Die Schweiz bei der EM 2016

Schweiz FlaggeNach einer langen Durstrecke ohne Teilnahme an einem großen Turnier, die von 1966 bis 1994, ist die Nationalmannschaft der Schweiz in der jüngeren Vergangenheit Stammgast bei Welt- und Europameisterschaft. Seit der WM 2006 war die Schweiz bei allen Weltmeisterschaften vertreten und bei den Kontinentalturnieren fehlte die Nati seit 2004 lediglich 2012 in Polen und der Ukraine. Im Sommer 2016 ist die Schweiz in Frankreich aber wieder dabei und das durchaus mit Ambitionen, die zum einen durch einen beachtlichen Kader und zum anderen auch durch Platz zwölf in der Weltrangliste der FIFA begründet werden.

INFOS ZU EM Mannschaft Schweiz

Größte Erfolge: WM-Viertelfinale 1934, 1938 & 1954
Rekordtorschütze: Alexander Frei (42 Tore)
Rekordspieler: Heinz Hermann (118 Spiele)
Teuerster Spieler: Granit Xhaka (35 Mio. €)
Spitzname: Nati
FIFA Weltrangliste15. Platz
Höchster Sieg: Schweiz – Litauen 9:0 (1924)
Höchste Niederlage: Ungarn – Schweiz 9:0 (1911)
EM Teilnahmen: 96, 04, 08, 16 (4)

EM Kader der Schweiz

Tor: Roman Bürki (Borussia Dortmund), Marwin Hitz (FC Augsburg), Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach)

Abwehr: Johan Djourou (Hamburger SV), Nico Elvedi (Borussia Mönchengladbach), Michael Lang (FC Basel), Stephan Lichtsteiner (Juventus Turin), Francois Moubandje (Toulouse FC), Ricardo Rodriguez (VfL Wolfsburg), Fabian Schär (1899 Hoffenheim), Steve Von Bergen (BSY Young Boys)

Mittelfeld: Valon Behrami (FC Watford), Blerim Dzemaili (Genoa CFC), Gelson Fernandes (Stade Rennes), Fabian Frei (1. FSV Mainz), Xherdan Shaqiri (Stoke City), Granit Xhaka (Borussia Mönchengladbach), Denis Zakaria (BSC Young Boys)

Angriff: Eren Derdiyok (Kasimpasa), Breel Embolo (FC Basel), Admir Mehmedi (Bayer Leverkusen), Haris Seferovic (Eintracht Frankfurt), Shani Tarashaj (Grasshoppers Zürich)

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In die Qualifikation startete die Schweiz zwar mit zwei Niederlagen gegen England und Slowenien, doch von den folgenden acht Spielen gewannen die Eidgenossen sieben und sicherten sich damit schon vorzeitig als Gruppenzweiter das Ticket zur EURO. Die beiden Auftaktpleiten waren auch ein Stück weit auf die Veränderung auf dem Trainerposten zurückzuführen. Denn nach der sehr erfolgreichen Ära unter Ottmar Hitzfeld, der mit seiner Elf bei der WM 2014 in Brasilien erst in der Verlängerung des Achtelfinales am späteren Vize-Weltmeister Argentinien scheiterte, benötigten die Akteure etwas Zeit zur Umstellung auf den neuen Coach Vladimir Petkovic, dessen Vorstellungen aber rasch immer besser umgesetzt wurden.

Petkovic profitiert dabei wie zuvor schon Hitzfeld von der seit Jahren exzellenten Nachwuchsarbeit in der Schweiz, die Jahr für Jahr neue Spieler mit großem Potential hervorbringt. Weil diese Akteure natürlich auch interessant für das Ausland sind, bringt der Kader der Nati eine enorme internationale Erfahrung mit. Der Großteil spielt in der deutschen Bundesliga, aber auch in der englischen Premier League oder der italienischen Serie A ist die Schweiz vertreten.

Das EM Team der Schweiz in der Analyse

Tor

Auch nach dem Rücktritt von Diego Benaglio im Trikot der Schweiz muss man sich in der Alpenrepublik um die Torwartposition überhaupt keine Sorgen machen. Die neue Nummer eins Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach) wird Woche für Woche ebenso in der Bundesliga auf höchstem Niveau gefordert wie die Vertreter Roman Bürki (Borussia Dortmund) und Marwin Hitz (FC Augsburg). Alle drei spielten in der EM-Saison mit ihren Klubs zudem international.

Abwehr

Die Viererabwehrkette der Schweiz besteht im Normalfall aus drei Bundesliga-Profis sowie Stephan Lichtsteiner (Juventus Turin) auf rechts. Links ist Ricardo Rodriguez (VfL Wolfsburg) gesetzt und dank seiner Offensivstärke weit mehr als ein einfacher Außenverteidiger, was gleichermaßen auch für Lichtsteiner gilt. Im Zentrum hat sich Johan Djourou (Hamburger SV) während der EM-Qualifikation festgespielt, zumeist mit Fabian Schär (1899 Hoffenheim) an seiner Seite. Als starke Alternativen stehen der Schweizer Nati Steve Von Bergen (BSC Young Boys) und Nico Elvedi (Borussia Mönchengladbach) zur Verfügung. Auf außen müssen sich Michael Lang (FC Basel) rechts und Francois Moubandje (FC Toulouse) links hingegen hinten anstellen.

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Mittelfeld

Granit Xhaka
Wikimedia, Fanny Schertzer (CC BY 3.0)

Vor der Viererkette ist die Schweiz taktisch flexibel. Von einem 4-2-3-1 mit Doppelsechs mit zwei offensiven Außen plus verkapptem Spielmacher über ein 4-3-3 mit drei zentralen Mittelfeldspielern bis hin zu einem 4-4-2 mit zwei Spitzen ist alles möglich. Gesetzt ist in allen Formationen Granit Xhaka (Borussia Mönchengladbach) neben dem sich Blerim Dzemaili (Genoa CFC), Valon Behrami (FC Watford) und Gelson Fernandes (Stade Rennes) um eine oder zwei weitere Positionen bewerben.

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Vielfältig sind auch die Alternativen im offensiven Mittelfeld, in dem Xherdan Shaqiri (Stoke City) zwar auch zentral spielen kann, meist aber hinter zwei Spitzen als Rechtsaußen agiert. Sein Pendant auf links ist oft der auch als Stürmer einsetzbare Admir Mehmedi (Bayer Leverkusen) wo allerdings auch Angreifer Haris Seferovic (Eintracht Frankfurt) sowie der talentierte Shani Tarashaj (Grasshoppers Zürich) vorstellbar ist.

Angriff

Seferovic und Mehmedi sind zwei von wohl vier, vielleicht auch fünf Stürmern, die Coach Petkovic nominieren wird. An Supertalent Breel Embolo (FC Basel), der von halb Europa gejagt wird, führt bei gleichbleibender Weiterentwicklung auch kein Weg vorbei. Vom EM-Ausfall von Josip Drmic könnte Eren Derdiyok profitieren, der aktuell bei Kasimpasa in der Türkei regelmäßig jubeln darf.

Die Schweizer Talente für die EURO 2016

Bei der Endrunde in Frankreich steht vor allem ein Schweizer im Rampenlicht: Breel Embolo. Der Stürmer gilt als herausragendes Talent und wird im Sommer den nächsten Schritt machen. Eine gute Endrunde wird den Preis weiter in die Höhe treiben und dem FC Basel einen Transfer schmackhaft machen. Der 19-jährige Embolo kann als Mittelstürmer, Rechtsaußen und als hängende Spitze eingesetzt werden und bringt alle Voraussetzungen mit, sich auch bei einem großen Klub durchzusetzen.

Zudem bringt er beste körperliche Voraussetzungen mit und ist auch technisch enorm stark. In der Super League absolvierte er den Großteil der Spiele und markierte 17 Scorerpunkte – auch im Schweizer Trikot hat er schon getroffen. Sollte er bei der EURO 2016 eine entscheidende Rolle spielen, könnte ihm das zum endgültigen Durchbruch verhelfen.

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Chancen der NATI bei der Europameisterschaft

Die Schweiz hat schon bei der WM 2014 gezeigt, längst keine kleine Fußballnation mehr zu sein. Der Kader ist in der Breite wie auch in der Spitze gut besetzt und lässt die Eidgenossen träumen. EM Gruppe A mit Frankreich, Albanien und Rumänien sollte die Schweiz überstehen, auch wenn die Equipe Tricolore wohl eine Nummer zu groß ist. Doch gegen die beiden anderen Gruppengegner ist die Nati sicher der klare Favorit und sollte sich in Normalform durchsetzen. Als Gruppenzweiter würde man auf den Zweiten der Gruppe C treffen und hätte daher auch im Achtelfinale gute Chancen auf ein Weiterkommen. Das Viertelfinale der EM 2016 ist durchaus realistisch.

EM Teams & Kader 2016.