WM-Teilnehmer Kolumbien: Die „Cafeteros“ im Porträt

Für sportlich positive Schlagzeilen konnte Kolumbien eigentlich noch nie sorgen. Das Land ist fest im Würgegriff der Drogenmafia, die hier einen Krieg gegen die Bevölkerung und den Staat führen. Der Profisport leidet darunter. Talentierte Spieler verlassen das Land oft so schnell sie können. Vor einigen Jahren war die Situation sogar so schlimm, dass sich Kolumbien nicht einmal im eigenen Land angemessen auf eine Copa vorbereiten konnte. Aus der Not hat das Land inzwischen eine Tugend gemacht: Coach Jose Pekerman ließ wissen, dass man gute Spieler habe und eigentlich nur positiv überraschen könne. Ganz falsch ist dies nicht.

Vorschau der Spiele Kolumbiens bei der Fußball Weltmeisterschaft

Kolumbien ist erstmals seit 1998 dabei

Die wichtigsten Spieler von Kolumbien

Der beste und wichtigste Spieler verdient mittlerweile beim AS Monaco sein Geld und ist von Beruf Stürmer: Stürmerstar Ramadel Falcao besitzt fraglos Weltklasse. Und anders als so viele andere Spieler, denen man diese auch zugesprochen hat, konnte der Stürmer sie auch schon wiederholt nachweisen. Allerdings ist der Frankreich-Legionär im Moment verletzt, über einen Einsatz wird wohl erst kurz vor Turnierbeginn enthschieden. Er ist jedoch der Spieler, den auch die Deutschen, Spanier und Brasilianer erst einmal stoppen müssen. Im Mittelfeld kann er sich auf Juan Zuniga, Fredy Guarin sowie James Rodriquez verlassen, die gemeinsam die Klasse besitzen, nicht nur hervorragende Angriffszüge zu inszenieren, sondern auch talentierten Gegenspielern den Spaß am Spiel nehmen können.

Die letzten Ergebnisse der „Cafeteros“

Wird Radamel Falcao rechtzeitig fit für die WM?
Wikimedia, Juroxane (CC BY-SA 3.0)

Wirft man einen Blick auf die letzten Ergebnisse von Kolumbien, so hält man das Team für schlechter als es ist. Deshalb sollte man diesbezüglich sehr vorsichtig sein. Die „Cafeteros“ konnten sich für keine der letzten drei Weltmeisterschaften qualifizieren – was für einen amerikanischen Starter eigentlich schon sehr vielsagend ist. Bei den letzten Copas lief es kaum besser. Man musste nach der Vorrunde die Heimreise antreten und scheiterte dabei regelmäßig an Mannschaften, die nicht zum besten gehören, was in Süd- und Mittelamerika am Ball ist.

Die Stärke der heimischen Liga

In Kolumbien wird zwar auf dem Papier Profi-Fußball gespielt, tatsächlich hat dies aber kaum etwas mit dem zu tun, was man unter diesen Worten in Europa versteht. Die Sicherheitslage Kolumbiens sorgt beispielsweise dafür, dass viele europäische Scouts gar nicht mehr anreisen, sondern den Spielern mitteilen, sie sollten doch versuchen, in einem der Nachbarländer einen Vertrag zu bekommen. Diesen mörderischen Druck können nur wenige Akteure meistern. Die Liga in Kolumbien ist nicht mehr als eine Durchgangsstation – und selbst dieser Aufgabe kann sie kaum gerecht werden. Das ist das Problem auch für die Nationalmannschaft: Es gibt kein Reservoir von Talenten, die bereit wären, sich einmal bei einer WM zu beweisen.

Die Gruppe der Kolumbianer

In Gruppe C treffen die kolumbianischen Kicker auf die Nationalmannschaften von Griechenland, Japan und der Elfenbeinküste. Alles andere als der Aufstieg in die nächste Runde käme einer großen Überraschung gleich. Gegen wen Falcao und seine Mitspieler ins Turnier starten findet ihr hier: Spielplan und Tabelle der Gruppe C.

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