Österreichs bangt um zwei Stars

In rund zwei Monaten startet auch für Österreichs Nationalteam die Europameisterschaft 2016 – genauer gesagt am 14. Juni, an dem das ÖFB-Team im ersten Gruppenspiel auf Ungarn trifft. Die Euphorie im Land ist groß, die Erwartungshaltung sehr hoch; denn alles andere als das Erreichen des EM Achtelfinale wäre bereits eine herbe Enttäuschung. Nun muss das Nationalteam aber einen ersten Rückschlag verkraften, denn gleich zwei absolute Leistungsträger müssen um die Teilnahme an der Endrunde bangen.

Marc Janko
Steindy (CC BY-SA 3.0)

Sowohl Stürmer Marc Janko als auch Abwehrchef Aleksandar Dragovic fallen verletzt gleich mehrere Wochen aus. Der Angreifer des FC Basel, der in der EM-Qualifikation sieben Tore erzielte und damit im Österreich Trikot bei 26 Toren in 52 Spielen steht, zog sich am Sonntag einen Muskelfaserriss zu. Beim 2:2 des Schweizer Serienmeister gegen den FC Zürich musste Janko bereits in der ersten halben Stunde ausgewechselt werden. Rund fünf Wochen wird der lange Stürmer nun ausfallen und erst Mitte Mai wieder auf den Platz zurückkehren.

Somit sollte einer EM-Teilnahme bei optimalem Heilungsverlauf nichts im Wege stehen. Dennoch bitter: aufgrund der Verletzung wird er einige Spiele des FC Basel verpassen und wohl auch die Führung in der Torschützenliste der Super League einbüßen. In der Schweizer Spitzenliga hält die „Strafraum-Kobra“ aktuell bei 16 Toren und damit bei einem mehr als Munas Dabbur.

Aleksandar Dragovic
Steindy (CC BY-SA 3.0)

Auch der zweite Spieler auf der Verletztenliste hat Schweizer-Vergangenheit. Aleksandar Dragovic spielte von 2011 bis 2013 beim FC Basel und seit dem in der Ukraine bei Dinamo Kiew. Dort ist er als Abwehrchef gesetzt und unumstrittener Führungsspieler. Nach einer zehntägigen Verletzungspause gab er am Wochenende sein Comeback, zog sich beim 3:0 seiner Mannschaft über Volyn Lutsk aber eine noch schwerere Verletzung zu. Nach einer unglücklichen Bewegung verspürte der 25-Jährige einen Schmerz im Knöchel, eine Untersuchung am Tag danach ergab folgende Diagnose: Bänderriss im Knöchel und Einriss von weiteren Bändern.

Dennoch hofft auch der Kiew-Star schnell wieder auf dem Platz stehen zu können. Das ambitionierte Ziel ist das Spitzenspiel gegen Liga-Rivale Shaktar Donetsk am 30. April. „Wer mich kennt weiß, dass ich so schnell wie möglich auf den Platz zurückkehren will, laut Ärzten werde ich mich aber bis zu drei Wochen gedulden müssen“, so Dragovic.

Von einem Ausfall der beiden Stammspieler ist also bei optimalem Heilungsverlauf nicht auszugehen. Sollten aber Komplikationen eintreten, wäre die EM sehr wohl in Gefahr. Für Österreich, das in EM Gruppe F auf Portugal, Ungarn und Island trifft, wäre das ein herber Rückschlag.