DFB-Auswahl mit Problemen in der Offensive

Der Neustart nach der verkorksten Fußball Weltmeisterschaft 2018 ist der deutschen Nationalmannschaft zumindest ergebnistechnisch einigermaßen gelungen.

Zum Auftakt der neuen UEFA Nations League trotzte Deutschland Weltmeister Frankreich ein 0:0 ab und gewann drei Tage später ein Freundschaftsspiel gegen Peru mit 2:1. Jeweils ausbaufähig waren allerdings die gezeigten Leistungen, insbesondere im Spiel nach vorne.

Wie schon bei der WM in Russland sowie den Auftritten im Frühjahr mangelte es der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw, die derzeit nur auf Rang 15 der Fußball Weltrangliste liegt, an der Offensivpower vergangener Jahre. Deutschland spielte oft zu statisch, ohne überraschende Elemente und den nötigen Tiefgang.

Diese Probleme hat man beim DFB durchaus erkannt, doch sie zu beheben geht offenkundig nicht von heute auf morgen. Auch deshalb nicht, weil nach den Rücktritten von Mario Gomez und Sandro Wagner aktuell kein Mittelstürmer von internationalem Format zur Verfügung steht.

Marco Reus, der sowohl gegen Frankreich als auch gegen Peru in vorderster Front ran durfte, verkörpert an guten Tagen zwar zweifellos Weltklasse, allerdings nicht als zentraler Stürmer, sondern in einer tieferen Rolle. Dort wiederum sieht Bundestrainer Löw auch Timo Werner besser aufgehoben, während es sich bei Thomas Müller, Julian Brandt oder Leroy Sane ohnehin nicht um echte Stürmer im DFB-Trikot handelt.

Stindl und Selke kommen aus Verletzungen

Der gegen Peru in seinem zweiten Länderspiel 20 Minuten vor Schluss eingewechselte Nils Petersen wäre ein Spieler, der die Rolle im Sturmzentrum ausfüllen kann. Doch es bestehen durchaus Zweifel daran, dass der schon 29 Jahre alte Angreifer vom SC Freiburg auf längere Sicht die geeignete Lösung darstellt.

Weil Mark Uth, der als Kandidat für den Neuaufbau gehandelt wurde, nach seinem Wechsel von der TSG 1899 Hoffenheim zum FC Schalke 04 noch auf Formsuche ist, und sich Maximilian Philipp auf ebenfalls eher ungewohnter Mittelstürmer-Position bei Borussia Dortmund auch nicht empfehlen konnte, bleiben nicht mehr viele Kandidaten.

Lars Stindl und Davie Selke arbeiten sich nach Verletzungen gerade erst heran und Kevin Volland ist ein weiterer Spieler, der mit Anlauf kommend besser ist als mit dem Rücken zum Tor im Strafraum.

Im Oktober in Holland und Frankreich

Für die Länderspiele in der Nations League A im Oktober in der Niederlande (13.10.) und Frankreich (16.10.) gilt nun Niclas Füllkrug von Hannover 96 als heißer Kandidat.

Am vergangenen Samstag erzielte der 25-Jährige unter den Augen von DFB-Scout Thomas Schneider bei Hannovers 2:3-Niederlage bei RB Leipzig ein sehenswertes erstes Saisontor.

Nach 14 Treffern in der vergangenen Spielzeit wurde Füllkrug schon in den letzten Wochen mehrfach als Kandidat für die Nationalmannschaft gehandelt und vor allem auch von den 96-Verantwortlichen immer wieder ins Gespräch gebracht.

“Ich versuche, weiter alles zu geben, um irgendwann dieses Ziel zu erreichen“, machte Füllkrug nun im Interview mit dem “Sportbuzzer“ kein Geheimnis daraus, durchaus an die Nationalmannschaft zu denken. Trifft der 1,89 Meter große Angreifer auch in den nächsten Spielen, stehen die Chancen auf eine Nominierung für die Nations League Deutschland wohl nicht schlecht.

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