WM-Starter Russland im Brasilien-Check

Erstmals seit der WM 2002 in Japan und Südkorea, als eine von Oleg Romanzew trainierte, sehr junge Mannschaft in der Vorrunde scheiterte, hat sich Russland wieder für eine WM-Endrunde qualifiziert. Seit dem Ende der Sowjetunion, die siebenmal an Weltmeisterschaften teilnahm und 1960 mit dem Gewinn der Europameisterschaft den einzigen Titel feierte, schaffte es Russland nach 1994 und eben 2002 nun zum dritten Mal, die Qualifikation zu überstehen.

Russlands Spiele bei der WM 2014 in der Übersicht

Die Chancen Russlands bei der WM

Der Weg nach Brasilien

Der WM-Gastgeber von 2018 setzte sich am Ende trotz zweier 0:1-Niederlagen in Portugal und Nordirland sowie einem Unentschieden in Aserbaidschan als Gruppenerster vor den Portugiesen durch und sicherte sich so das WM-Ticket ohne Umweg über die Play-Offs. Nach Abschluss der WM-Quali trat die Mannschaft des italienischen Trainers Fabio Capello gegen Serbien (1:1), Südkorea (2:1) und Armenien (2:0) zu Freundschaftsspielen an und blieb ungeschlagen.

Trotz hoher Investitionen in ausländische Stars ist das Niveau der russischen Premjer Liga noch immer überschaubar, wie das international enttäuschende Abschneiden der Spitzenklubs wie Zenit St. Petersburg zeigt. Festzustellen ist aber immerhin, dass sich die lange Zeit nahe des Nullpunkts bewegende Zahl an russischen Talente wieder positiv entwickelt.

Die wichtigsten Spieler der Sbornaja

Alan Dzagoev ist der Star Russlands
Wikimedia, Władimir Majorow (CC BY-SA 3.0)

Schon bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine, als die Sbornaja als Gruppendritter wegen des verlorenen direkten Vergleichs mit Griechenland die vorzeitige Heimreise antreten muss, ging der Stern von Supertalent Alan Dzagoev auf, der sein Potential aber noch nicht dauerhaft abrufen kann. Ähnliches gilt für die anderen Vertreter der jungen Generation wie Aleksandr Kokorin oder Oleg Shatov, denen auf Sicht aber eine tragende Rolle zuzutrauen ist. Gerade in der Innenverteidigung vor dem herausragenden Keeper Igor Akinfeev, der weltweit zu den besten seines Fachs gehört, mangelt es aber weiter an hochkarätigem Nachwuchs, sodass wohl auch in Brasilien die in die Jahre gekommenen Sergey Ignashevich und Vasili Berezutski im Abwehrzentrum spielen werden. Immerhin ist das Innenverteidiger-Duo mit Teamkollege Akinfeev von ZSKA Moskau eingespielt und es ist gut möglich, dass der Top-Klub aus der Hauptstadt mit dem aufstrebenden Georgi Schennikov auch den Linksverteidiger stellt.

Die Vorrundengruppe der russischen Nationalmannschaft

Bei der Gruppenauslosung hätte es die russische Mannschaft, die dennoch als Außenseiter ins Turnier geht, sicherlich weitaus schlimmer erwischen können als mit den Gegnern Belgien, Südkorea und Algerien. Dass Russland schon 2002 in Gruppe H spielte und damals hinter Belgien sowie einer asiatischen Mannschaft (damals Japan) nur Dritter wurde, will man natürlich nicht als schlechtes Omen werten. Da es in einem möglichen Achtelfinale vermutlich gegen Deutschland oder aber die aus der Qualifikation bestens bekannten und durchaus hoch einzuschätzenden Portugiesen gehen würde, sind die russischen Chancen, in Brasilien lange für Furore zu sorgen, wohl eher gering. Hier gibt’s die Tabelle und den Spielplan zur Gruppe H.

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