Tschechiens Trainer Karel Jarolim muss gehen

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Der tschechische Fußball hat schon bessere Zeiten gesehen. Zwar gelang nach der 1993 erfolgten Trennung von der Slowakei nur ein Mal die Qualifikation für eine WM-Endrunde und bei dieser reichte es 2006 in Deutschland auch nicht über die Gruppenphase hinaus, doch bei Europameisterschaften sorgte Tschechien mehrfach für Furore.

1996 schafften es Karel Poborsky und Co. als Überraschungsteam bis ins Finale, in dem sich dann aber Deutschland als einen Tick besser erwies, wenngleich die Niederlage durch das Golden Goal von Oliver Bierhoff eher unglücklich war.

Nach dem Vorrunden-Aus 2000 stellte Tschechien bei der EM 2004 mit der goldenen Generation um Tomas Rosicky, Jan Koller, Petr Cech und vor allem Pavel Nedved das nach einhelliger Meinung beste Team des Turniers. Dieses scheiterte aber im Halbfinale an cleveren Griechen, die am Ende auch völlig überraschend Europameister wurden.

Danach wurde es dann mit den tschechischen Erfolgen auch bei Europameisterschaften schon dünner. Auf das Vorrunden-Aus 2008 folgte 2012 nochmal der Sprung ins Viertelfinale, ehe bei der EURO 2016 wiederum nach der Gruppenphase Schluss war.

Fehlstart in die neue Saison

Nach nur einem Punkt aus drei Spielen und dem letzten Platz in der Gruppe musste Trainer Pavel Vrba nach der Europameisterschaft in Frankreich gehen.

Karel Jarolim sollte als neuer Coach die Qualifikation für die WM 2018 schaffen, ist bei dieser Mission als Tabellendritter hinter Deutschland und Nordirland aber krachend gescheitert. Dennoch blieb Jarolim zunächst im Amt, mit dem Ziel, die Auswahl zur EM 2020 zu führen.

Nach nur zwei Länderspielen in der neuen Saison ist die Ära von Jarolim als Nationaltrainer nun aber doch beendet. Nach dem Fehlstart in die neue UEFA Nations League mit einer 1:2-Heimniederlage gegen die Ukraine und einer herben 1:5-Schlappe im Testspiel in Russland entschieden sich der Verband und Jarolim dazu, sich in beiderseitigem Einvernehmen zu trennen.

Zwei Kandidaten für die Nachfolge

„Die Situation war nicht länger tragbar und musste sofort gelöst werden“, kommentierte Tschechiens Verbandsvorsitzender Martin Malik die Trennung, die auch in Zusammenhang mit harscher Selbstkritik Jarolims gestanden haben dürfte.

„Ich hätte eine öffentliche Hinrichtung verdient“, soll der 62 Jahre alte Fußball-Lehrer Medienberichten zufolge auf dem Rückflug aus Russland gesagt haben. In der offiziellen Pressemitteilung des Verbandes wird Jarolim damit zitiert, dass das Team “einen neuen Impuls“ brauche.

Wer für diesen Impuls sorgen und im Oktober bei den beiden Auswärtsspielen in der Nations League Liga B in der Slowakei und in der Ukraine in verantwortlicher Position auf der Bank Platz nehmen wird, ist noch offen.

Mit dem aktuellen Trainer der U21, Vitezslav Lavicka, sowie dem zuletzt bis Dezember 2017 für Slavia Prag tätigen Jaroslav Silhavy machen aktuell vor allem zwei Namen potentieller Nachfolger Jarolims die Runde.

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