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Marokko: Kehrt Hakim Ziyech für WM zurück?

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Hakim Ziyech vor Marokko-Rückkehr?

Nach einem 1:1 im Hinspiel hat die marokkanische Nationalmannschaft im Rückspiel der afrikanischen WM-Quali 2022 das Ticket für die Weltmeisterschaft 2022 am Ende des Jahres in Katar mit einem 4:1-Heimsieg gegen die DR Kongo letztlich sehr souverän gelöst.

Bei der insgesamt sechsten WM-Teilnahme hoffen die “Löwen vom Atlas“ darauf, das bisher beste Abschneiden, den Achtelfinal-Einzug 1986 in Mexiko wiederholen oder vielleicht sogar toppen zu können. Auf jeden Fall aber will es die marokkanische Auswahl besser machen als 2018 in Russland, als man nach Niederlagen gegen Portugal und den Iran sowie einem Unentschieden gegen Spanien als Gruppenletzter die frühe Heimreise antreten musste.

Mit einem Doppelpack im Rückspiel avancierte der erst 21 Jahre alte Azzedine Ounahi, der in Frankreich bei SCO Angers spielt, zum entscheidenden Akteur. Superstar Achraf Hakimi (Paris St. Germain) und Tarik Tissoudali (KAA Gent) zeichneten für die beiden übrigen Treffer verantwortlich.

Tischtuch scheint komplett zerschnitten

Während das Trio der Torschützen seinen Platz im WM-Kader Marokkos sicher haben dürfte, existieren gut sieben Monate vor Beginn der ersten Winter-Weltmeisterschaft der Geschichte indes noch einige Fragezeichen. So ist im Moment keineswegs sicher, dass Trainer Vahid Halilhodzic trotz geschaffter Qualifikation auch in Katar auf der Bank sitzen wird.

Grund dafür sind die Differenzen zwischen dem 69-Jährigen, der bereits seit August 2019 in der Verantwortung steht, mit Hakim Ziyech (FC Chelsea) und Noussair Mazraoui (Ajax Amsterdam), die zusammen mit Hakimi sowie Torwart Bono und Mittelstürmer Youssef En-Nesyri (beide FC Sevilla) zu den bekanntesten und besten Profis des nordafrikanischen Landes zählen.

Dass das Tischtuch zwischen Ziyech und Mazraoui auf der einen sowie Halilhodzic auf der anderen Seite zerschnitten ist und keine Zusammenarbeit mehr möglich ist, wurde im Vorfeld der WM-Play-offs überdeutlich, als die beiden in den Niederlanden aufgewachsenen Akteure mit marokkanischen Wurzeln eine Rückkehr ins Nationalteam ablehnten.

Mazraoui hielt mit den Gründen dafür nicht hinter dem Berg, sondern übte offen und schonungslos Kritik am Verhalten des Trainers in der Vergangenheit: “Anderthalb Jahre lang wurde ich ohne Grund und Erklärung nicht in die Nationalmannschaft berufen. Ich habe mich noch nie so respektlos gefühlt und ehrlich gesagt denke ich nicht, dass ich es verdient habe. Auch danach hatte ich den Anstand, mit den Offiziellen des Verbands zu sprechen, ich habe es aus Liebe zu den Fans und der Mannschaft getan, aber leider hatte der Trainer keine Zeit, mit mir zu sprechen und mir zu erklären, was passiert ist.“

Halilhodzic schon zwei Mal nach geschaffter Qualifikation entlassen

Weil vonseiten des Verbandes gewünscht ist, mit Ziyech und Mazraoui nach Katar zu fahren, stehen dem marokkanischen Fußball spannende Tage bevor. Nicht ausgeschlossen ist aktuell, dass Halilhodzic seinen Hut nehmen muss und ein neuer Trainer präsentiert wird.

Für Halilhodzic, der mit Marokko schon die vierte Nation zu einer Weltmeisterschaft geführt und damit einen neuen Rekord aufgestellt hat, wäre es indes nichts Neues, nach geschaffter Qualifikation das folgende Turnier nicht mehr in verantwortlicher Position zu erleben.

Sowohl die Elfenbeinküste 2010 als auch Japan 2018 gingen mit anderem Trainer in die WM-Endrunde. Lediglich Algerien betreute der gebürtige Bosnier auch bei der WM 2014 und hatte im mit 1:2 nach Verlängerung nur knapp verlorenen Achtelfinale den späteren Weltmeister Deutschland am Rande der Niederlage.

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