WM 1954 in der Schweiz

Gastgeber: Schweiz
Teilnehmerzahl: 16
Gewinner: Deutschland
Finalist: Ungarn
Torschützenkönig: Sandor Kocsis (11 Treffer)

Gastgeber der fünften Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1954 war die Schweiz. 16 Mannschaften nahmen zur damaligen Zeit an der Endrunde teil, darunter zwölf Nationen aus Europa, zwei aus Südamerika sowie Mexiko und Südkorea, die Mittelamerika und Asien repräsentierten.

Umstrittener Gruppenmodus in der Vorrunde

Spielball Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz
Wikimedia: Leoguz (CC BY-SA 3.0)

Gespielt wurde in vier Gruppen mit je vier Teams. Die jeweils zwei Gruppenbesten stiegen ins Viertelfinale auf. Der Modus dieser Weltmeisterschaft war allerdings umstritten. Um die Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens eines der Top-Teams zu reduzieren, wurden lediglich zwei Gruppenspiele ausgetragen. Die gesetzten Teams ersparten sich somit ein direktes Aufeinandertreffen. Weiters wurde das Torverhältnis nicht für die Platzierung herangezogen. Bei Punktegleichheit zwischen zweiten und dritten Platz entschied ein Entscheidungsspiel um den Einzug ins Viertelfinale, bei den ersten beiden Plätzen entschied das Los. Der Spielball der WM 1954 in der Schweiz ist hier rechts zu sehen.

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In der Gruppe 2 kam es zu einem Entscheidungsspiel zwischen Deutschland und der Türkei. Beide Teams gewannen und verloren je eine Partie. Die Deutschen schlugen zunächst die Türken mit 4:1 mussten sich dann aber dem großen WM-Favoriten Ungarn mit 3:8 geschlagen geben. Die Türken gewannen indes zweites Spiel gegen Südkorea mit 7:0. Im der entscheidenden Begegnung setzte sich Deutschland souverän mit 8:3 durch.

Im Viertelfinale kam es zum Duell der beiden Nachbarstaaten Schweiz und Österreich. In einer packenden Partie musste sich der Gastgeber mit 5:7 geschlagen geben. Deutschland sorgte auf dem Weg zum Wunder von Bern die erste große Überraschung und warf das hochfavorisierte Jugoslawien mit 2:0 aus dem Bewerb. Ungarn gab sich keine Blöße und schlug Brasilien mit 4:2. Im Halbfinale bekamen es die Magyaren mit Titelverteidiger Uruguay zu tun. Die Südamerikaner schickten zunächst England nach Hause, mussten sich in der Runde der letzten vier Mannschaften aber mit 4:2 nach Verlängerung geschlagen geben.

Im zweiten Halbfinale sorgte Deutschland für die nächste Sensation. Das Überraschungsteam schlug Österreich mit 6:1 und zog ins Finale ein. Die Österreicher konnten sich mit einem Sieg gegen Uruguay rehabilitieren und feierten mit dem dritten Platz, das bis heute beste Ergebnis bei einer WM-Endrunde.

Das Wunder von Bern

Am 4. Juli 1954 blickte die ganze Welt nach Bern. Es war der Tag des Finales zwischen Ungarn und Deutschland. Nach dem deutlichen 8:3 Ungarns in der Vorrunde war die Favoritenrolle klar verteilt. Die Ungarn rund um die Wunderstürmer Sandor Kocsis und Ferenc Puskas sollten Ungarn zum ersten WM-Titel führen.  Das Spiel begann bei strömenden Regen wie erwartet. Puskas und Zoltan Czibor brachten Ungarn früh mit 2:0 in Führung. Doch die schon totgeglaubten Deutschen kämpften sich noch vor der Pause zurück und stellten durch Tore von Morlock und Rahn auf 2:2. In der 84. Minute gelang Helmut Rahn der entscheidende Treffer zum 3:2. Das Wunder von Bern war geboren.

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