Volksparkstadion in Hamburg als EM 2024 Spielort

Hamburg zählt ohne Frage zu den bekanntesten Städten Deutschlands. Vielleicht ist es sogar die bekannteste. Der Hafen, die Elbe oder die Reeperbahn sind weltweit bekannt. Natürlich hat sich Hamburg auch im Sport einen großen Namen erworben. Mit dem Hamburger SV war lange der Verein an der Elbe ansässig, der die meiste Zeit von allen deutschen Klubs in der Fußball-Bundesliga spielte.

Der FC St. Pauli hat es schon mehrfach geschafft, bis in das deutsche Oberhaus aufzusteigen. Mit dem Volksparkstadion steht zudem eine der modernsten Arenen des Landes in Hamburg. Schon 2006 war die Hanse-Metropole deshalb Spielort der WM. 2024 hat Hamburg im Rahmen Europameisterschaft eine ähnliche Ehre. Wir stellen das Stadion und den Spielort vor.

Das Volksparkstadion in Hamburg als EURO 2024 Spielort in Deutschland
Volksparkstadion (Hamburg Arena) (Quelle: Wikipedia, Reinhard Kraasch, CC BY-SA 4.0 DE)

Daten & Fakten zum Volksparkstadion

🏟️ Kapazität: 50.215 Plätze
🎉 Eröffnung: 1953
🏗️ Architekten: Manfred O. Steuerwald
🏠 Heimmannschaft: Hamburger SV
💰 Kosten: Ca. 150 Millionen Euro mit allen Umbauten

Alle Infos zur Hamburg Arena bei der EURO 2024

Das ursprüngliche Volksparkstadion wurde zwischen 1951 und 1953 gebaut. Es ersetzte das Altonaer Stadion und bot ursprünglich 76.000 Zuschauern Platz. Dieser Wert war allerdings mit modernen Sicherheitskonzepten unvereinbar, die für internationale Spiele zwingend umgesetzt wurden. Schon im Rahmen von Umbauten für die WM 1974 sank die Kapazität deshalb auf etwa 61.000 Plätze. Im Rahmen dieses Turniers fand auch das Duell der beiden deutschen Staaten in Hamburg statt, dass die DDR durch ein Tor von Jürgen Sparwasser mit 1:0 für sich entscheiden konnte.

Der Hamburger SV war ursprünglich am Rothenbaum beheimatet. Tennis wird dort bis heute unter seinem Namen gespielt. In den 1960er Jahren stieß das dortige Stadion aber endgültig an seine Grenzen. Und an einen Ausbau war nicht zu denken. Der HSV siedelte deshalb in den Volkspark von Altona im Jahr 1963 um. Einige Male gab es jedoch Ärger mit den Fans der Hanseaten und dem Stadion. Beispielsweise kam es im Rahmen der Meisterfeier 1979 zu Ausschreitungen und deshalb zu einer Panik mit 71 Verletzten. Aus Sicherheitsgründen wurde die Kapazität weiter reduziert.

Umbauten und Sanierungen für Großveranstaltungen

1988 war Hamburg einer der Spielorte der EM. Schon hier war deutlich, dass das Volksparkstadion langsam in die Jahre gekommen war. Zwischen 1998 und 2000 gab es deshalb umfassende Umbauten und Sanierungen, die auch schon halb mit Blick auf die WM 2006 geschahen. Optisch ist das Stadion im Prinzip seit der damaligen Neueröffnung unverändert, obwohl es zwischen 2008 und 2010 weitere Baumaßnahmen gab. Bis zur EM 2024 sollen noch einmal Sanierungen durchgeführt werden.

Das Volksparkstadion hieß von 2001 bis 2007 AOL Arena. Es war das erste große Stadion der Bundesrepublik, das seine Namensrechte verkaufte. Zwischen 2007 und 2010 firmierte es als HSH Nordbank Arena. Bis 2015 hatte es die Bezeichnung Imtech Arena. In diesem Jahr kaufte der Milliardär und HSV-Investor Klaus-Michael Kühne die Namensrechte und gab ihm seinen alten Namen zurück.

Neben dem HSV spielt vorwiegend die deutsche Nationalmannschaft in Hamburg, die hier inzwischen diverse Länderspiele seit der Neueröffnung 2000 absolvierte. 2010 fand das Finale der Europa League in der Arena der Elb-Metropole statt. Kleinere nationale Wettbewerbe, die hier ausgetragen wurden, waren außerdem der Liga total!-Cup 2012 und der Telekom Cup 2014. Das Stadion ist zudem immer wieder Gastgeber von Konzerten. Bei nationalen Spielen bietet es Platz für bis zu 57.000 Zuschauer.

Die EM 2024 in Hamburg als Austragungsort

Hamburg ist ein deutscher Stadt-Staat. Dies bedeutet, dass die Elb-Metropole zugleich Stadt und Bundesland ist. Sie zählt rund 1,9 Millionen Einwohner. Sie ist damit die zweitgrößte Stadt Deutschlands hinter Berlin und die drittgrößte des deutschsprachigen Raums. Das Autokennzeichen HH zeigt an, dass Hamburg im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit Mitglied der Handelsgemeinschaft Hanse war. Hier nahm die Stadt sogar eine der führenden Rollen ein.

Seinen Namen verdankt Hamburg der Hammaburg – einer Königspfalz von Karl dem Großen. Dieser ließ eine Taufkirche in ihr errichten. Diese entwickelte sich schnell zu einem Anzugspunkt für Siedler, weshalb sich erst ein Dorf und schließlich eine Stadt um die Burg bildete. Die Taufkirche bewegte zudem einen Erzbischof dazu, seinen Sitz nach Hamburg zu verlegen. Nach einem Wikingerüberfall 843 wanderte dieser nach Bremen.

Wirtschaftlich wurde der Hafen schnell sehr wichtig. Unternehmen, die sich in Hamburg ansiedelten, nutzten diesen fast ausnahmslos. Die Bierbrauer waren von besonderer Wichtigkeit. Hamburg galt als das Brauhaus der Hanse. Bis heute wird hier Bier gebraut und exportiert. Das moderne Hamburg ist zudem eine wichtige Medienstadt. Auch die Bildungseinrichtungen der norddeutschen Metropole sind bedeutend. Beispielhaft seien Hochschulen wie die Universität und die Bundeswehr-Universität genannt.

>> Alle Spielorte der Europameisterschaft 2024.

Sightseeing am EURO 2024 Spielort Hamburg

Die berühmten Wahrzeichen sind zu viele, um sie alle zu nennen. Beispielhaft seien deshalb nur der Michel, der Dom, der Sitz der Bürgerschaft, die Staatsoper, die Laeiszhalle, die Elbphilarmonie, die Speicherstadt, das Wasserschloss und die Außenalster genannt.

Die Elbphilharmonie in Hamburg
Elbphilharmonie in Hamburg (Quelle: Wikipedia, Hackercatxxy, CC BY-SA 4.0)

Sportlich sind die bereits erwähnten Vereine Hamburger SV und FC St. Pauli Aushängeschilder für den Fußball. Für den Handball übernimmt diese Rolle der HSV Hamburg. Der Hamburg Marathon zählt überdies zu den bekanntesten Leichtathletik-Wettkämpfen der Welt.