Saudi-Arabiens Trainer Pizzi legt sein Amt nieder

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Nach Milovan Rajevac (Thailand), Bernd Stange (Syrien) und Stephen Constantine (Indien) hat die Asienmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten einem vierten Trainer den Job gekostet.

Während Rajevac und Stange entlassen wurden, entschied sich Juan Antonio Pizzi wie zuvor bereits Constantine aus eigenem Antrieb seine Tätigkeit als Nationaltrainer Saudi-Arabiens zu beenden.

Damit kam Pizzi aber wohl nur seiner Demission nur den Verband zuvor. Am Tag nach der 0:1-Niederlage im Achtelfinale gegen Japan erklärte der 50 Jahre alte Argentinier seine Mission in Saudi-Arabien auch deshalb für beendet, weil keiner der Verantwortlichen auf ihn zugekommen sei, um über eine gemeinsame Zukunft zu sprechen:

„Meine Arbeit in der Nationalmannschaft ist erledigt, niemand hat mit mir über die Verlängerung meines Vertrages gesprochen“, so Pizzi, der seine weitere Zukunft für den Moment völlig offen gelassen hat: “Ich weiß immer noch nichts über meine nächste Herausforderung.“ 

Sieg gegen Ägypten bei der WM als Highlight

Zugleich zeigte sich Pizzi mit dem Abschneiden beim Asien-Cup nicht unzufrieden, obwohl nach zwei Auftaktsiegen gegen Nordkorea (4:0) und den Libanon (2:0) bereits die 0:2-Niederlage im abschließenden Gruppenspiel gegen Katar eine Enttäuschung darstellte, die aufgrund der angespannten politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern umso schwerer wog.

„Ich bin glücklich und dankbar für meine Spieler, sie haben getan, was ich von ihnen verlangt habe. Natürlich haben wir einige Fehler gemacht, aber wir werden von ihnen lernen“, hatte Pizzi kurz nach dem Spiel erklärt, sicherlich bereits wissend, dass seine Zeit als Nationaltrainer dem Ende entgegen geht.

Nach eineinhalb Jahren als Nationaltrainer von Chile, die mit dem Gewinn der Copa America 2016 gekrönt wurden, hatte Pizzi im November 2017 die saudi-arabische Auswahl mit dem Ziel übernommen, für die WM 2018 eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Das gelang aber nur bedingt.

Insbesondere die 0:5-Pleite im Eröffnungsspiel gegen Russland kostete Pizzi bereits viel Kredit, doch verbesserte Leistungen beim 0:1 gegen Uruguay und vor allem beim zwar unbedeutenden, aber prestigeträchtigen 2:1-Sieg über Ägypten sorgten dafür, dass der Verband an Pizzi festhielt.

In der Fußball Weltrangliste ist Saudi-Arabien derzeit auf dem 69. Rang zu finden.

Pizzi wünscht sich mehr Europa-Legionäre

Im Zuge seines Abschieds hatte Pizzi mit Blick auf Gegner Japan noch einen Rat für den saudi-arabischen Fußball parat. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir gegen eine der besten Mannschaften Asiens gespielt haben, wobei die meisten ihrer Spieler in europäischen Ligen aktiv sind.“

Damit Saudi-Arabien eines Tages wieder auf Augenhöhe mit Japan, Südkorea oder Australien agieren kann, erachtet es Pizzi als zwingend nötig, dass die Top-Spieler die international allenfalls zweit-, eher drittklassige heimische Liga verlassen und die Herausforderung Europa annehmen.

Allerdings ist fraglich, ob diese sicherlich gut gemeinte Empfehlung auch angenommen werden wird.