Portrait von WM-Teilnehmer Japan

Bis zur Gründung der J-League im Jahr 1992 spielte der japanische Fußball auf höchster internationaler Ebene kaum eine Rolle, hat seitdem aber eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. War es zu Beginn der neuen Profiliga noch die internationalen Stars wie Zico oder Pierre Littbarski, die für Glanz sorgte, produziert Japan seine Spitzenspieler mittlerweile selbst. Abgelesen werden kann der Aufschwung im japanischen Fußball bestens daran, dass das Land der aufgehenden Sonne seit der erstmaligen Teilnahme an einer Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich bei allen Endrunden vertreten war.

Nach dem Vorrunden-Aus in Frankreich gelang 2002 als Gastgeber ebenso der Sprung ins Achtelfinale wie 2010 in Südafrika, während 2006 in Deutschland nach der Gruppenphase Schluss war. Weil mehr und mehr japanische Spieler in den europäischen Spitzenligen Fuß fassen und nicht selten in ihren Teams führende Rollen einnehmen, gilt Japan bei seiner fünften WM-Teilnahme in Brasilien für viele Experten sogar als Geheimfavorit, zumal die Konstellation in Gruppe C mit Kolumbien, Griechenland und der Elfenbeinküste durchaus lösbar erscheint.

Die Partien der japanischen Nationalmannschaft bei der WM 2014

Japan will bei der WM 2014 in Brasilien überraschen

Der Weg zur Endrunde und die jüngsten Ergebnisse

In der Qualifikation hatte die vom Italiener Alberto Zaccheroni trainierte Mannschaft in der letzten Runde keine Probleme und setzte sich mit fünf Siegen, zwei Unentschieden sowie einer Niederlage vor Australien, Jordanien, dem Oman und dem Irak souverän als Gruppensieger durch.

Nach erfolgreichem Abschluss der Qualifikation bereits Anfang Juni 2013 gewann Japan die prestigeträchtige Ostasienmeisterschaft und absolvierte insgesamt acht Testspiele mit wechselhaften Ergebnissen. Für Aufsehen sorgte die Zaccheroni-Elf mit Siegen gegen die WM-Teilnehmer Ghana (3:1) und Belgien (3:2) sowie einem Unentschieden gegen die Niederlande (2:2), wohingegen Pleiten gegen Uruguay (2:4), Weißrussland (0:1) und Serbien (0:2) auch den einen oder anderen Schwachpunkt zu Tage förderten.

Der Kader von Japan bei der WM 2014

Keisuke Honda will mit Japan bei der Endrunde möglichst weit kommen
Wikimedia, BikeMike (CC0 1.0)

Aus dem aktuellen Kader ragen vor allem drei Spieler heraus, die sich international bereits bewährt haben. Linksverteidiger Yuto Nagatomo ist bei Inter Mailand eine feste Größe und sorgt als offensivstarker Außenverteidiger in der Serie A regelmäßig für Furore. Dies ist Keisuke Honda in Italien nach seinem Wechsel von ZSKA Moskau zum AC Mailand noch nicht gelungen, doch ist da Potential des 27-Jährigen, der in 52 Länderspielen 20 Tore erzielt hat, unbestritten. Dritter großer Hoffnungsträger Japans ist Superstar Shinji Kagawa, dessen Karriere nach seinem Wechsel von Borussia Dortmund zu Manchester United im Sommer 2012 aber einen leichten Knick bekommen hat. Dennoch ist der technisch überragende Offensivmann genau wie Honda stets dazu in der Lage, ein Spiel alleine zu entscheiden. Was an guten Tagen auf für Shinji Okazaki vom 1. FSV Mainz 05 gilt, der in der Bundesliga regelmäßig trifft und der auch in der Nationalelf mit 38 Toren in 73 Spielen eine sehr gute Quote aufweist. Während die Offensiv stark besetzt ist, bereitet die Defensive schon eher Sorgen und verkörpert international allenfalls Durchschnitt.

Die Vorrundengruppe der Japaner

Die Japaner treffen bei der Weltmeisterschaft in Brasilien in der Gruppenphase auf Kolumbien, Griechenland sowie die Elfenbeinküste. Es ist der wohl ausgeglichenste aller WM-Pools, denn alle Mannschaften liegen ungefähr auf Augenhöhe. Sollte Japan die Gruppe C überstehen, würde im Achtelfinale mit Italien, England oder Uruguay ein echter Kracher warten. Den Spielplan von Pool C mit Tabelle bekommt ihr hier zu sehen.

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