Island WM-Trikot 2018

Die Frage, welches Team die größte Popularität bei der nahenden WM 2018 in Russland besitzen wird, ist schon entschieden, bevor der erste Ball rollt. Island werden wie schon bei der EURO 2016 in Frankreich auch in Russland die Herzen zufliegen.

Schließlich hat das vom Wikinger Floki Vilgerðarson begründete Land gerade einmal 300.000 Einwohner. Das Treibeis, dem Island seinen Namen verdankt, bedeckt das ganze Jahr weite Flächen und macht es vielerorts unmöglich, Fußball als Leistungssport zu betreiben.

Islands Erfolg ist deshalb ein Wunder und ein Märchen. Das neue WM-Trikot von Island wurde am 15. März 2018 präsentiert und spiegelt wider, wie stolz man auf die eigene Herkunft ist.

Island spielt in Blau und Weiß

Islands WM 2018-Trikot ist sehr traditionell gestaltet. Das Heimtrikot ist in der Grundfarbe Blau gehalten. Über dem Herzen der Spieler befindet sich die Landesflagge.

Das rot-weiße Kreuz der Flagge beginnt allerdings schon am Saum des Jerseys und zieht sich bis ganz nach oben auf die Schulter. Zentral auf der Brust ist die Spielernummer in weißer Farbe zu sehen.

Über der rechten Brust des Spielers auf Höhe mit der Landesflagge befindet sich das Logo des Aurüsters Erreá. Es ist ebenfalls weiß. Das Auswärtstrikot folgt dem identischen Design, allerdings sind die Farben Blau und Weiß in diesem Fall umgekehrt.

Die besonderen Farben, die sich auch allesamt in der isländischen Landesflagge finden, haben einen sehr viel klareren Hintergrund als beispielsweise die weißen Jerseys der deutschen Nationalmannschaft. Blau steht sinnbildlich für den Ozean, der Island umgibt.

Weiß erinnert an den Schnee und das Eis des Landes. Rot steht, wie fast in jeder Flagge, die auf diese Farbe vertraut, für das Herzensblut der Menschen gegenüber ihrem Heimatland. Das Kreuz ist selbsterklärend. Ausrüster Erreá hat sich bemüht, so viel der isländischen Identität wie möglich im Jersey einzufangen.

In WM 2018 Gruppe D muss sich Island übrigens gegen die harten Gegner Argentinien, Kroatien und Nigeria durchsetzen. Mit einem Aufstieg ins WM-Achtelfinale würden die Inselkicker für die nächste Riesensensation sorgen.

Wird die 10 Islands magische Nummer?

Wie oben bereits angesprochen, ist es ein Wunder und ein Märchen, was sich gerade rund um den isländischen Fußball ereignet. Das Land blickt noch auf keine große Tradition zurück.

Als Beispiel: Islands Rekordspieler Rúnar Kristinsson, der 104 Mal für sein Land auflief und inzwischen erfolgreich als Trainer arbeitet, hatte zu seinen besten Zeiten einen Marktwert von 400.000 Euro.

Der aktuell wertvollste Spieler im WM-Kader von Island ist Gylfi Sigurðsson, der sein Geld beim FC Everton verdient. Er kommt auf einen Marktwert von 13 Millionen Euro. Wegen dieser fehlenden Tradition hat Island noch keine Rückennummer, die eine gewisse Magie versprüht. Es gibt keine Beckenbauer-5, keine Maradona-10, keine Pelé-10 und keine Ronaldo-7.

Die 10 könnte allerdings die magische Rückennummer der Isländer werden. Schließlich hat sie kein geringerer Spieler als Sigurðsson auf dem Rücken, der schon jetzt einen Status als Volksheld in seinem Heimatland genießt.

Vielleicht macht aber auch die Nummer 6 das Rennen. Sie trägt Abwehrchef Ragnar Sigurðsson, der nach dem größten König der Wikinger benannt wurde. Sein Geld verdient er in Russland bei Rubin Kasan. Er weiß also, was auf Island bei der WM zukommt.

Diesen Prozess zu beobachten, ist sehr spannend. Und auch deshalb ist Island so beliebt. Mannschaften wie Deutschland, Brasilien oder Argentinien haben schon vor Jahrzehnten ihre Legenden geschrieben, die unvergesslich sind.

Bei Island ist es anders: Beim Team in den blau-weißen Jerseys können wir miterleben, wie eine neue Legende, eine große und unvergessliche Mannschaft entsteht. Wir waren dabei, als sich das kleine Island für eine WM qualifizierte, aber die großen Teams aus Italien und den Niederlanden scheiterten.

Erreá: Familienunternehmen aus Italien

Ein gesonderter Blick auf den Ausrüster Islands lohnt sich. Schließlich stammt das WM-Trikot von einem Ausrüster, der sehr viel jünger und kleiner als Konzerne wie beispielsweise adidas oder Nike ist.

Erreá ist in Torrile (Provinz Parma) ansässig und wurde erst 1988 gegründet. Bis heute handelt es sich um ein Familienunternehmen. Der ehemalige Fußballer Angelo Gandalfi führt das Haus gemeinsam mit seinem Sohn Roberto.

Die Verbindung zum Leistungssport liegt so schon in der DNA des isländischen Ausrüsters. Der Unternehmensname ist ein Spiel der Anfangsbuchstaben der Vornamen der beiden Männer.

Erreá war als Ausrüster aber nicht nur für Island interessant, weil die Italiener als kleiner Außenseiter im hart umkämpften und von Großkonzernen dominierten Sportartikelmarkt eine gewisse Ähnlichkeit mit der Nationalmannschaft des Landes besitzen. Erreá hat als erster Sportartikel-Hersteller überhaupt die Öko-Tex-Zertifizierung erhalten.

Dieses bescheinigt, dass alle eingesetzten Rohstoffe absolut frei von schädlichen Chemikalien sind. Überdies garantiert das Zertifikat, dass die Produktion auf gesundheitsgefährdende Schadstoffe verzichtet. Für Island ist dies weit mehr als nur positive PR. Der Umweltschutz besitzt aufgrund der klimatischen Bedingungen in Island eine sehr viel größere Bedeutung als in den meisten anderen Ländern. Erreá passt als Ausrüster so tatsächlich zu den Werten der Isländer.

Gemeinsam mit dem isländischen Team stieg der italienische Ausrüster auf. Ansonsten sind die Mannschaften, die das Haus versorgt, sehr viel weniger bekannt – oder in einer Sportart aktiv, die in Europa längst nicht die Popularität des Fußballs erreicht.

Im deutschsprachigen Raum ist Erreá so beispielsweise Ausrüster von zwei Teams aus der schweizerischen Super League, der Basketball-Nationalmannschaft der Schweiz, der deutschen Rugby-Nationalmannschaft und des deutschen Handball-Bundesligisten VfL Gummersbach.

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