Aleksandr Golovin – Russlands EM 2021 Star

In seiner Jugend galt Aleksandr Golovin als das größte Talent, das der russische Fußball in Jahrzehnten hervorgebracht hatte. Nicht umsonst debütierte er bereits als 18-Jähriger in der russischen Nationalmannschaft und schoss gleich in seinem ersten Spiel ein Tor. Optimisten sahen den offensiven Mittelfeldspieler bereits auf dem Weg zu einem Akteur der Klasse eines Eden Hazards zu werden.

Im Profibereich stockte seine Karriere jedoch immer wieder. Teilweise war dies Verletzungen geschuldet, teilweise aber auch stark schwankenden Leistungen. In der Nationalmannschaft konnte er bislang nicht zu der dominanten Figur werden, auf welche die Russen hoffen.

Bei der Europameisterschaft 2016 spielte er zwar in allen Gruppenspielen, blieb aber blass. Bei der WM 2018 waren seine Leistungen ebenfalls nicht berauschend. Damals wurde dies noch mit seinem Alter begründet. Im Panini Sticker Album der EURO 2021 wird er auf jeden Fall wieder zu finden sein, seine Leistungen sollen jedoch besser sein als in der Vergangenheit.

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Bei der EURO 2021, die wegen der Gesundheitskrise ein Jahr später als geplant stattfindet, wird Golovin jedoch 25 sein – Ausreden zählen dann nicht mehr. Russland bekommt es in der EM Gruppe D mit Belgien, mit einem der Top-Favoriten auf den EM-Titel zu tun. Die anderen zwei Gruppengegner Dänemark und Finnland sind dagegen auf jeden Fall in Reichweite und schlagbar.

Aleksandr Golovin im EM-Check

Die wichtigsten Infos 🇷🇺 Aleksandr Golovin
Verein AS Monaco 🇫🇷
Position Offensives Mittelfeld
Geburtsdatum 30.05.1996
Größe 1,80 m
Einsätze/Tore Nationalmannschaft 33/5 (Stand: 13.02.20)
Marktwert 25 Mio. € (Stand: 13.02.20)
Größter Erfolg mit Nationalteam WM 2018 Viertelfinale

Die Vereinskarriere: erste Schritte in Russland

Golovin wurde bereits in frühen Jahren von den Scouts ZSKA Moskaus entdeckte. Er durchlief die Akademie des russischen Spitzenvereins und lief für die diversen Jugendteams von DYuSSh ZSKA auf. Die Belohnung folgte im Juli 2013. Als 17-Jähriger durfte er in die zweite Mannschaft aufrücken und eroberte sich hier schnell einen Stammplatz.

Parallel spielte er für drei russische Jugendnationalmannschaften zur selben Zeit: die U17, U18 und 19. Von 2013 bis 2015 kam er so auf satte 27 Partien für im Nachwuchs Russland Trikot. Im Prinzip spielte er in zwei Jahren noch eine dritte Saison für die Auswahlmannschaften. Dies forderte Tribut. Golovins Körper gab unter den Belastungen nach. Erste Verletzungen zeigten sich. Die ersten Partien im Profi-Team von ZSKA ließen deshalb auf sich warten.

Der Durchbruch bei ZSKA

Im März 2015 war es dann doch soweit. Zwei Jahre nach seiner Beförderung in die zweite Mannschaft debütierte Golovin im ersten Team und wurde hier schnell zur bestimmenden Figur. Schon im November des Jahres lief er beispielsweise in der Champions League auf.

2015 sollte Golovin eigentlich in der U21-Nationalmannschaft weiterwachsen. Doch waren seine Leistungen für ZSKA viel zu stark, um dies zu rechtfertigen. Nach nur drei Einsätzen für die letzte Nachwuchsauswahl wurde er im Juni des Jahres 2015 zum ersten Mal ins A-Team einberufen. Hier blieb er seitdem.

Neuerliche Verletzungen warfen Golovin in den folgenden Jahren allerdings immer wieder zurück. In den drei Jahren, die er bei ZSKA in der ersten Mannschaft spielte, kam er deshalb „nur“ auf 81 Partien. Obwohl Scouts der ganz großen europäischen Vereine ihn immer wieder beobachteten, konnte sich jedoch kein Klub dazu durchringen, ihm ein Angebot zu machen. Golovin selbst zeigte allerdings auch keine sonderlich große Neigung, ZSKA zu verlassen.

Der Transfer nach Monaco

2018 änderte sich dies. Der AS Monaco unterbreitete dem offensiven Mittfeldspieler ein Angebot, das sowohl für ihn wie auch für ZSKA zu gut war, um es ablehnen zu können. Trotz einer eher durchschnittlichen WM war er den Monegassen 30 Millionen Euro Ablöse wert. Im Fürstentum war Golovin endlich einmal verletzungsfrei und kam in seinen ersten anderthalb Jahren auf satte 46 Pflichtspieleinsätze.

Er gab der Mannschaft Monacos eine Qualität, die ihr seit dem Weggang James‘ fehlte. In der Ligue 1 wurde er schnell zu einem der besten Spieler, die nicht das Trikot von Paris Saint-Germain tragen. Auf der anderen Seite blieb er auch in Monaco den Nachweis schuldig, ein Spieler zu sein, der für Teams wie Real Madrid oder den FC Bayern München geeignet sein könnte.

Golovin – die ewig Unterschätzte?

In Russland und in Monaco glaubt man gerne, dass Golovin ein extrem unterschätzter Spieler ist und im Prinzip sein ganzes Profileben war. Er habe eine überragende Technik, den nötigen Blick für Räume, sei stark im Dribbling und schnell. Er bringe deshalb alle Qualitäten mit, die ein offensiver Mittelfeldspieler benötige.

Skeptiker bemängeln dagegen, dass Golovin körperlich nicht stark genug sei, um auf wirklich allerhöchstem Niveau zu bestehen. Er wirkt schlaksig. Seine Statur macht deutlich, dass er kein Fan des Kraftraums ist. Gerade im Rumpf fehlt ihm in harten Zweikämpfen oft die nötige Stabilität. Die Vergangenheit belegt diese Skepsis. In Spielen, in denen er hart angegangen wurde, versagte Golovin regelmäßig.

Seine Schusskraft ist ebenfalls nicht optimal. Golovin erläuft sich oft Abpraller und kann aus der zweiten Reihe abziehen. Zu wenige dieser Bälle finden ihren Ball ins Tor – trotz seiner eigentlich hervorragenden Schusstechnik.

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Was kann Golovin mit Russland erreichen?

Zur ganzen Wahrheit über Golovin und die russische Nationalmannschaft gehört, dass man sich hier noch nicht sicher ist, wie der Spieler ideal eingesetzt wird. Er pendelt zwischen offensivem Mittelfeld und der Position als Linksaußen. Ziemlich sicher ist, dass der bei der Fußball Europameisterschaft 2021 25-Jährige der beste Spieler ist, den die Russen im Kader haben. Damit dies auch zum Erfolg führen kann, muss er allerdings so eingesetzt werden, dass er seine Stärken ausspielen kann.

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