Stuttgart als EM 2024 Spielort – Die Mercedes-Benz Arena

In gewisser Hinsicht ist Stuttgart vielleicht sogar die bekannteste Stadt Deutschlands weltweit. Zumindest dürften die meisten Ausländer am ehesten Produkte aus der schwäbischen Metropole kennen, wenn es um Dinge aus Deutschland geht. Schließlich ist Daimler-Benz hier heimisch.

Wer einen Mercedes fährt, hat so eine direkte Verbindung nach Stuttgart. Die Stadt selbst ist weithin geprägt von dem Autobauer. Er bietet die meisten Arbeitsplätze in der Metropole und der angrenzenden Region. Er tritt zudem auch als Sponsor von kulturellen und sportlichen Veranstaltungen auf.

Eines der bekanntesten Beispiele soll das Thema dieses Textes sein: Das Stadion, das einer der Austragungsorte der EM 2024 sein wird, heißt (fast schon natürlich) Mercedes-Benz Arena bzw. früher Gottlieb-Daimler-Stadion. Es ist im echten Leben Heimat des VfB Stuttgart. Bei der Europameisterschaft 2024 wird das Stadion offiziell schlicht Stuttgart Arena heißen.

Die Mercedes-Benz-Arena bzw. Stuttgart Arena als Austragungsort der EM 2024 in Deutschland
Mercedes-Benz Arena in Stuttgart (Quelle: Wikipedia, Markus Unger, CC BY 2.0)

Daten und Fakten zur Mercedes-Benz Arena in Stuttgart

🏟️ Kapazität: 50.998 Plätze
🎉 Eröffnung: 23. Juli 1933
🏗️ Architekten: zuletzt ‚asp‘ Architekten Stuttgart
🏠 Heimmannschaft: VfB Stuttgart
💰 Kosten: insgesamt ca. 250 Millionen Euro

Alle Infos zum EURO 2024 Stadion in Stuttgart

Der ursprüngliche Bau von 1929 bis 1933 statt. Gedacht war die alte Arena für das 15. Deutsche Turnfest. Sie sollte 35.000 Zuschauer fassen und Stuttgarter Kampfbahn heißen. Als sie fertig war, waren allerdings die Nazis an der Macht, die sie nach dem Führer des Reiches benannten. Die Anlage wurde in zwei Schritten ausgebaut – bereits 1935 fasste sie 70.000 Zuschauer.

Wenige Jahre später konnten sogar mehr als 100.000 Menschen Ereignisse hier sehen. 1950 kamen dann auch satte 103.000 Menschen, um das erste deutsche Länderspiel der Nachkriegsgeschichte zu verfolgen, das die Bundesrepublik gegen die Schweiz austrug. 1959 war Stuttgart zudem Gastgeber des Endspiels des Europapokals der Landesmeister – zu dieser Partie kamen 80.000 Personen. Drei Jahre später wurde ein Finale des Europapokals der Pokalsieger im Schwabenland ausgetragen.

Doch inzwischen war das Stadion baufällig geworden. Zudem gab es kein Interesse mehr an derart gigantischen Anlagen, die zwar viel Raum boten, aber nicht komfortabel und teuer im Unterhalt waren. Mit dem Zuschlag der WM 1974 an die Bundesrepublik wurden deshalb weitläufige Umbauten beschlossen. Die zu dieser Zeit Neckarstadion genannte Arena wurde von 1971 bis 1973 deutlich verkleinert und modernisiert.

Verkleinert und Tribüne abgerissen

Dabei wurde eine Tribüne gleich komplett abgerissen. Die Kapazität sank auf 72.000 Zuschauer. Zwei Jahre nach der WM fand im Neckarstadion das erste Open-Air-Konzert in einem deutschen Stadion statt. Keine geringere Band als die Rolling Stones gaben sich die Ehre. 1988 fanden Spiele der EM im Neckarstadion statt.

Bis 1990 gab es kleinere Umbauten. Dann allerdings erhielt Stuttgart die Leichtathletik-WM 1993. Zudem stieg Daimler-Benz als Geldgeber ein. Bemerkenswert dabei: Die Stadt entschied sich freiwillig, die Arena nach dem Konzern zu benennen. Dieser wollte es ursprünglich gar nicht, da er das Geld für die Baumaßnahmen eigentlich ohne Bedingungen zur Verfügung gestellt hatte. Doch schließlich akzeptierte das Unternehmen. Durch die nun folgenden Umbauten erhielt die Arena in etwa ihre heutige Form und Kapazität.

Modernisierung für die Weltmeisterschaft

Als klar wurde, dass Deutschland die WM 2006 ausrichten würde, stellte sich auch schnell heraus, dass weitläufige Modernisierungen im Stadion vorzunehmen waren. Diese fanden in zwei Bauphasen statt – von 1999 bis 2003 und von 2004 bis 2005. Die Kapazität wurde dabei leicht auf mehr als 60.000 Plätze erhöht.

Dadurch, dass die Arbeiten bis 2005 dauerten, kam Stuttgart nicht als Austragungsort für den Confed Cup in Betracht. Die Arena durfte sich erst ein Jahr später bei der WM auf der großen Bühne präsentieren. Hier gewann Deutschland schließlich auch das Spiel um Platz 3 und sicherte sich so die Bronze-Medaille.

Nach der WM sollte Stuttgart auch noch Gastgeber der U-19-EM im Jahr 2016 sein. Ansonsten war es vor allem die Leichtathletik, die hier häufiger mit Spitzenwettbewerben zu Gast war. Das Weltfinale fand von 2006 bis 2008 in der Mercedes-Benz Arena statt. Aber erst mit der EM 2024 wird die ganz große Bühne wieder zurückkehren.

Das ist der EM 2024 Spielort Stuttgart

Stuttgart zählt rund 635.000 Einwohner. Es ist damit die größte Stadt Baden-Württembergs und zugleich die Hauptstadt des südwestlichen Bundeslandes. Der Name der Stadt leitet sich vom mittelniederdeutschen Wort für Stutengarten ab. Hier wurden früher edle Tiere gehalten und präsentiert. Das Gestüt wurde bereits im 10. Jahrhundert gegründet.

Zuvor gab es aber auch schon eine römische Siedlung auf dem Gebiet der heutigen Stadt. Diese entstand im 13. Jahrhundert und wurde insbesondere von den Staufern stark gefördert. Stuttgart wuchs und gedieh und wurde schließlich sogar zur Hauptstadt des Königreiches Württemberg. Die Region gilt als Heimat des deutschen Liberalismus.

Sehenswürdigkeiten & Sport am EM 2021 Spielort Stuttgart

Neben dem Werk von Mercedes sind das Opernhaus, das Schauspielhaus, der Schlossgarten und das Palladium-Theater. Auch die neue Staatsgalerie, das Mercedes-Benz-Museum, das Porsche-Museum und der Fruchtkasten am Schillerplatz ziehen immer wieder Gäste an.

Das Opernhaus von Stuttgart
Opernhaus Stuttgart (Quelle: Wikipedia, AngMoKio, CC BY-SA 3.0)

Sportlich hat Stuttgart neben dem Fußball noch einiges mehr zu bieten: In der Hans-Martin-Schleyer-Halle wird beispielsweise oft geboxt. Zudem gibt es ein Eissportzentrum. Bekannte Radrennen gastieren hier ebenfalls regelmäßig.