DFB: Alexander Nübel ohne regelmäßige Spielpraxis chancenlos

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Ein Torwartproblem plagt die deutsche Nationalmannschaft wahrlich nicht. Vielmehr verfügt Bundestrainer Joachim Löw mit Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen gleich über zwei Torhüter von Weltklasseformat, die viele andere Nationen liebend gerne in ihren Reihen hätten. Im Zuge der EM 2020 Quali kam der Torhüter vom FC Barcelona jedoch nur ein Mal zum Zug. Während sich Neuer und ter Stegen ein Duell auf allerhöchstem Niveau liefern, in dem letzterer aber wohl erst nach einem möglichen Karriereende Neuers in der Nationalmannschaft zur Nummer eins aufsteigen wird, gibt es auch im Schatten des Duos vielversprechende Keeper.

Zwar ist die Auswahl an exzellenten Torhütern im DFB-Trikot nicht mehr ganz so groß wie noch vor einigen Jahren, doch mit Bernd Leno und Kevin Trapp gibt es auch in zweiter Reihe Torhüter, die ihre Qualität regelmäßig nachweisen. Und mit Alexander Nübel hat sich im vergangenen Jahr ein weiterer Torwart hervorgetan, der im Vergleich zu den bislang genannten Schlussleuten den Vorteil hat, der mit 23 Jahren mit Abstand jüngste zu sein. Ter Stegen und Leno sind jeweils bereits vier Jahre älter, für Torhüter aber freilich auch noch immer jung. Wer nach dem Karriereende dann schlussendlich die Nachfolger von Manuel Neuer im Panini Sticker Album 2020 zu finden sein wird, ist ganz schwer zu sagen.

Einsatzgarantie beim FC Bayern?

Obwohl von vielen Seiten nach seinen starken Leistungen im Trikot des FC Schalke 04 bereits als Kandidat für den DFB-Kader der Euro 2020 gehandelt, wird es für Nübel somit wohl nicht ganz einfach, den Sprung in die Nationalmannschaft zu schaffen. Erst recht nicht, wenn Nübel nach seinem für den 1. Juli 2020 vereinbarten Wechsel zum FC Bayern München nicht regelmäßig zum Einsatz kommen sollte, was in Konkurrenz zu Neuer nicht überraschend würde. Nübel soll in seinem fünf Jahre laufenden Vertrag beim FC Bayern zwar eine Klausel haben, die pro Saison 15 Pflichtspieleinsätze garantiert, doch wie diese in die Praxis umgesetzt wird bleibt abzuwarten. Nicht zuletzt deshalb, weil Neuer dafür bekannt ist, selbst in Freundschaftsspielen nur ungern zu pausieren.

Von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke gab es nun via “Magenta Sport“ am Rande des Freundschaftsspiels zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Bayern München (5:2) bereits eine bemerkenswert deutliche Ansage in Richtung Nübel: “Wer nicht spielt, kann nicht zur Nationalmannschaft, das liegt ja auf der Hand“, so Köpke, der damit zumindest zwischen den Zeilen durchblicken ließ, den von vielen Seiten kritisierten Entschluss Nübels, den Stammplatz und die Kapitänsbinde auf Schalke zugunsten eines drohenden Bankplatzes in München aufzugeben, nicht nachvollziehen zu können. Offiziell erklärte Köpke nur, vom Wechsel des Keepers “überrascht“ gewesen zu sein.

Köpke rät zur Zurückhaltung

Generell rät Köpke in der Personalie Nübel, der erst vor rund einem Jahr zur Schalker Nummer eins aufgestiegen ist und nun den Start in die Rückrunde aufgrund einer roten Karte verpasst, zur Zurückhaltung. “Ich glaube, man sollte auch erstmal alles ein bisschen langsamer angehen. Er hat sein erstes Jahr in der Bundesliga gespielt, ist jetzt auch noch gesperrt. Von daher sollte man ihm die Zeit geben, sich weiterzuentwickeln, und dann wird man sehen, wann und ob er bei uns mal dabei ist.“

Davon, dass Nübel kurzfristig für die Nationalmannschaft nominiert wird, ist nach diesen Aussagen nicht auszugehen. Und ob der Noch-Schalker nach der EM 2020 eine Chance erhält, dürfte zum einen von der Entwicklung in München abhängen. Zum anderen aber auch davon, ob Neuer seine Handschuhe beim DFB wie vielfach erwartet dann an den Nagel hängen wird.

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