EM 2024 Spielort Dortmund – Signal-Iduna-Park

Dortmund zahlt fraglos fußballerisch zu den Hauptstädten Deutschlands. Der heimische BVB ist nach dem FC Bayern der zweiterfolgreichste Klub des Landes. Das Stadion der Borussia, der Signal-Iduna-Park (bis 2005: Westfalenstadion), ist die größte Arena der Bundesrepublik und die zweitgrößte des Kontinents. Nur das Camp Nou als Heimat des FC Barcelona fasst noch mehr Zuschauer.

Der Signal-Iduna-Park ist zugleich eines der ältesten Stadien Deutschlands, das noch in Betrieb ist. Gebaut wurde es schon 1974. All diese Gründe haben es zu keiner Frage werden lassen, dass die Dortmunder Arena auch bei der EM 2024 einer der Spielorte sein wird. Hier wird auch ein EURO-Achtelfinale und eines der beiden Halbfinale der EM 2024 stattfinden. Die einzigartige Atmosphäre der Arena lädt dazu ein.

Signal Iduna Park in Dortmund als EM 2024 Spielort
Signal Iduna Park in Dortmund (Quelle: Wikipedia, Arne Müseler, CC BY-SA 3.0 de )

Daten und Fakten zum Signal-Iduna-Park

🏟️ Kapazität: 61.524 Plätze (für die EURO 2024, sonst: 81.365)
🎉 Eröffnung: 2. April 1974
🏗️ Architekten: Hochbauamt Dortmund, Planungsgruppe Drathler GmbH
🏠 Heimmannschaft: Borussia Dortmund
💰 Kosten: geschätzt 200 Millionen Euro mit allen Ausbaustufen

EM-Spiele im Signal-Iduna-Park, Dortmund

15.06.2024 – 21:00
Gruppe B
18.06.2024 – 18:00
Gruppe F
22.06.2024 – 18:00
Gruppe F
25.06.2024 – 18:00
Gruppe D
29.06.2024 – 21:00
Achtelfinale
10.07.2024 – 21:00
Halbfinale

Alle Infos zum EURO 2024 Stadion in Dortmund

Das Dortmunder Stadion entstand ursprünglich für die WM 1974. Die Stadt gab 1971 grünes Licht. Gebaut werden sollte eine Arena, die 54.000 Plätze fassen würde. Um Geld zu sparen, wurde ein Palettenstadion in Fertigbauweise bestellt. Kostenpunkt waren damals 31,7 Millionen DM – also etwa 16 Millionen Euro. Am 2. April 1974 wurde die Arena feierlich mit einem Freundschaftsspiel der Erzrivalen Borussia Dortmund und FC Schalke 04 eröffnet.

Lange blieb der ursprüngliche Bau bestehen. Dies führte dazu, dass die EM 1988 nicht in Dortmund ausgetragen wurde. 1992 gab es erste Renovierungen. Von 1995 bis 1999 und von 2002 bis 2003 wurde das Stadion ausgebaut. Die letzte Renovierung datiert aus dem Jahr 2019. Durch die Ausbauten wurde Dortmund zu einem der Stadien für die WM 2006 und durfte das UEFA-Pokal-Finale 2001 ausrichten. Vor der EM 2024 soll es einige weitere Sanierungsmaßnahmen geben.

>> Alle EM 2024 Spielorte im Überblick.

Photovoltaikanlage & Oberrangbande

Der Signal-Iduna-Park weist einige bauliche Besonderheiten auf. So gibt es beispielsweise seit 2011 auf dem Dach eine Photovoltaikanlage. Sie befindet sich über der Nordtribüne und hat die Form des Logos von Borussia Dortmund. Die Fluchtlichtanlage besteht aus LED-Leuchten. Zudem gibt es eine digitale Oberrangbande.

Die beiden 48 Quadratmeter großen LED-Leinwände arbeiten in einem 16:9-Format, um ein möglichst scharfes Bild zu bieten. Seit 2008 gibt es zudem ein Vereinsmuseum namens „Borusseum“, das an der Arena angesiedelt ist. Seit 2013 können Zuschauer ein kostenloses WLAN im Stadion in Anspruch nehmen. Dortmund EM Tickets werden bei den Fans aufgrund mit Sicherheit ganz besonders beliebt sein.

Das ist der EM 2024 Spielort Dortmund

Seien wir fair: Wenn die Rede von den schönsten Städten Deutschlands ist, erhält Dortmund eher keine Nennung. Die an der Ruhr gelegene Metropole ist Heimat von fast 600.000 Menschen und damit das Sinnbild einer Arbeiterstadt. Hier wurde lange Bergbau betrieben. Dies ist Dortmund anzumerken. Viele Anlagen, von weitem verrußt wirkende Gebäude und Unternehmen, die in der Kohleförderung tätig sind, sprechen eine deutliche Sprache.

Dabei begann eigentlich alles anders. Dortmund zählt zu den ältesten deutschen Städten. Erstmals wurde die Stadt im 9. Jahrhundert erwähnt. Im 10. Jahrhundert erhielt sie die Marktrechte. Lange war sie eine klassische Kaiserheimat. Beispielsweise Friedrich Barbarossa hielt hier einen Hoftag ab. Durch andere Großstädte in der Nähe wie z.B. Köln büßte sie jedoch zunehmend ihre Bedeutung an. Im 19. Jahrhundert begannen die Kohleförderung und die Stahlproduktion, die das Stadtbild bis heute prägen.

Durch Brände, Umbaumaßnahmen und die Bomben des Zweiten Weltkrieges sind kaum noch Gebäude erhalten, die älter als 80 Jahre sind. Die meisten Wohnhäuser entstanden nach 1960. 105 Angriffe wurden auf Dortmund geflogen. Dabei gingen mehr als 22.000 Tonnen an Bomben nieder.

90 Prozent des Zentrums wurden zerstört. Bauwerke wie das alte Rathaus, die frühere Synagoge, das alte Theater und den ursprünglichen Bahnhof gibt es nur noch auf Bildern. Erst seit einigen Jahren versucht Dortmund ein wenig von dem Bild der Industriemetropole zu lösen und zumindest einen Hauch von weltstädtischem Flair zu versprühen.

Sehenswürdigkeiten und Sport im Euro 2024 Spielort Dortmund

Historische Bauten sind aus den genannten Gründen kaum noch zu finden. Einige entsprechende Sehenswürdigkeiten sind das alte Stadthaus am Friedensplatz, das alte Hafenamt, das Haus Schulte Witten und einige Kirchen. St. Marien, St. Petri und St. Urbanus stammen beispielsweise sogar noch aus dem Mittelalter, wurden aber im Laufe der Jahrhunderte erkennbar mehrfach saniert.

Das alte Stadthaus in Dortmund
Altest Stadthaus in Dortmund (Quelle: Wikipedia, Lucas Kaufmann, CC BY-SA 4.0 )

Moderne Sehenswürdigkeiten sind die Stadt- und Landesbibliothek (in einem Komplex mit IWO-Hochaus, RWE-Tower und Sparkassen-Hochhaus), das Konzerthaus und der Hansaplatz. Sportfans sollten ebenfalls den Borsigplatz besuchen – hier feiert der BVB seine Erfolge. Sportlich hat Dortmund abgesehen von der Borussia nicht so viel zu bieten. Immerhin ist hier der Hauptsitz des Deutschen Handballbundes beheimatet.

Außerdem existieren in der Stadt Leistungszentren für die Disziplinen Sportschießen, Eistanzen und Eiskunstlaufen. Dies alles verblasst aber zu der unvergleichbaren Bedeutung, die der Fußball spielt. Der BVB hat mehr als 155.000 Mitglieder. Der Zuschauerschnitt liegt bei fast 80.000 Personen pro Partie. Dortmund hat damit mit Abstand den höchsten Zuschauerschnitt aller Clubs des Kontinents – und dies quer durch alle Wettbewerbe.