Keine WM und EM für Super-League-Spieler?

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Die Fußballwelt ist in Aufruhr. Seitdem ein Gruppe von zwölf Spitzenvereinen aus England (Manchester City, Manchester United, FC Liverpool, FC Arsenal, Tottenham Hotspur, FC Chelsea), Italien (Inter Mailand, Juventus Turin, AC Mailand) und Spanien (Atletico Madrid, Real Madrid, FC Barcelona) am späten Sonntagabend in einer gemeinsamen Erklärung die Gründung einer Super League verkündet hat, ranken sich um die Zukunft der globalen Sportart Nummer eins zahlreiche Diskussionen.

Dabei wird auch durchaus mit harten Bandagen gekämpft. Insbesondere auch von Seiten der UEFA, die eine Super League mit aller Macht verhindern will und ihrerseits am Montag die schon länger geplante, ab dem Jahr 2024 gültige Reform der Champions League samt Erweiterung von 32 auf 36 Teilnehmer beschlossen hat.

Scharfe Kritik an Woodward und Agnelli

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin fand in Bezug auf die Initiatoren der Super League sehr klare Worte. „Ich war 24 Jahre lang Strafrechtler, ich habe viel gesehen. Aber solche Leute noch nicht“, zitiert der “kicker“ den Slowenen, der vor allem von Ed Woodward, Mitglied der Geschäftsführung von Manchester United und vom starken Mann von Juventus Turn diesen Schritt nach vorangegangenen Gesprächen nicht erwartet hätte.

“Die größte Enttäuschung ist Andrea Agnelli. Ich möchte nicht zu persönlich werden, aber ich habe niemanden getroffen in meinem Leben, der so oft gelogen hat. Am Samstag sprach er davon, dass die Super League ein Gerücht sei, und er sagte: ‚Wir telefonieren in einer Stunde.‘ Dann hat er sein Telefon ausgeschaltet.“

„Offenbar ist ihre Gier so stark, dass ihnen alle Werte abgegangen sind“, kritisierte Ceferin die Schöpfer der Super League und machte zugleich deutlich, dass auch den Spielern, die in einem neuen, nicht unter dem Dach der UEFA stattfindenden Wettbewerb antreten, schwerwiegende Konsequenzen drohen würden: „Die Spieler, die in der Super League spielen, werden keine WM und EM mehr spielen können, sie werden nicht mehr ihre Nationalmannschaft vertreten können.“

Spielervereinigung Fifpro reagiert auf Ceferin-Drohung

Die Reaktion der Spielervereinigung Fifpro auf die Androhung Ceferins indes ließ nicht lange auf sich warten. „Wir werden uns energisch gegen Maßnahmen beider Seiten aussprechen, die die Rechte der Spieler beeinträchtigen würden, beispielsweise den Ausschluss aus ihren Nationalmannschaften“, betonte Fifpro, dass es der falsche Weg sei, die Profis als Druckmittel zu benutzen.

“Spieler werden weiterhin als Werte und Hebel bei diesen Verhandlungen missbraucht“, übt die als Vertretung von weltweit rund 60.000 Fußballprofis tätige Fifpro scharfe Kritik vor allem auch daran, dass von wenigen Personen Entscheidungen mit einer Relevanz für die breite Masse getroffen werden: „Die meisten anderen, einschließlich derjenigen, die im Mittelpunkt des Spiels stehen – die Spieler, aber auch die Fans -, werden weitgehend übersehen.“

Zu befürchten ist freilich, dass die Diskussionen und öffentlichen Auseinandersetzung die Super League betreffend erst an ihrem Anfang stehen und das Thema die Fußballwelt noch lange Zeit beschäftigen wird. Da die neue Super League frühestens im August starten würde, werden bei der Fußball EURO 2021 im Sommer definitiv noch alle Stars mit dabei sein. Wie es bei der WM 2022 in Katar aussieht, ist eine andere Frage.

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