Österreich muss auf Bundesliga-Quartett verzichten

Bei der Nominierung des letzten Kaders vor seinem Ende als Nationaltrainer Österreichs hat Marcel Koller mit Pavao Pervan und Hannes Wolf zwei Neulinge in ein 23 Spieler umfassenden Aufgebot berufen.

Und die Chancen zumindest von Top-Talent Wolf auf einen ersten Einsatz im ÖFB-Trikot in den Spielen gegen Serbien (6. Oktober, 20:45 Uhr) und in Moldawien (9. Oktober, 20:45 Uhr) sind seit der Bekanntgabe des Kaders deutlich gestiegen.

<<< Spielvorschau Österreich – Serbien >>> 

Herbe Ausfälle im ÖFB-Team

Denn mit David Alaba, Martin Harnik, Marcel Sabitzer und Martin Hinteregger haben Koller gleich vier dem ursprünglichen Aufgebot umfassende Deutschland-Legionäre für die WM-Quali abgesagt.

Alaba (Bayern München) reist wegen anhaltender Probleme im Sprunggelenk nicht zur Nationalmannschaft, während der am Samstag bei der 1:2-Niederlage von Hannover 96 bei Borussia Mönchengladbach sowohl mit einem Tor als auch mit einer vergebenen Großchance aufgefallene Martin Harnik wegen eines aktivierten Fersensporns pausieren muss.

Marcel Sabitzer, der am Sonntagabend mit RB Leipzig mit 2:1 beim 1. FC Köln gewann, nutzt die Länderspielpause gezwungenermaßen zur Entfernung von Weisheitszähnen.

Martin Hinteregger, der am Wochenende bei der 1:2 Niederlage von Augsburg gegen Dortmund über 90 Minuten im Einsatz war, musste wegen einer Reizung im rechten Knöchel aus dem Teamcamp abreisen.

Schobesberger, Knasmüllner, Lazaro & Klein nachnominiert

Teamchef Koller hat auf die vier Absagen indes schnell reagiert und vier Akteure nachnominiert. Valentino Lazaro, der nach längerer Verletzungspause zu Saisonbeginn gerade im Trikot von Hertha BSC sein Debüt in der deutschen Bundesliga gefeiert hat, wurde ebenso von Koller berufen wie Philipp Schobesberger (Rapid Wien), Christoph Knasmüllner (Admira Wacker) und Ex-Stuttgarter Florian Klein (Austria Wien). Letzterer wurde seit der EURO 2016 nicht mehr für das ÖFB-Team nominiert.

>>> Österreich WM-Quali Kader vs. Serbien & Moldawien

WM-Teilnahme unrealistisch

Einfacher wird die ohnehin kaum noch zu schaffende Qualifikation für die WM 2018 ohne die Stammkräfte Harnik, Alaba, Sabitzer und Hinteregger sicher nicht.

Gegen Serbien und in Moldawien benötigt die ÖFB-Auswahl schon zwei Siege, um zumindest eine Minimalchance auf die Endrunde in Russland zu wahren.

Doch selbst sechs Punkte aus diesen beiden Partien wären zu wenig für den zweiten Platz hinter den aus österreichischer Sicht bereits unerreichbaren Serben, sollte es am letzten Gruppenspieltag zwischen Wales und Irland einen Sieger geben.

Oder wenn eine der beiden Nationen am vorletzten Spieltag gewinnen sollte, was bei einem irischen Heimspiel gegen Moldawien und einem walisischen Gastspiel in Georgien letztlich erwartet werden muss. Auch die Chancen auf einen WM-Quali-Play-off Platz sind also minimal.

>>> Tabelle & Spielplan der WM-Quali Österreich

Koller-Nachfolge weiterhin offen

Unterdessen ist weiterhin offen, wer die Nachfolge Kollers als Teamchef antreten wird. Als heißester Kandidat wird nach wie vor der ehemalige Mittelfeldregisseur Andreas Herzog gehandelt, der indes schon in der Vergangenheit etwa vor der Berufung Kollers gehandelt wurde und sich aktuell wohl auch deshalb eher zurückhaltend äußert.

Insgesamt ist die vorherrschende Meinung in Österreich derweil, dass ein einheimischer Trainer die Nationalelf übernehmen soll. Herzog würde damit sicherlich passen, aber auch der mit dem 1. FC Köln nach drei erfolgreichen Jahren in einer tiefen Krise steckende Peter Stöger oder U21-Coach Werner Gregoritsch. Wann eine Entscheidung fällt, steht indes noch nicht fest.

Mehr zur WM-Quali 2018: