Deutschland nicht mit kompletten Kader in Vorbereitung

Drei Tage nach dem letzten Bundesliga-Spieltag gibt Bundestrainer Joachim Löw seinen vorläufigen Kader für die WM 2018 bekannt. Dann dürften noch mehr als 23 Spieler auf der Liste stehen, die bis zum offiziellen Meldeschluss am 4. Juni auf 20 Feldspieler und drei Torhüter reduziert werden muss. Bei den Panini WM 2018 Stickern hat man sich übrigens bereits auf eine Formation geeinigt.

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Ins zweiwöchige Trainingslager in Südtirol, das vom 23. Mai bis zum 5. Juni geplant ist, werden allerdings nicht zwingend mehr als 23 Spieler mitfliegen, möglicherweise sogar weniger. Zwar dürften alle Akteure, die am 19. Mai im Finale um den DFB-Pokal mitwirken, zum Start des Trainingslagers dabei sein, doch wird mindestens auch ein Spieler aus dem zu erwartenden Kader des DFB das Finale der Champions League bestreiten, das erst am 26. Mai in Kiew stattfindet.

Von den vier Halbfinalisten in der Königsklasse hat einzig der AS Rom keinen deutschen Nationalspieler im Kader, nachdem Antonio Rüdiger im letzten Sommer zum FC Chelsea gewechselt ist. Beim Gegner der Roma, dem FC Liverpool, zählt Emre Can zum Aufgebot, dessen WM-Teilnahme verletzungsbedingt allerdings sehr fraglich ist. Mit vielen Spielern Bundestrainer Löw zu Beginn der WM 2018 Testspiele planen kann, hängt somit im Wesentlichen vom zweiten Halbfinale zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid ab.

Bis zu acht Bayern-Profis dabei

Bei den Königlichen hält zwar nur Toni Kroos die deutsche Fahne hoch, doch bei den Bayern zählen zahlreiche WM-Kandidaten zum Aufgebot. Mit Mats Hummels, Jerome Boateng, Thomas Müller und Joshua Kimmich haben vier Bayern-Profis Fixauftritte im Deutschland Trikot. Gute Karten haben außerdem Niklas Süle, Sandro Wagner und Sebastian Rudy, während hinter der Fitness von Manuel Neuer immer noch ein Fragezeichen steht. Meldet sich der Torhüter rechtzeitig zurück, wird aber auch Neuer sicher zum WM-Kader gehören. In diesem Fall freilich wären die Chancen von Sven Ulreich, der Neuer beim FC Bayern seit September exzellent vertreten hat, eher gering.

Bis zu acht Spieler des FC Bayern könnten folglich zum Kader von Bundestrainer Löw zählen, der bei der Nominierung seines Aufgebots freilich schon weiß, ob die Münchner das Finale der Champions League bestreiten. Ist dies der Fall, könnte Löw durchaus den einen oder anderen Spieler mehr nominieren, um im Trainingslager mit einer ausreichenden Zahl an Spielern arbeiten zu können.

Auch 2014 anfangs nicht komplett

Völlig neu wäre es für Löw indes nicht, in einer WM-Vorbereitung nicht direkt alle Mann an Bord zu haben. Auch vor dem Triumph anno 2014 in Brasilien begann die Vorbereitung nicht mit voller Besetzung. So reisten die beiden Bayern-Profis Philipp Lahm und Manuel Neuer, die sich im Pokal-Finale leicht verletzte hatten, etwas verspätet an. Und Sami Khedira war mit Real Madrid noch im Champions-League-Finale gefordert und kam erst nach dem 4:1-Erfolg nach Verlängerung über Atletico Madrid nach Südtirol.