WM-Teilnehmer Nigeria: Die Super Eagles

Nigeria gehört zu den Ländern, denen man vor einigen Jahren zugetraut hatte, den Sprung in die Topnationen zu schaffen. In der jüngeren Vergangenheit verlor das Land allerdings den Anschluss. Wie so oft in Afrika wirkte sich die politische Instabilität sofort negativ ist. Es fehlt inzwischen auch an Spielern, die das Potenzial besitzen, ganz oben anzugreifen. Eigentlich war schon die erfolgreiche Qualifikation für die WM in Brasilien eine Überraschung – trotz des Gewinnes der letzten Afrikameisterschaft. Vielleicht bleibt es ja nicht die einzige.

Überblick der Partien von Nigeria bei der WM in Brasilien

Der amtierende Afrikameister Nigeria im Check

Die wichtigsten Spieler von Nigeria

Nigeria hat nur einen echten Superstar: Mittelfeldmotor und Teamstar John Obi Mikel vom FC Chelsea. Bedauerlich für die Super Eagles, deren Spiel extrem abhängig von der Form des England-Legionärs ist, ist dabei, dass er nicht nur in die Jahre gekommen ist, sondern auch ein Stück weit seinen Instinkt verloren zu haben scheint, wie man den tödlichen Pass spielt. Nigeria fehlt es an offensiver Durchschlagskraft. Außerdem harmoniert das Team auf dem Feld oft nicht so, wie es sollte. Zuletzt griffen die Trainer deshalb konsequent durch und ließen einige Akteure, die zwar Klasse besitzen, jedoch das Teamklima vergifteten, zuhause.

John Obi Mikel im Dress des FC Chelsea
Wikimedia, Warren Fish (CC BY-SA 3.0)

Die letzten Ergebnisse von Nigeria

Für Nigeria war bei der letzten WM in der Vorrunde Schluss. Immerhin war die Qualifikation schon ein Erfolg, gemessen an den peinlichen Geschehnissen vier Jahre zuvor. In Deutschland durfte Nigeria nicht mitspielen. Auch die Afrikameisterschaften illustrieren, wieso man Nigeria bestenfalls sagen kann, dass die Mannschaft eine Wundertüte ist. 2012 durften sie nicht antreten, ein Jahr später gewannen sie das Turnier sogar. In den Freundschaftsspielen streuen die Leistungen ähnlich. Sollte in Brasilien der große Wurf gelingen, von dem Nigeria seit dem Triumph bei der Afrikameisterschaft träumt, muss die Mannschaft sehr viel kompakter und stabiler werden.

Die Stärke der heimischen Liga

Es ist eigentlich ein Jammer: Nigeria war eines der ersten Länder, das konsequent damit begonnen hatte, professionelle Ligastrukturen aufzubauen. Sichtbar ist dies heute noch in manchen Stadien. Allerdings ist dies alles verloren gegangen. Wie praktisch in jedem Land ist es auch in Nigeria der Fall, dass die Profis so schnell wie möglich nach Europa wechseln möchten, um Geld zu verdienen. Seit der Eskalation der politischen Situation ist diese Tendenz sogar noch stärker geworden. Aber dies ist nicht der einzige negative Effekt, den die Probleme des Landes zur Folge haben. Die Talentsichtung und die entsprechende Förderung ist größtenteils zusammengebrochen. In Nigeria wird zwar noch Fußball gespielt, aber einen Plan dahinter, wie man sich im Vergleich mit anderen Nationen verbessern kann, sucht man allerdings vergeblich.

Die Gruppenphase von Afrikameister Nigeria

Die nigerianische Nationalmannschaft wurde Anfang Dezember in Gruppe F gelost. Dort treffen die „Super Eagles“ auf Argentinien, Bosnien-Herzegowina und den Iran. Messis Argentiniern dürften wohl eine Nummer zu hoch sein, der Iran sollte ohne wenn und aber besiegt werden. Somit wird man wahrscheinlich mit Bosnien um den Platz 2 kämpfen, der zum Aufstieg berechtigt. Hier kommst du zu Tabelle und Spielplan der Gruppe F.

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