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Deutschland oder England? – Duell um Jamal Musiala

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Am 33. Spieltag der vergangenen Saison durfte Jamal Musiala beim 3:1-Sieg des FC Bayern München gegen den SC Freiburg erstmals in der Bundesliga ran. Wenige Minuten vor Schluss schickte Trainer Hans-Dieter Flick den Youngster aufs Feld und wird wohl schon zu diesem Zeitpunkt gewusst haben, welches Potential in Musiala schlummert.

In der neuen Spielzeit stand der 17-Jährige nun an zehn der ersten dreizehn Bundesliga-Spieltage auf dem Feld und kann inzwischen auch auf drei Einsätze in der Champions League zurückblicken.

Dass es sich dabei nicht nur um den Versuch handelt, einem Talent Spielpraxis zu verschaffen, sondern Musiala längst als vollwertige Kraft bei den Profis angekommen ist, unterstreicht die bemerkenswerte Bilanz von drei Bundesliga-Toren, darunter ein wichtiger Treffer beim 3:3 im Spitzenspiel gegen RB Leipzig.

FC Bayern plant langfristige Verpflichtung

Zur Verpflichtung des gebürtigen Stuttgarters, der im Sommer 2019 ohne großes Aufsehen vom Nachwuchs des FC Chelsea nach München gewechselt ist, darf sich der deutsche Rekordmeister im Nachhinein selbst beglückwünschen.

Und natürlich arbeitet man beim FC Bayern auch daran, den von den Profi-Kollegen hochgeschätzten Musiala langfristig zu binden. Aktuell läuft der Vertrag des Mittelfeldtalents nur bis 2022, doch sollen die Bayern laut der “Daily Mail“ für eine Verlängerung ein jährliches Salär von rund fünf Millionen Euro bieten.

Dabei wissen die Bayern-Verantwortlichen sicherlich auch, dass Musiala nicht nur in München auf sich aufmerksam gemacht hat. Vielmehr sollen mit dem FC Liverpool, Manchester City und Manchester United auch drei Schwergewichte aus der englischen Premier League Interesse bekunden.

Dazu beigetragen haben vermutlich auch die ersten Auftritte Musialas in der englischen U21-Nationalmannschaft. Der 2010 vom TSV Lehnerz zunächst zum FC Southampton gewechselte und dann ab 2011 acht Jahre lang bei Chelsea ausgebildete Rechtsfuß feierte im November zunächst beim 3:1 gegen Andorra ein kurzes Debüt im England-Trikot und krönte anschließend beim 5:0 gegen Albanien seinen ersten Startelfeinsatz direkt auch mit dem Premierentreffer für die wichtigste Nachwuchsmannschaft der Three Lions.

Verbandswechsel noch länger möglich

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), für den Musiala in der U16 zwei Mal aufgelaufen ist, hat man die aktuelle Entscheidung des Bayern-Youngsters für England natürlich zur Kenntnis genommen, aber durchaus noch die Hoffnung, mit Blick auf die A-Nationalmannschaft eine neue Kehrtwende erreichen zu können.

“Er hat sich momentan dafür entschieden, für die englische U21-Nationalmannschaft zu spielen, was wir natürlich respektieren. Wir werden ihn aber weiterhin im Auge behalten und natürlich immer wieder erörtern, ob sich seine Einstellung ändern kann“, ließ Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff gegenüber “Sport 1“ durchblicken, weiterhin auf Einsätze Musialas für Deutschland zu hoffen.

Möglich ist der Verbandswechsel eines Spielers aufgrund einer kürzlich erfolgten FIFA-Reform bis zum 21. Lebensjahr auch dann noch, wenn bis dahin weniger als drei Pflichtspiele für eine A-Nationalmannschaft absolviert wurden.

Nach dem 21. Lebensjahr gilt weiterhin, dass sich ein Akteur mit dem ersten Pflichtspieleinsatz festgespielt hat. Musiala dürfte somit in den nächsten Jahren neben Testspielen für die englische A-Nationalmannschaft auch zwei Mal etwa in der WM-Qualifikation 2022 eingesetzt werden und könnte danach immer noch für Deutschland spielen. In der WM-Quali, die im März 2021 startet, trifft Deutschland in Gruppe J auf Rumänien, Island, Nordmazedonien, Armenien und Liechtenstein.

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