Nur wenige Monate vor dem Anpfiff der WM 2026 droht dem Turnier eine unerwartete politische Nebenwirkung. Eine Maßnahme der US-Regierung unter Präsident Donald Trump sorgt aktuell für erhebliche Verunsicherung im internationalen Fußballumfeld.
Die Vereinigten Staaten haben die Bearbeitung bestimmter Visa-Anträge aus 75 Ländern vorübergehend ausgesetzt. Besonders brisant: 15 dieser Länder werden bei der WM 2026 mit Nationalteams vertreten sein, darunter auch Schwergewichte wie Brasilien.
Fans theoretisch erlaubt – praktisch in der Warteschleife
Offiziell betrifft der Stopp laut US-Außenministerium ausschließlich Einwanderungsvisa, also Anträge auf dauerhaften Aufenthalt oder Arbeitsaufenthalte. Touristenvisa, die für WM-Reisen entscheidend wären, sind formal nicht Teil des Einfrierens.
In der Praxis ist die Lage jedoch deutlich komplizierter. Interne Anweisungen an US-Konsulate – zuerst öffentlich gemacht durch die Daily Mail – verlangen eine besonders strenge Prüfung aller Anträge aus den betroffenen Staaten. Die Folge: lange Bearbeitungszeiten, Unsicherheit und ein reales Risiko, dass Visa nicht rechtzeitig genehmigt werden. Für viele Fans ist derzeit unklar, ob sie ihre Reise zur WM überhaupt planen können.
Gruppenphase unter besonderen Vorzeichen
Besonders auffällig ist die Situation in WM Gruppe C. Gleich drei der vier Teams – Brasilien, Marokko und Haiti – stammen aus Ländern, die von den verschärften Vorgaben betroffen sind. Spiele in Foxborough und Miami könnten damit ohne die sonst typischen farbenfrohen Fanlager aus Südamerika und Afrika stattfinden.
Diese WM-Teilnehmer sind betroffen
Folgende WM 2026 Mannschaften stehen aktuell auf der Liste der Länder mit eingefrorenen Visa-Verfahren:
- Brasilien
- Marokko
- Haiti
- Algerien
- Kap Verde
- Kolumbien
- Elfenbeinküste
- Ägypten
- Ghana
- Iran
- Jordanien
- Senegal
- Tunesien
- Uruguay
- Usbekistan
Gerade für die Anhänger der brasilianischen Seleção ist die Situation heikel: Ob sie ihr Team im Stadion unterstützen können, ist derzeit offen. Sportlich gesehen zählt die Mannschaft jedenfalls definitiv zu den WM-Favoriten und benötigt jede Unterstützung bei dem Fußball-Spektakel!
Sportlich alles klar – Stimmung ungewiss
Am sportlichen Ablauf der WM ändert sich nichts. Spieler, Trainer, Offizielle und Delegationen sind ausdrücklich von den Einschränkungen ausgenommen. Alle qualifizierten Teams werden antreten.
Doch ohne ihre Fans verliert das Turnier einen wesentlichen Teil seiner Identität. Die Bilder von Trommeln, Gesängen, Fahnen und gelben Trikots könnten in vielen Stadien fehlen – ein spürbarer Verlust für Atmosphäre und Erlebnis.
Druck auf die FIFA wächst
Eine offizielle Stellungnahme der FIFA steht bislang aus. Gleichzeitig steigt der Druck, schnell für Klarheit zu sorgen. Millionen Fans weltweit warten auf verbindliche Informationen. Auch die Gastgeberstädte haben ein starkes Interesse an Planungssicherheit, da internationale Besucher eine zentrale Rolle für die erwarteten Einnahmen spielen.
Eines ist bereits jetzt klar: Sollte es keine zeitnahe Präzisierung geben, beginnt die größte WM der Geschichte mit einem großen Fragezeichen – nicht auf dem Rasen, sondern auf den Rängen.