Thomas Müller in Top-Form: EM noch nicht abgehakt

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Mit einem Tor und einer Vorlage zum Rückrundenauftakt bei Hertha BSC (4:0) sowie einem Treffer im ersten Heimspiel des FC Bayern München nach der Winterpause gegen den FC Schalke 04 (5:0) hat Thomas Müller einen bärenstarken Start ins Jahr 2020 hingelegt.

Der 30-Jährige, der seit dem Trainerwechsel von Niko Kovac zu Hans-Dieter Flick regelrecht aufgeblüht ist und seitdem in neun Ligaspielen vier Tore sowie acht Vorlagen verbuchte, zählt aktuell sicherlich zu den herausragenden Akteuren der Bundesliga.

Rummenigge als Fürsprecher

Wirklich überraschend kommt es deshalb nicht, dass die Forderungen nach Müllers Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft lauter werden. Ein knappes Jahr, nachdem Bundestrainer Joachim Löw im März 2019 mit Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng in einen Handstreich gleich drei verdiente Weltmeister von 2014 aussortiert hat, macht sich etwa mit Karl-Heinz Rummenigge für ein Comeback Müllers beim DFB stark.

„Ich möchte Jogi Löw grundsätzlich keine Ratschläge geben. Er ist erfahren genug, er hat mit der Nationalmannschaft große Erfolge gefeiert. Aber wenn einer top spielt, und ich hoffe, dass Thomas weiter auf diesem Niveau spielt, dann wird da möglicherweise ein Umdenken stattfinden“, zitiert “Sport 1“ den Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern mit einer recht deutlichen Empfehlung in Richtung des Bundestrainers.

Müller selbst hatte am Wochenende die Spekulationen über eine Rückkehr ins Deutschland-Trikot angeheizt. Im “Sportstudio“ des ZDF ließ der eigentlich auf eine mögliche Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio angesprochene Offensivmann durchblicken, die Fußball Europameisterschaft 2020 noch nicht abgehakt zu haben.

“Man will sich ja die Tür nicht zumachen, aber es gibt erst mal noch viele andere Großveranstaltungen im Fußball: das Meisterschaftsfinale, das DFB-Pokalfinale, Champions League und die Europameisterschaft.“

Passt Müller noch zum Spielstil?

Der 100-fache Nationalspieler wurde zuletzt als Kandidat für den Olympiakader gehandelt, der drei Akteure im Alter von 23 Jahren umfassen darf. Offenkundig wäre Olympia für Müller aber nicht erste Wahl. Stattdessen hat der Torschützenkönig der WM 2010 in Südafrika allem Anschein noch höhere Ambitionen.

Allerdings ist aktuell trotz der guten Form Müllers eher fraglich, ob Bundestrainer Löw von seiner auch als Reaktion auf die schwache Weltmeisterschaft 2018 in Russland getroffener Entscheidung abrückt.

Auch deshalb, weil Müller mit seiner unorthodoxen Spielweise nur bedingt zum neuen Stil der Nationalmannschaft passt, in der über schnelle Akteure wie Leroy Sane, Serge Gnabry oder Timo Werner der schnelle Weg zum gegnerischen Tor gesucht wird (hier den möglichen DFB EM 2020 Kader ansehen).

Müller, der beim lange praktizierten Ballbesitzspiel für die nicht zu erlernende Fähigkeit, häufig am richtigen Ort aufzutauchen stand, ist darin aus Sicht von Löw nicht der passende Spielertyp – möglicherweise aber dann, sollte eine angepasste Strategie nötig werden. Konkret zu einem Comeback Müllers geäußert hat sich Löw indes bisher noch nicht.

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