EM Qualifikation 2020

Am 16. Juni 2020 ist Anstoß für die Europameisterschaft 2020. Zum ersten Mal in der Geschichte wird das Turnier in ganz Europa ausgetragen: Zeitgleicher Gastgeber sind 12 unterschiedliche Länder, Städte und Stadien. Deutschland ist als einziges deutschsprachiges Land mit dem Spielort München, in dem vier Partien ausgetragen werden, unter den Gastgebern.

Bevor es jedoch so weit ist, muss erst einmal von März 2019 bis November 2019 die Qualifikation für die EM 2020 ausgespielt werden. Und hierbei gibt es einige neue Punkte zu beachten. Schließlich feiert mit der UEFA Nations League ein neuer Wettbewerb Premiere, der direkten Einfluss auf die EM Qualifikation hat.

Der Qualifikationsmodus für die EM 2020

Wie schon bei der EURO 2016 in Frankreich nehmen auch an der EM 2020 insgesamt 24 Starter teil. Wer diese genau sind, wird in der Qualifikation unter allen Mitgliedsverbänden der UEFA ausgespielt. Erstmals in der Geschichte gehen dabei in der EM Qualifikation 55 Verbände an den Start: Im Vergleich zur Qualifikation für die EM 2016 ist der Kosovo neu dazugekommen.

Die 55 Teilnehmer werden in zehn Qualifikationsgruppen eingeteilt. Fünf der zehn Gruppen haben je sechs Starter und fünf der zehn Gruppen haben je fünf Starter. Die beiden Bestplatzierten aus jeder Gruppe sind automatisch für die Europameisterschaft 2020 qualifiziert.

Aus den zehn Qualifikationsgruppen werden also 20 der 24 Startplätze für die nächste Europameisterschaft besetzt. Die vier restlichen Plätze werden in Playoffs unter 16 Teams aus der neuen UEFA Nations League ausgespielt. Dies ist aber nicht der einzige Einfluss, den der neue Wettbewerb auf die Qualifikation zur EM 2020 hat.

Neue Quali-Regeln aufgrund der Nations League

Die Nations League ist der EM Qualifikation praktisch vorgeschaltet. Von September bis November 2018 wird die Gruppenphase der Nations League (alle Nations League Gruppen im Überblick) ausgespielt. Dabei sind alle 55 Mannschaften in vier Ligen (A bis D) eingeteilt. Jede Liga besteht noch einmal aus vier Gruppen.

Nachdem die Gruppenphase der Nations League beendet ist, wird eine finale Tabelle erstellt. Diese gilt als Grundlage für die EM Qualifikation. Die zehn besten Mannschaften der Nations League sind beispielsweise die Teams, die bei der Auslosung am 2. Dezember 2018 in Dublin als gesetzte Teams in Lostopf 1 kommen. Die Ränge 11 bis 20 kommen in Topf 2 – und so weiter.

Durch die Nations League wird das bisherige Auslosungssystem grundlegend verändert. Bisher war bei der Setzliste bei Europameisterschaften der UEFA-Koeffizient ausschlaggebend, die FIFA-Weltrangliste wurde nur bei Weltmeisterschaften herangezogen.

Vergabe von 4 Startplätzen im Nations League Playoff

Hinzu kommen die oben schon angerissenen Playoffs. Hier findet durch die Nations League der vielleicht wichtigste Eingriff ist das bisherige System statt. Mannschaften wie Luxemburg, Liechtenstein, San Marino oder Georgien hatten bislang keine realistische Chance, sich für die Endrunde einer Europameisterschaft zu qualifizieren. Die Gegner in den Qualifikationsgruppen waren zu übermächtig.

Die Playoffs der Nations League werden jetzt innerhalb der Ligen ausgespielt. Aus jeder Liga nehmen die vier besten Teams teil, die sich nicht über die regulären Gruppen für die EM 2020 qualifizieren konnten. Liga A mit den stärksten Mannschaften des Kontinents erhält also genauso einen Startplatz in den Playoffs wie Liga D, in der sich die schwächsten Teams befinden.

Die 4 Mannschaften treffen jeweils im KO-System aufeinander. Es gibt also praktisch für jede Gruppe zwei Halbfinalspiele und ein Endspiel. Die Mannschaften treffen jeweils nur ein Mal aufeinander. Dementsprechend gibt es auch keine Hin- und Rückspiele.

Play-off Auslosung am 22. November 2019

Alle Playoffs werden in einem der Länder aus der Liga stattfinden, die an den Playoffs teilnehmen. Die Auslosung für die Playoff Partien ist für den 22. November 2019 terminiert. Die eigentlichen Partien werden im März 2020 stattfinden und damit gerade einmal drei Monate vor Beginn der eigentlichen EM.

Organisatorisch ist für den eigentlichen Ablauf der EM Qualifikation 2020 durch die Nations League noch etwas zu berücksichtigen. Für den Juni 2020 sind die Spieltage 3 und 4 der Qualifikation geplant. Zeitgleich finden aber auch die „Final 4“ der Nations League statt.

Die betroffenen Starter aus der Liga A, die das Halbfinale und das Finale der Nations League bestreiten, können deshalb nicht in der Qualifikation antreten. Irgendwann müssen diese Mannschaften entsprechend ihre Qualifikationsspiele nachholen. Die UEFA hat hierfür allerdings bislang noch keinen Zeitplan veröffentlicht.

UEFA setzt Week of Football fort

Auch bei der EM 2020 Qualifikation wird es ein Wiedersehen mit der „Week of Football“ geben. Diese „Woche des Fußballs“ wurde von der UEFA zur Qualifikation der EM 2016 eingeführt und kam auch bei der WM Quali 2018 zum Einsatz.

Vereinfacht gesagt entzerrt die „Week of Football“ den täglichen Spielplan. Früher wurden alle Partien eines Spieltages von Freitag bis Sonntag gespielt. Konsequenz war, dass es 20 bis 30 Partien pro Tag gab. Durch die „Woche des Fußballs“ wird jeder Spieltag jetzt von Donnerstag bis Montag gespielt.

Pro Tag darf es nur noch 8 bis 10 Partien geben. Zudem wurden neue Anstoßzeiten eingeführt. Nachmittagsspiele sind fortan zugelassen. Die starren Anstoßzeiten von 19:00 Uhr, 20:00 Uhr und 21:00 Uhr wurden aufgebrochen.

Wie die UEFA in einer ersten Auswertung berichtet, wurde die „Woche des Fußballs“ sowohl weltweit von den TV-Sendern wie auch von den Verbänden positiv aufgenommen. Sie ist also gekommen, um zu bleiben.