FIFA-Präsident Blatter im Visier

Nachdem bereits seit Monaten gegen die FIFA ermittelt wird und letztlich auch einige hochrangige Funktionäre des Weltverbandes festgenommen wurden – darunter Jeffrey Webb oder Eugenio Figueredo, die beide Mitglieder im FIFA Exekutivkomitee waren. Präsident Sepp Blatter wurde kurz darauf zwar dennoch wiedergewählt, kündigte wenig später aber seinen Rücktritt im Februar 2016 an.

Sepp Blatter
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Doch da könnte ihm jetzt die Schweizer Bundesanwaltschaft dazwischenkommen. Denn die ermittelt nun wegen ungetreuer Geschäftsführung und Veruntreuung gegen ihren Landsmann. Blatter soll TV-Rechte für die Weltmeisterschaften 2010 und 2014 weit unter Wert verkauft haben (alle Infos zur WM 2014). Im September 2005 soll er einen „für die FIFA ungünstigen Vertrag abgeschlossen“ haben. Angeblich verkaufte er die Übertragungsrechte für lediglich 600.000 US-Dollar an den damaligen FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner, der sie zwei Jahre später um 15 bis 20 Millionen weiterverkaufte. Aufgetauchten Dokumenten zufolge soll der Kaufvertrag damals nur von Blatter und Warner unterschrieben worden sein.

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Sepp Blatter wurde weiters auch zur Vorwürfen der Veruntreuung befragt – im Visier der Ermittler steht eine Zahlung von zwei Millionen Franken an UEFA-Präsident Michel Platini. Im Wortlaut lautet die Schuldschrift so: „Zudem wird Joseph Blatter eine treuwidrige Zahlung von zwei Millionen Franken (1,83 Mio. Euro) im Februar 2011 an Michel Platini (…) zu Lasten der FIFA vorgeworfen, angeblich für die zwischen Jänner 1999 und Juni 2002 geleisteten Dienste.“ Neben Blatter, der letzten Donnerstag im Anschluss an eine Sitzung des Exekutivkomitees verhört wurde, hat die Bundesanwaltschaft auch Michel Platini als Auskunftsperson befragt. Für den Franzosen, der im Februar neuer FIFA-Präsident werden wollte, könnte die Angelegenheit kein gutes Ende nehmen.

Mittlerweile ermittelt auch die Ethikkommission gegen Sepp Blatter. Sollte das Gremium der FIFA zu einer Entscheidung kommen, könnte Blatters Aus schneller kommen als gedacht. Auch wenn er weiterhin seine Unschuld betont.