Islands Fußball Nationalteam im EM-Profil

Island FlaggeIn einer starken Gruppe mit der Niederlande, Tschechien und der Türkei gaben nur wenige Experten der Mannschaft Island eine Chance auf die Qualifikation für die EM 2016. Doch das Team aus dem hohen Norden sorgte für mächtig Aufsehen, führte die Tabelle sogar lange an und qualifizierte sich letztlich als Zweiter hinter Tschechien sogar direkt für das Turnier in Frankreich. Auch dank zweier kaum für möglich gehaltener Siege gegen den WM-Dritten Niederlande, der nun die EM-Endrunde von zu Hause aus verfolgen muss.

INFORMATIONEN zum Fußballteam von Island

Größte Erfolge: EM-Teilnahme 2016
Rekordtorschütze: Eidur Gudjohnsen (26 Tore)
Rekordspieler: Runar Kristinsson (101 Spiele)
Teuerster Spieler: Gylfi Sigurdsson (13 Mio. €)
Spitzname: Strakarnir okkar (Unsere Jungs)
FIFA Weltrangliste34. Platz
Höchster Sieg: Island – Färöer 9:0 (1985)
Höchste Niederlage: Dänemark – Island 14:1 (1967)
EM Teilnahmen: 2016

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Endgültiger EM Kader von Island

Tor: Hannes Halldorsson (FK Bodö/Glimt), Ingvar Jonsson (Sandefjord Fotball), Ögmundur Kristinsson (Hammarby IF)

Abwehr: Theodor Elmar Bjarnason (Aarhus GF), Haukur Heidar Hauksson (AIK Solna), Hjörtur Hermannsson (IFK Göteborg), Sverrir Ingi Ingason (KSC Lokeren), Hördur Björgvin Magnusson (AC Cesena), Birkir Saevarsson (Hammarby IF), Ragnar Sigurdsson (FK Krasnodar), Ari Freyr Skulason (Odense BK)

Mittelfeld: Kari Arnason (Malmö FF), Birkir Bjarnason (FC Basel), Johann Berg Gudmundsson (Charlton Athletic), Aron Einar Gunnarsson (Cardiff City FC), Emil Hallfredsson (Udinese Calcio), Gylfi Sigurdsson (Swansea City), Runar Mar Sigurjonsson (GIF Sundsvall), Arnor Ingvi Traustason (IFK Norrköping)

Angriff: Jon Dadi Bödvarsson (1. FC Kaiserslautern), Alfred Finnbogason (FC Augsburg), Eidur Gudjohnsen (Molde FK), Kolbeinn Sigthorsson (FC Nantes)

Island feierte seine Premiere auf der ganz großen Fußballbühne, nachdem es bislang noch nie einer Mannschaft aus dem mit lediglich rund 330.000 Einwohnern sehr kleinen Land gelungen war, sich für eine WM oder eine EM zu qualifizieren. Dass die Entwicklung positiv ist, deutete sich aber schon seit Jahren an. So schaffte es Island vor der WM 2014 bereits in die Play-offs, in denen dann aber Kroatien noch eine zu hohe Hürde war.

Nun aber ist es soweit und die Auswahl des schwedischen Trainers Lars Lagerbäck, der mit seinem Heimatland über Turniererfahrung verfügt, kann auf ganz großer Bühne die Fortschritte des isländischen Zufalls unter Beweis stellen. Ein Zufall ist die Entwicklung indes nicht, wurden doch vor Jahren unter anderem mit dem Bau riesiger Fußballhallen die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass trotz Schnee und schlechten Wetter auch im Winter bei guten Bedingungen trainiert werden kann. Die Früchte dieser Vorarbeit werden nun mit der ersten EM-Teilnahme geerntet. Zudem wird Island erstmals in einem Panini EM Stickeralbum vertreten sein.

Das EM Team von Island – der Kader

Tor

Die Nummer eins im Tor Islands ist der 31-jährige Hannes Thór Halldórsson (FK Bodö/Glimt), der neun der zehn Qualifikationsspiele bestritt. Als Halldórsson passen musste, sprang der fünf Jahre jüngere Ögmundur Kristinsson (Hammarby IF) ein, der als Nummer zwei gilt. Dahinter stehen mehrere Keeper zur Auswahl, durchgesetzt hat sich letztlich der 26-jährige Ingvar Jonsson (Sandefjord Fotball).

Abwehr

Mit Ragnar Sigurdsson verfügt Island über einen herausragenden Innenverteidiger, der mit FK Krasnodar Europa-League-Luft schnuppern durfte. Partner von Sigurdsson in der Innenverteidigung ist der bereits 33-jährige Kari Arnason, der mit Malmö FF sogar in der Champions League spielte und viel Erfahrung mitbringt. Dahinter stehen mit Sverrir Ingi Ingason (KRC Lokeren), Hördur Magnusson (AC Cesena) und Hjörtur Hermannsson (PSV Eindhoven) drei junge Spieler im EM-Kader, denen die Zukunft gehört. Auf der linken Abwehrseite ist Ari Freyr Skulason (Odense BK) eine feste Größe und auf rechts agiert in der Regel der gelernte Innenverteidiger Birkir Mar Saevarsson (Hammarby IF), was die grundsätzlich defensive Ausrichtung unterstreicht. Mit Haukur Heidar Hauksson (AIK Solna) könnte aber auch noch ein gelernter und offensivstärkerer Rechtsverteidiger dem Kader angehören.

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Gylfi Sigurdsson
Wikimedia, Andrzej Otrębski (CC BY-SA 3.0)

Mittelfeld

Prunkstück der Mannschaft von Trainer Lars Lagerbäck ist sicherlich das zentrale Mittelfeld, in dem Aron Gunnarsson (Cardiff City) und Gylfi Sigurdsson (Swansea City) auch als Leader fungieren. Die Rollenverteilung ist dabei klar. Gunnarsson konzentriert sich auf die Organisation der Defensive, während der torgefährliche Sigurdsson immer wieder mit nach vorne stößt. Nicht von ungefähr war der ehemalige Deutschland-Legionär mit sechs Treffern erfolgreichster Schütze in der EM-Qualifikation. Als Backup für das Mittelfeldzentrum fungiert vor allem Emil Hallfredsson von Udinese Calcio. Im in der Regel praktizierten 4-4-2 agieren auf den beiden Außenbahnen zwei eher offensiv ausgerichtete Spieler, wobei die linke Seite an Birkir Bjarnason (FC Basel) vergeben ist. Namensvetter Theodor Elmar Bjarnason (Aarhus GF) ist die erste Alternative, während rechts Johann Berg Gudmundsson (Charlton Athletic) normalerweise erste Wahl ist. Der 22-jährige Arnor Ingvi Traustason (IFK Norrköping) bot sich zuletzt aber als Option an und auch Angreifer Jón Bödvarsson (1. FC Kaiserslautern) kann als Rechtsaußen agieren.

Angriff

Bödvarsson ist aber auch ein Kandidat für den Zwei-Mann-Sturm, in dem Kolbeinn Sigthorsson (FC Nantes) gesetzt ist. Neben Bödvarsson bewirbt sich auch Alfred Finnbogason (FC Augsburg) um die Rolle als zweite Spitze. Möglich zudem, dass Altstar Eidur Gudjohnsen trotz seiner 37 Jahre noch als Joker Verwendung findet.

Players 2 Watch im EM Kader von Island

Interessant im isländischen EM-Kader sind sicherlich die drei jungen Innenverteidiger Sverrir Ingi Ingason (KRC Lokeren), Hördur Magnusson (AC Cesena) und Hjörtur Hermannsson (PSV Eindhoven), die sich aber noch hinter den arrivierten Spielern anstellen müssen. Dennoch hat Lars Lagerbäck, der nach der Endrunde zurücktreten wird, Weitsicht bewiesen und bereits für die Zukunft vorgesorgt. Gut möglich also, dass einer der drei in Frankreich die eine oder andere Einsatzminute bekommt.

Offensiv ist Arnor Ingvi Traustason (IFK Norrköping) ein interessanter Spieler; der 23-Jährige wurde in den letzten Wochen von einigen europäischen Top-Klubs beobachtet und gejagt, entschied sich nun aber für Rapid Wien. Somit hat Traustason seine Zukunft schon vor der Endrunde geklärt und kann befreit aufspielen – sicherlich kein Nachteil.

Chancen Islands bei der Europameisterschaft

Island ist in der EM Gruppe F mit Portugal und Österreich gemeinsam mit Ungarn Außenseiter, doch zumindest der dritte Platz ist sicher drin. Und an guten Tagen kann die defensivstarke Mannschaft sicherlich auch die beide Gruppenfavoriten ärgern. Island sollte man jedenfalls nicht schon im Vorfeld als sicheren Kandidaten für ein Aus nach der Vorrunde betrachten. Die Lagerbäck-Elf, die mit den beiden Sigurdssons, Gunnarsson und Sigthórsson über eine starke Achse verfügt, könnte zu einem Überraschungsteam avancieren. Das Erreichen des Achtelfinales der EM 2016 ist den Wikingern durchaus zuzutrauen.

Übersicht aller EM 2016 Teams