Nach Schürrle beendet auch Höwedes seine Karriere

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Die Corona-Krise sorgt dafür, dass man sich auch in ferner Zukunft noch an den Sommer 2020 wird erinnern können. Fußballfans sicherlich auch deshalb, weil ein gerades Jahr ohne großes Turnier überaus ungewöhnlich ist. Eigentlich wäre im Juni und Juli die Europameisterschaft 2020 ausgetragen worden, die aufgrund der globalen Pandemie aber um ein Jahr verschoben wurde und nun als EM 2021 stattfindet.

Die EM 2021 Mannschaften und alle weiteren Nationalmannschaften, die dem von wirtschaftlichen Problemen gebeutelten Vereinsfußball in den vergangenen Monaten den Vortritt gelassen haben, kehren erst Anfang September mit der neuen Nations League auf die große Bühne zurück.

Von dieser ist nach Andre Schürrle nun auch noch ein weiterer Weltmeister von 2014 in vergleichsweise jungen Alter abgetreten. Während Schürrle vor zwei Wochen mit 29 Jahren seine Schuhe für immer an den Nagel hängte, verkündete jetzt auch Benedikt Höwedes mit 32 Lenzen sein Karriereende.

Höwedes will sich mehr der Familie widmen

„Ich hatte einige Anfragen aus dem In- und Ausland, aber ich wollte mich nicht mehr abhängig machen von den Entscheidungen anderer. Ich wollte jetzt einen Schlussstrich ziehen“, so der Innenverteidiger, der im Juni seinen Vertrag bei Lokomotive Moskau aufgelöst hatte, in einem Interview mit dem “Spiegel“.

Bedenken, nicht mehr auf hohem Niveau mithalten zu können, hätte Höwedes zwar nicht gehabt, doch will sich der 44-fache Nationalspieler im Deutschland-Trikot, der beim WM-Triumph in Brasilien auf ungewohnter Position als linker Außenverteidiger für Stabilität sorgte, künftig mehr seiner Familie widmen. “Ich war vor Kurzem mit meiner Frau und Kind mit einem Campingbus in Südfrankreich unterwegs. Da habe ich gemerkt, wie krass es mich erfüllt hat, meinen Sohn hautnah zu erleben. Da wurde Fußball plötzlich so unwichtig für mich.“

Bundestrainer Joachim Löw, unter dem Höwedes jahrelang zumindest zum erweiterten Kreis der Stammelf zählte, fand zum Karriereende des langjährigen Schalkers im “Kicker“ ausschließlich lobende Worte: “Benedikt hatte Mentalität. Auf ihn war Verlass. Er ist eine sehr reflektierte Persönlichkeit und auch unglaublich interessiert an Themen, die über den grünen Rasen hinausreichen. Ich wünsche ihm für seine Zukunft nur das Beste.“

Nur Neuer und Kroos weiter gesetzt

Mit Höwedes und Schürrle sowie zuvor schon Roman Weidenfeller, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker sind insgesamt sieben Akteure aus dem deutschen Kader der WM 2014 nicht mehr aktiv.

Andere wie Erik Durm, Kevin Großkreutz, Mesut Özil, Mario Götze, Ron-Robert Zieler, Jerome Boateng, Mats Hummels, Sami Khedira, Christoph Kramer, Thomas Müller, Shkodran Mustafi und Lukas Podolski spielen aus unterschiedlichen Gründen keine Rolle mehr, sind teilweise zurückgetreten oder wurden von Löw ausgemustert.

Weiterhin gesetzt von den WM-Helden sind im Deutschland Kader nur noch Manuel Neuer und Toni Kroos. Matthias Ginter, bei der WM 2014 ohne Einsatz, hat sich derweil zur Stammkraft entwickelt. Zum Kreis der DFB-Auswahl zählt noch Julian Draxler, der die noch vor sechs Jahren in seine Zukunft gesetzten Hoffnungen aber bislang nicht erfüllen konnte.

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