Italien analysiert – mit EM 2016 Kader

Italien FlaggeAls vierfacher Welt- und einfacher Europameister zählt Italien vor großen Turnieren stets zu den Mannschaften, die zum Favoritenkreis gezählt werden. Das ist auch vor der Fußball EM 2016 nicht anders, obwohl die Squadra Azzurra bei den letzten beiden Weltmeisterschaften 2010 und 2014 schon nach der Vorrunde die Heimreise antreten musste. Dazwischen gelang 2012 aber eben auch der Einzug ins Finale der EM 2012 und schließlich war auch bei der WM 2006 nicht unbedingt damit zu rechnen, dass Italien Weltmeister würde.

Statistiken zu Italiens Fußball Nationalteam

Größte Erfolge: Weltmeister 34, 38, 82, 06 & Europameister 68
Rekordtorschütze: Luigi Riva (35 Tore)
Rekordspieler: Gianluigi Buffon (154 Spiele)
Teuerster Spieler: Leonardo Bonucci (30 Mio. €)
Spitzname: Squadra Azzurra
FIFA Weltrangliste12. Platz
Höchster Sieg: Italien – USA 9:0 (1948)
Höchste Niederlage: Ungarn – Italien 7:1 (1924)
EM Teilnahmen: 68, 80, 88, 96, 00, 04, 08, 12, 16 (9)

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Fußball EM 2016 Kader von Italien

Tor: Gianluigi Buffon (Juventus Turin), Federico Marchetti (Lazio Roma), Salvatore Sirigu (Paris Saint-Germain)

Abwehr: Andrea Barzagli (Juventus Turin), Leonardo Bonucci (Juventus Turin), Giorgio Chiellini (Juventus Turin), Matteo Darmian (Manchester United), Mattia De Sciglio (AC Milan), Angelo Ogbonna (West Ham United)

Mittelfeld: Federico Bernardeschi (ACF Fiorentina), Antonio Candreva (Lazio Roma), Daniele De Rossi (AS Roma), Stephan El Shaarawy (AS Roma), Alessandro Florenzi (AS Roma), Emanuele Giaccherini (Bologna), Thiago Motta (Paris Saint -Germain), Marco Parolo (Lazio Roma), Stefano Sturaro (Juventus Turin)

Angriff: Martins Eder (Inter Mailand), Ciro Immobile (FC Torino), Lorenzo Insigne (SSC Napoli), Graziano Pelle (FC Southampton), Simone Zaza (Juventus Turin)

Die Qualifikation für die EURO hat die Mannschaft von Trainer Antonio Conte, der nach der WM 2014 die Nachfolge des zurückgetretenen Cesare Prandelli antrat, als Sieger der Gruppe H vor Kroatien, Norwegen, Bulgarien, Aserbaidschan und Malta souverän geschafft, allerdings dabei auch nur selten geglänzt. Mit dem von italienischen Mannschaften gewohnt nüchternen und effizienten Stil reichten 16:7 Tore zu sieben Siegen und drei Unentschieden.

In der Weltrangliste ist Italien zwar aus den Top 10 gefallen, doch diesmal nicht zu den ganz großen EM Top-Favoriten zu gehören, dürfte in Italien niemanden stören. Vielmehr bietet sich aus dieser Position heraus die Chance, mit einer in sich geschlossenen Mannschaft ohne den ganz großen Star ähnlich wie bei der WM 2006 positiv zu überraschen.

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Das EM Team von Italien in der Analyse

Tor

Italien Kapitän Gianluigi Buffon
Wikimedia, Илья Хохлов (CC BY-Sa 3.0)

Die italienische Auswahl wird angeführt von Gianluigi Buffon (Juventus Turin), der zum Start der EM 2016 zwar bereits 38 Jahre alt, aber dennoch unverändert einer der besten Torhüter der Welt, ist. Für Salvatore Sirigu (Paris St. Germain) bleibt nur die Back-Up-Rolle. Als dritter Keeper wäre Mattia Perin (Genoa CFC) eingeplant gewesen, der allerdings durch eine Kreuzbandverletzung außer Gefecht gesetzt wurde. An seiner Stelle fährt Federico Marchetti (Lazio Roma) nach Frankreich.

Abwehr

In der Abwehr findet sich mit Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini das bewährte Innenverteidiger-Duo von Juventus Turin, das je nach Ausrichtung in einer Dreier- oder einer Viererkette agiert. Entscheidet sich Trainer Conte für einer Dreierreihe sind Angelo Ogbonna (West Ham United) und Andrea Barzagli (Juventus Turin) die ersten Optionen, wobei in diesem Fall eine rein aus Juve-Spielern bestehende Abwehrreihe am wahrscheinlichsten ist. Sollte Italiens EM Team allerdings mit einer Viererkette spielen, haben der offensivstarke Mattia De Sciglio (AC Milan) auf links und Matteo Darmian (Manchester United) auf rechts die Nase vorne. Wobei auf der rechten Abwehrseite auch Alessandro Florenzi (AS Roma) auf einen Platz im Team hofft.

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Mittelfeld

In Abhängigkeit von der Abwehrformation bietet Coach Conte entweder vier oder fünf Mittelfeldspieler auf. Bei einem 3-5-2 sind Florenzi und Antonio Candreva (Lazio Rom) rechts die offensiveren Alternativen zu Darmian und links heißen die Optionen Stephan El Shaarawy (AS Monaco) und Emanuele Giaccherini (Bologna), die vor allem im 4-4-2 zum Zuge kommen. Im zentralen Mittelfeld sind je nach Formation zwei oder drei Plätze zu vergeben, um die sich Thiago Motta (Paris St. Germain), Stefano Sturaro (Juventus Turin) und Routinier Daniele de Rossi (AS Roma) nach den EM-Ausfällen von Marco Verratti (Paris Saint-Germain) und Claudio Marchisio (Juventus Turin) bewerben.

Angriff

Im Angriff laufen in der Regel zwei Spitzen auf, wobei sich zuletzt Graziano Pelle (FC Southampton) und Eder (Inter Mailand) als erster Sturm herauskristallisiert haben. Lorenzo Insigne (SSC Napoli), Simone Zaza (Juventus Turin) und der auch in der Spitze einsetzbare El Shaarawy können sich aber ebenso noch für einen Stammplatz empfehlen.

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EM Kader von Italien – die größten Talente

Obwohl in den letzten Jahren verstärkt Anstrengungen unternommen werden, um die Basis zu stärken und den Nachwuchs zu fördern, mangelt es im italienischen Fußball aktuell weiterhin an hochveranlagten Talenten. Dennoch tauchen hie und da vielversprechende Youngsters auf. In der Defensive ist hier etwa Daniele Rugani zu nennen. Der 21-jährige Innenverteidiger von Juventus Turin kommt in der Saison trotz großer Konkurrenz auf 17 Einsätze in der Liga und hat dabei so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass er von Antonio Conte in das Aufgebot von Italien berufen wurde.

Für die Offensive ist Federico Bernardeschi von ACF Fiorentina eine interessante Option. Der Flügelflitzer ist unheimlich flink, technisch stark und erst 22 Jahre alt. In der abgelaufenen Spielzeit kam er in fast allen Spielen zum Einsatz und zeigte in der Europa League mit vier Toren in sieben Spielen auf. Bei der EM 2016 könnte er als Rechtsaußen für Italien wirbeln.

Chancen des EM Teams von Italien

Italien muss man bei großen Turnieren immer auf der Rechnung haben. Allein die starke Defensive kann die Squadra Azzurra bei der Europameisterschaft 2016 weit bringen, wobei man aber hinter den Angriff ein Fragezeichen setzen muss. Die absolute Weltklasse verkörpert in Italiens Offensive aktuell niemand, doch wenn hinten die Null steht, reicht ja ein Tor zum Sieg und dieses zu erzielen, ist Italien immer in der Lage. Wie weit Italien am Ende kommt, wird sicherlich auch ein Stück weit von der Form der Schlüsselspieler zum Turnierstart und von der Auslosung bzw. dem EM 2016 Spielplan abhängen, doch im Viertelfinale sollte man mit der Squadra Azzurra auf jeden Fall rechnen. Bei günstigem Verlauf ist auch mehr drin, doch für den ganz großen Wurf dürfte das Team offensiv zu schwach sein.

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