Bester Spieler der WM 2018

Seit 1982 gibt es eine besondere Auszeichnung bei Weltmeisterschaften: Die FIFA verleiht den sogenannten „goldenen Ball von Adidas“. Geehrt wird damit der beste Spieler der WM-Endrunde. Anfangs fand die Idee des Preises allgemein sehr viel Zuspruch, schien man doch einen Weg gefunden zu haben, einen Superstar, der ganz besondere Leistungen erbracht hatte, herauszuheben und so zu belohnen.

Doch seit 1998 gibt es zunehmend Kritik an der Auszeichnung. Inzwischen ist jene als „Trostpreis“ verschrien.

Favoriten bei der WM 2018

Natürlich zählen die Superstars Lionel Messi, Neymar, Cristiano Ronaldo und Antoine Griezmann, der auch bei der EM 2016 zum Spieler des Turniers gewählt wurde, zum engsten Favoritenkreis des besten Spielers der WM 2018.

Auch Paul Pogba, Thomas Müller, Gareth Bale, Robert Lewandowski, Kevin de Bruyne, Eden Hazard oder Andres Iniesta werden oft als mögliche Kandidaten genannt.

Wer kann sich bei der Weltmeisterschaft in Russland zum besten Spieler des Turniers auszeichnen? Schafft es einer der genannten Favoriten oder kann sich wie beispielsweise im Jahr 2010 (Diego Forlan) ein anderer Spieler ins Rampenlicht spielen?

Wetten & Quoten auf den besten Spieler der WM 2018

Derzeit bieten die Buchmacher noch keine Wetten und Quoten zum besten Spieler der Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Sobald es Informationen dazu gibt, erfährst du sie auf unserer Seite.

Die Gewinner von 1982 – 1994

WM 1982 in Spanien

Der erste Akteur, welcher bester Spieler bei Weltmeisterschaften wurde, war der Italiener Paolo Rossi. Er hatte sich die Auszeichnung redlich verdient. Nicht nur hatte der Offensivspieler sein Land zum Titelgewinn in Spanien geführt, überdies war er auch noch Torschützenkönig des Turniers. Bis heute ist Rossi eines der großen Sinnbilder für den „guten Fußball“.

WM 1986 in Mexiko

Auch der Gewinner der WM 1986 war ohne jeden Zweifel bester Spieler bei der Weltmeisterschaft – auch wenn viele Deutsche ihn verfluchen: Diego Armanda Maradona.

Der Argentinier führte sein Land zum Titelgewinn, indem er im Halbfinale und im Endspiel (gegen Deutschland) die entscheidenden Treffer erzielte. Keine großen Sympathien sammelte Maradona allerdings dadurch, dass er sein Handspiel im Halbfinale gegen England, das dem entscheidenden Treffer vorausging, als Einsatz der „Hand Gottes“ bezeichnete.

Trotzdem war Maradona der beste Spieler der WM und vielleicht der Akteur, der die stärkste Leistung brachte, die je bei einer Endrunde gezeigt wurde.

WM 1990 in Italien

1990 entschied sich die FIFA dafür, den Preis des besten Spielers der Weltmeisterschaft an den Italiener Salvatore Schillaci zu vergeben, der auch Torschützenkönig geworden war. Einige Beobachter lobten das Votum als mutig, andere kritisierten es, weil eigentlich der Deutsche Lothar Matthäus bester Spieler der Weltmeisterschaft gewesen sei.

WM 1994 in den USA

1994 war man sich dann wieder weitgehend einig, wer bester Spieler der WM war: Den goldenen Ball von Adidas erhielt der Brasilianer Romario – der wohl stärkste Stürmer seiner Zeit und der Garant dafür, dass die Selecao den Titel holen konnte.

Die „Trostpreisvergaben“ 1998 bis 2014

Seit der WM 1994 ist kein Akteur aus der Elf, die Weltmeister wurde, mehr bester Spieler bei einer der Weltmeisterschaften geworden. Stattdessen entwickelte sich der goldene Ball von Adidas tatsächlich mehr und mehr zu einem Trostpreis.

WM 1998 in Frankreich

1998 gab es wohl keinen Beobachter, abgesehen von den Brasilianern, die nicht der Überzeugung waren, dass Zinedine Zidane der stärkste Spieler der WM war. Die Auszeichnung erhielt allerdings der im Finale unterlegene Brasilianer Ronaldo.

WM 2002 in Japan & Südkorea

Eben jener Ronaldo war nach allgemeinem Verständnis klar der beste Spieler der WM 2002. Den goldenen Ball erhielt jedoch der Deutsche Oliver Kahn.

Jener hatte zwar im Turnier herausragende Leistungen gebracht, war allerdings ausgerechnet im Finale gegen Brasilien (und direkt gegen Ronaldo) der Mann, der durch einen üblen Patzer die deutsche Niederlage einleitete.

WM 2006 in Deutschland

2006 hagelte es Kritik wie noch nie an der FIFA: Bester Spieler der Weltmeisterschaft in Deutschland wurde Zidane. Jener war nicht einmal nach eigener Einschätzung der beste Franzose im Turnier (Thierry Henry), geschweige denn der beste Akteur überhaupt.

Zidane flog zudem mit einem Kopfstoß im Finale gegen Italien vom Feld. Die Presse spottete, der Titel als bester Spieler sei wohl als Abschiedsgeschenk gedacht gewesen.

WM 2010 in Südafrika

Bei der Weltmeisterschaft 2010 waren eigentlich die Spanier Xavi und Andres Iniesta die herausragenden Akteure der Weltmeisterschaft. Die Auszeichnung ging jedoch an den Uruguayer Diego Forlan.

Der hatte zwar ein starkes Turnier gespielt, war eben nicht mehr der beste und brachte insbesondere im Halbfinale bei der Niederlage gegen Holland längst nicht die von ihm erwartete Leistung.

Posted by Diego Forlan on Mittwoch, 15. Dezember 2010

WM 2014 in Brasilien

Bei der WM-Endrunde 2014 kam der „Trostpreis“-Spott wieder auf. Die Auszeichnung ging nicht an einen Spieler der deutschen Weltmeister-Mannschaft oder an Torschützenkönig James Rodriguez, sondern an Lionel Messi.

Der vielfache Weltfußballer hatte zwar in der Vorrunde starke Leistungen gebracht, aber in der KO-Phase zunehmend abgebaut. Nicht einmal in seinem Heimatland fand man den Titel als bester Spieler der Weltmeisterschaft für Messi gerechtfertigt. Dort sprach man sich für den Kolumbianer James Rodriguez aus.

Posted by Leo Messi on Mittwoch, 16. Juli 2014