WM-Teilnehmer Kamerun im Team-Portrait

Bei jeder WM möchte man vorsichtig „Ach, Afrika“ seufzen. Der Kontinent ist fußballerisch längst kein Entwicklungsland mehr. Die Länder versagen trotzdem regelmäßig, wenn es darauf ankommt. Die besten Spieler, die oft in den europäischen Ligen Superstars sind, wirken seltsam gehemmt und lassen zweifeln, ob sie eigentlich wirklich dieselben Spieler sind, die man Woche für Woche sieht. Kamerun war in der Vergangenheit ein trauriges Beispiel hierfür. 2014 soll alles besser werden – wieder einmal.

Die WM-Auftritte Kameruns mit Prognose

Kamerun will überraschen

Die wichtigsten Spieler von Kamerun

Kamerun wird wohl mit einer Mannschaft, die jünger denn je ist, in Brasilien an den Start gehen. Im Mittelfeld ist es insbesondere Jean Makoun von Stade Rennes, der Verantwortung tragen und das Spiel organisieren soll. Große Hoffnungen hat man zudem auch in Alex Song vom FC Barcelona. Stephane Mbia vom FC Sevilla gilt als einer der besten Achter Afrikas. Wenn man allerdings ganz ehrlich ist, so muss man eingestehen, dass er letzthin längst nicht mehr die Leistungen gezeigt hat, die eine solche Würdigung rechtfertigen würden.

Samuel Eto'o ist Kameruns Rekordtorschütze
Wikimedia, mustapha_ennaimi (CC BY 2.0)

Im Sturm spielt der mit Abstand berühmteste Akteur Kameruns, bei dem man um den berühmten Vergleich mit dem Wein nicht umhin kommt: Kameruns Starstürmer Samuel Eto’o scheint im Alter tatsächlich immer besser zu werden. Beim FC Chelsea zeigt er Leistungen, die ihm wohl niemand mehr zugetraut hatte, denn immerhin ist Eto’o inzwischen 33 Jahre und schien seine Karriere vor seiner Zeit bei Chelsea schon in Kasachstan ausklingen lassen zu wollen. Das ist alles vergessen: Eto’o ist heiß und Eto’o ist in brillanter Form.

Die letzten Ergebnisse von Kamerun

Diese Form muss er auch haben: Kamerun verpasste die letzten beiden Afrikameisterschaften ebenso wie die WM 2006. Bei der WM 2010 war in der Vorrunde Schluss, dabei schienen Japan, die Niederlande und Dänemark eigentlich keine Hürde zu sein. Die „unbesiegbaren Löwen“ präsentierten sich hier allerdings nur als zahme Kätzchen.

Die Stärke der heimischen Liga

Die erste Liga in Kamerun hat im Prinzip genau die Probleme wie alle anderen Ligen in Afrika auch. Es fehlt an Geld, Infrastruktur und Logistik. Allerdings ist die Talentbindung in Kamerun in den letzten Jahren besser geworden. Mit Geld der FIFA können Jungs jetzt spielen und sich ausbilden lassen, anstatt für ihre Familien arbeiten zu müssen. Trotzdem zieht es die guten Spieler schnell ins Ausland, wo es mehr Geld zu verdienen gibt. Die Liga dient nicht als stille Reserve für Spieler, regeln müssen es schon die Legionäre in Europa.

Die Gruppe Kameruns im Überblick

Die kamerunische Nationalmannschaft hat bisher erst einmal die Gruppenphase bei einer Weltmeisterschaft überstanden. Nach 1990 wollen die Löwen auch bei der WM 2014 hoch hinaus. In einer Gruppe mit Gastgeber Brasilien sowie Kroatien und Mexiko muss das Team aber wohl über sich hinauswachsen. Hier gibt es den Spielplan und die Tabelle zu Gruppe A.

Zurück zur Übersicht der 32 WM-Starter