Müssen Dortmunds DFB-Nationalspieler ums EM-Ticket bangen?

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Borussia Dortmund steht zwar im Achtelfinale der Champions League und im Viertelfinale des DFB-Pokals, wo freilich mit dem FC Sevilla und bei Borussia Mönchengladbach jeweils sehr knifflige Aufgaben warten, doch in der Bundesliga läuft es nicht wie erhofft.

Als aktueller Tabellensechster hinkt der BVB den internen und externen Erwartungen deutlich hinterher, läuft bei bereits vier Punkten Rückstand auf den vierten Platz sogar Gefahr, die als Minimalziel ausgegebene Qualifikation für die nächste Champions League zu verpassen.

Auch der Mitte Dezember im Anschluss an eine 1:5-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart vollzogene Trainerwechsel von Lucien Favre zu Edin Terzic hat den BVB bislang nicht wirklich vorangebracht. Vielmehr sind 13 Punkte aus den neun Bundesliga-Partien unter Terzic eine alles andere als überragende Ausbeute, die hochgerechnet kaum für die Königsklassen-Qualifikation reichen wird.

Vielseitigkeit als Trumpf von Emre Can

Die noch im Herbst recht häufig vertretene These, dass der Trainer das größte Problem der Borussia darstellt, ist angesichts sich auch unter Terzic wiederholender Patzer mit den immer gleichen Fehlern kaum noch haltbar.

Vielmehr richtet sich die Kritik inzwischen mehr und mehr auf die Profis und insbesondere auf als Führungskräfte eingeplante Akteure, die zu oft unter ihren Möglichkeiten bleiben. Automatisch rücken in diesem Zusammenhang die Dortmunder Nationalspieler in den Blickpunkt, wobei bei näherer Betrachtung ein BVB-Block im Deutschland EM 2020 Kader keineswegs sicher ist.

Während noch offen ist, ob Bundestrainer Joachim Löw den im Frühjahr 2019 eigentlich ausgemusterten Mats Hummels doch noch vor dem Turnier im Sommer zurückholt, kommen für die EURO 2021 mit Marco Reus, Emre Can, Julian Brandt, Mo Dahoud und Nico Schulz vor allem fünf Akteure des BVB in Frage. Allerdings müssen alle fünf Profis dem Bundestrainer in den nächsten Wochen und Monaten bessere Argumente in eigener Sache liefern als es im bisherigen Saisonverlauf der Fall war.

Das gilt auch für Emre Can, wenngleich der 27-Jährige unter allen Dortmunder Nationalspielern wohl die besten Karten hat. Gegenüber der “Bild“ jedenfalls lobte Bundestrainer Löw die „unglaubliche Vielseitigkeit“ des sowohl auf der Sechs als auch als Innen- und Rechtsverteidiger einsetzbaren Allrounders. „Zudem hat er eine überragende Mentalität, er ist ein Führungsspieler, der alle mitreißen kann“, deutete Löw zumindest zwischen den Zeilen an, auf Can im deutschen Nationaltrikot nicht verzichten zu wollen.

Schulz und Dahoud mit schlechten Karten

Weitaus weniger euphorisch äußerte sich Löw über Linksverteidiger Schulz, der in Dortmund nur selten zum Zug kommt und so kaum Aufnahme in den EM-Kader finden wird: „Natürlich ist es für ihn jetzt eine schwere Situation, weil er nicht so oft spielt und ihm der Rhythmus fehlt.“

Ähnliches dürfte auf Dahoud zutreffen, der erst im Herbst zu seinem Debüt gekommen ist, allerdings in Dortmund trotz des langfristigen Ausfalls von Axel Witsel nur Bankdrücker ist. Für die meist auf dem Platz stehenden Reus und Brandt gibt es unterdessen auch keinen Freibrief, zumal das eigentliche Kreativduo mit oft überschaubaren Leistungen von nicht wenigen Experten als wesentlicher Faktor für den enttäuschenden Saisonverlauf gilt.

„Jule kommt jetzt ins beste Fußball-Alter und hat Dinge auch im Training drauf, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Er hat überragende Anlagen, ist immer für überraschende Momente gut. Ihm wünsche ich, dass er die Leistungen konstant auf den Platz bringt, dann hilft er jeder Mannschaft weiter“, schätzt der Bundestrainer zwar grundsätzlich Brandts Potential, das dieser aber zu selten abruft.

Bei Reus hat Löw nach einer Verletzungspause zwar Fortschritte in Sachen Spritzigkeit ausgemacht, macht aber indirekt auch keinen Hehl daraus, eine weitere Steigerung sehen zu wollen: „Wir werden seine Entwicklung weiter genau beobachten und hoffen, dass er den positiven Trend weiter fortsetzen kann.“

Die nächsten Wochen werden damit nicht nur für den BVB enorm wichtig, sondern auch für seine Nationalspieler im Hinblick auf die EURO.

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