beidfüßig und haben trotz ihrer jungen Jahre bereits einige Erfahrungen im Verein und im Nationalteam gesammelt. Beispielhaft sei die bei der EM 23 Jahre alte Batlle genannt, die schon über ein Dutzend Mal für ihr Heimatland auflaufen konnte. Im Klartext bedeutet dies: Die Spanierinnen sind nicht nur jung und gut, sondern auch schon so reif, dass sie ihrem Team bei der EM helfen können.

Spaniens Chancen bei der Frauen-EM 2022

Normalerweise wäre Spanien mit diesem Team ein sicherer Tipp für das Weiterkommen. Allerdings könnte Frauen-EM 2022 Gruppe C kaum härter sein. Es geht gegen Rekord-Europameister Deutschland, Dänemark und Finnland. Letztere dürften kein Problem für die Spanierinnen sein.

Bei dem anderen skandinavischen Team und insbesondere bei der DFB-Auswahl sieht dies schon ganz anders aus. Spanien hatte seit geraumer Zeit keine Gegnerinnen dieses Kalibers mehr. Diesbezüglich könnte sich das so erfolgreiche Jahr 2021 als Fluch erweisen. Wer nur gegen Fallobst spielt, ist in einem richtigen Duell schnell überfordert.

Wir sehen Spanien im Kampf um den Gruppensieg mit Deutschland, vermuten aber, dass das DFB-Frauen-Team die Nase insgesamt etwas vorn hat. Wir glauben, dass sich die Iberinnen gegen die Däninnen durchsetzen werden. In der KO-Phase ist dann ohnehin alles möglich. Eins ist aber sicher: Schwächelt Spanien in einem Spiel in der Frauen-EURO Gruppe 2022, kann das Aus deutlich schneller als erwartet kommen.