Joachim Löw rät Julian Draxler zwischen den Zeilen zum Vereinswechsel

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Bereits mit 18 Jahren feierte Julian Draxler am 26. Mai 2012 und damit kurz vor der Europameisterschaft 2012, für die der damalige Youngster aber nicht nominiert wurde, sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Bei der 3:5-Niederlage in der Schweiz nutzte Draxler einen 28-Minuten-Einsatz direkt zu seinem ersten Assist im Trikot der DFB-Elf und untermauerte seinen Ruf als Top-Talent.

Über acht Jahre später ist Draxler fester Bestandteil des DFB Kaders von Bundestrainer Joachim Löw, doch der ganz große Durchbruch ist dem offensiven Mittelfeldspieler bislang weder beim DFB noch im Vereinsfußball gelungen. Die Entscheidung, den FC Schalke 04 im August 2015 für über 40 Millionen Euro in Richtung VfL Wolfsburg zu verlassen, hat Draxler frühzeitig bereut und in der Autostadt nur höchstselten sein Potential auf den Platz gebracht.

Im Januar 2017 folgte dann schnell der Wechsel zu Paris St. Germain, wo der gebürtige Gladbecker seitdem zwar einen nationalen Titel nach dem anderen einheimste, im Starensemble von Neymar, Kylian Mbappe und Co. meist aber nicht über eine Nebenrolle hinauskommt. Exemplarisch dafür kann die jüngste Endrunde der Champions League herangezogen werden.

Im Viertelfinale gegen Atalanta Bergamo (2:1), im Halbfinale gegen RB Leipzig (3:0) und im Endspiel gegen den FC Bayern München kam Draxler, der am 20. September 27 Jahre alt wird, insgesamt nur auf 43 Minuten Einsatzzeit und wurde stets erst nach der 70. Minute eingewechselt.

Löw wünscht sich Draxler mit regelmäßiger Spielpraxis

Sicherlich keine zufriedenstellende Situation für Draxler, der so im Vereinstrikot auch nur bedingt Eigenwerbung mit Blick auf die Nationalmannschaft betreiben kann. Das hat natürlich auch Bundestrainer Löw registriert, der den ehemaligen Schalker deshalb noch vor dem 1:1 im Auftaktspiel der Nations League gegen Spanien zum Vier-Augen-Gespräch gebeten hat.

“Wir haben ein bisschen Gedanken ausgetauscht“, verriet Löw später gegenüber dem “Kicker“ und deutete an, dass das, „was vielleicht im Winter passiert“ ein Thema war. Angesichts von Draxlers überschaubaren Einsatzzeiten in Paris ließ der Bundestrainer zwischen den Zeilen recht klar erkennen, einen Vereinswechsel für sinnvoll zu erachten.

„Für Julian wäre es natürlich wichtig, jetzt in diesem Alter vielleicht einen Schritt zu machen, wo er regelmäßig spielt. Das würde ihm wahrscheinlich schon entscheidend helfen“, so Löw, der beim gewonnenen Confederations Cup 2017 mit Draxler als Kapitän und Spieler des Turniers aus nächster Nähe verfolgen konnte, was der exzellente Techniker mit Selbstvertrauen und regelmäßiger Spielpraxis zu leisten imstande ist.

Vertrag endet 2021

Draxler selbst ist freilich mit seiner Situation bei PSG auch nicht zufrieden. Bereits kurz nach der Ankunft im Kreise der Nationalmannschaft kündigte der Mittelfeldmann an, dass man nach den Tagen im Deutschland EM 2021 Trikot sehen werde, “wie es weitergeht in Sachen Klub.“

Klingt so, als wäre ein Wechsel sogar noch in der bis 5. Oktober laufenden Sommertransferperiode, also vor der EURO 2021, denkbar. Klar ist, dass auf absehbare Zeit eine Grundsatzentscheidung fallen wird, läuft Draxlers Vertrag in Paris doch 2021 aus. Für eine Verlängerung spricht im Moment aus Spielersicht eher wenig.

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