EM 2024 Spielort Gelsenkirchen: Die Veltins-Arena (Arena AufSchalke)

Der Name Schalke ist Fußballfans auch international bekannt. Schließlich hat der Verein dieses Namens wiederholt in der Champions League und der Europa League gespielt. 1997 konnte er zudem den UEFA Cup gewinnen. In schöner Regelmäßigkeit sind viele Fans deshalb überrascht, wenn sie erfahren, dass die Heimatstadt des Vereins nicht Schalke heißt, sondern Gelsenkirchen.

Der Klub-Name bezieht sich auf den Stadtteil, in dem sich der Verein angesiedelt hat. Es gibt ähnliche Fälle in Deutschland, die allerdings die ganze Stadt in ihre Bezeichnung eingezogen. Werder Bremen sei beispielhaft genannt. Durch die Erfolge konnte Schalke pünktlich zur WM 2006 eine der modernsten und schönsten Arenen der Bundesrepublik bauen. Diese wurde natürlich auch zu einem Spielort der EM 2024.

Arena AufSchalke als Spielort der EM 2024 in Deutschland
Veltings Arena (Arena AufSchalke) in Gelsenkirchen (Quelle: Wikipedia, Arne Müseler, CC BY-SA 3.0 de)

Daten und Fakten zur Veltins Arena

🏟️ Kapazität: 49.471 Plätze
🎉 Eröffnung: 13. August 2001
🏗️ Architekten: Günter Kus
🏠 Heimmannschaft: FC Schalke 04
💰 Kosten: ca. 200 Millionen Euro

Alle Infos zum EURO 2024 Stadion in Gelsenkirchen

Lange war das Parkstadion die Heimat des FC Schalke 04. Es wurde zur WM 1974 gebaut und löste die Glückauf-Kampfbahn ab. Das neue Stadion hatte aber diverse bauliche Schwächen und musste zudem mit Bergschäden kämpfen. Bereits in den 1980er Jahren entstanden deshalb die Pläne, eine neue Arena an die Stelle des Parkstadions zu setzen. Die katastrophalen Finanzen des Vereins verhinderten dies.

In den 1990er Jahren konnte der damalige Manager Rudi Assauer den Klub sanieren. Dies ermöglichte es, die Neubaupläne zu realisieren. Dies war höchste Zeit, da immer größere Bereiche des Parkstadions baufällig waren und gesperrt werden mussten. 1998 wurde der Grundstein für die Arena AufSchalke gelegt. 2001 erfolgt die feierliche Eröffnung. Zu Gast waren der Partnerverein 1. FC Nürnberg und der Lieblingsfeind Borussia Dortmund, um ein Blitzturnier auszutragen.

Neue Arena direkt nebenan

Das neue Stadion entstand direkt neben dem alten. So konnte Schalke die bisherigen Anfahrtslösungen weiterhin nutzen. Nach der Eröffnung wurde die alte Arena abgerissen. Das wohl markanteste Wahrzeichen des neuen Stadions ist das komplett schließbare Dach, das ihm bei einigen Fans den spöttischen Namen Sporthalle eingebracht hat. Seit 2005 trägt das Stadion den Namen Veltins Arena. Seit 2019 heißt der Platz vor dem Stadion Rudi-Assauer-Platz, um an den in diesem Jahr verstorbenen Manager zu gedenken. Das Stadion steht am Rudi-Assauer-Platz 1.

Seit 2010 haben jährlich im Schnitt zwischen 2,3 und 2,6 Millionen Menschen Spiele in der Arena besucht. Diese gehört damit regelmäßig zu den am besten besuchten Stadien Deutschlands. 2014 konnte sie in dieser Statistik sogar den ersten Rang belegen. Lediglich die Allianz Arena in München und der Signal Iduna Park in Dortmund schafften es ansonsten, noch mehr Zuschauer anzuziehen.

Neben der WM 2006 fanden auch andere fußballerische Großereignisse in dem Stadion statt. Beispielsweise das Champions League-Finale 2004 wurde hier ausgetragen. Auch der Supercup war schon zu Gast. Andere Sportarten, die regelmäßig in der Arena gastieren, sind der Biathlon, der Football und das Boxen. TV-Events, Konzerte und Filmpremieren waren ebenfalls bereits in der Veltins-Arena zu bestaunen. Gleiches gilt für Darts.

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Das ist der EM 2024 Spielort Gelsenkirchen

Mit 260.000 Einwohnern zählt Gelsenkirchen zu den Großstädten im Ruhrgebiet. Sie ist Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und des Regionalverbandes Lippe. Ganz in der Nähe befinden sich zudem andere Großstädte Nordrhein-Westfalens wie z.B. Düsseldorf, Dortmund oder auch Bochum. Früher hieß Gelsenkirchen auch die „Stadt der 1000 Feuer“. Die zahlreichen Kohle-Bergbauunternehmen entsorgten mit Fackeln überschüssiges Gas. Inzwischen ist diese Praxis aber lange aufgegeben.

Gelsenkirchen entstand als Stadt im 11. Jahrhundert. Menschen lebten hier aber bereits seit der Bronzezeit. Archäologen haben die Spuren von Siedlungen gefunden. Diese deuten an, dass auf dem heutigen Stadtgebiet sogar mehrere Jagdvölker heimisch waren. Der heutige Name ist seit dem 12. Jahrhundert bekannt und ist mittelniederdeutsch. Übersetzt heißt er „Kirche bei den Siedlern“. Er gibt somit auch gleich an, was maßgeblich für die Benennung war.

Historisch trat Gelsenkirchen nur wenig in Erscheinung. Im 17. Jahrhundert wurden 15 Frauen im Rahmen von Hexenverfolgungen hingerichtet. Ungefähr zu dieser Zeit wurde die Stadt auch Teil Preußens. Im 19. Jahrhundert zog das Zeitalter der Industrialisierung auf. Durch die Kohle in der Erde und die gute Eisenbahnanbindung wuchs Gelsenkirchen fortan rasant und konnte Großstadt werden. Immer mehr Unternehmen der Schwerindustrie siedelten sich hier an. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt deshalb Ziel zahlreicher Bombardierungen.

Sightseeing bei der EURO 2024 in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen gehört fraglos nicht zu den schönsten Städten Deutschlands. Diesbezüglich wird auch kaum ein Einheimischer widersprechen. Einige besondere Sehenswürdigkeiten gibt es aber doch, die sich lohnen. Hierzu zählen beispielsweise die neue Synagoge, der Wissenschaftspark, die ZOOM Erlebniswelt und die Heilig-Kreuz-Kirche.

Wissenschaftspark im EM 2024 Spielort Gelsenkirchen
Der Wissenschaftspark in Gelsenkirchen (Quelle: Wikipedia, Thomas Robbin, CC BY-SA 3.0)

Das größte und bekannteste Bauwerk der Stadt ist allerdings die Veltins-Arena. Dies führt zum Sport. Schalke 04 ist hier ohne jede Frage das absolute Aushängeschild der Stadt. Der Klub stellt zudem auch den erfolgreichsten Basketballverein in Gelsenkirchen. Dieser ist immerhin zweitklassig. Leichtathletik wird auf höchstem Niveau in der Ruhr-Metropole betrieben. Austragungsort ist in aller Regel das Jahnstadion. Außerdem gibt es eine Trapprennbahn.