Italien: Europameister mit Perspektive – und einem Sturmproblem?

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Langsam, aber sicher neigen sich die Feierlichkeiten ihrem Ende entgegen und die italienische Nationalmannschaft verabschiedet sich in verschiedenste Richtungen in den wohlverdienten Sommerurlaub, ehe nach der Rückkehr der meisten Akteure schon die neue Saison im Vereinsfußball vor den Toren steht.

Schon Anfang September hat die Auswahl Italiens aber schon ihre ersten Auftritte in der neuen Spielzeit, dann erstmals als amtierender Europameister. In der Fußball WM 2022 Qualifikation trifft die Squadra Azzurra am 2. und am 8. September jeweils zu Hause auf Bulgarien und Litauen, muss überdies dazwischen am 5. September in der Schweiz ran.

Nach drei 2:0-Siegen an den ersten drei Spieltagen der WM Quali Gruppe C im März gegen Nordirland, in Bulgarien und in Litauen will die Mannschaft von Trainer Roberto Mancini dann schon große, vielleicht auch bereits entscheidende Schritte in Richtung WM-Ticket machen.

Was machen Chiellini und Bonucci?

In welcher personellen Konstellation der Europameister dann sechs Wochen nach dem Triumph im Elfmeterschießen von Wembley gegen England zusammenkommen wird, bleibt abzuwarten. Wenig wahrscheinlich, dass Mancini wie bei der EURO ein Aufgebot mit gleich 26 Akteure benennen wird.

Und durchaus denkbar, dass der eine oder andere Spieler dann nicht mehr zur Verfügung steht. Gerade beim bald 37 Jahre alten Kapitän Giorgio Chiellini halten Experten einen Rückzug aus der Nationalmannschaft auf dem Höhepunkt für nicht ausgeschlossen. Aber auch Chiellinis Nebenmann in der Innenverteidigung, Leonardo Bonucci, zählt mit 34 Jahren nicht mehr zu den ganz Jungen und könnte seine Zukunft ebenso überdenken wie der gleichaltrige Ersatzkeeper Salvatore Sirigu, der bei der EURO für das Innenleben ein wichtiger Faktor war.

Sorgen um die Zukunft der italienischen Nationalmannschaft muss man sich indes nicht machen, sind viele Schlüsselpositionen doch auch mit noch jüngeren Spielern oder Akteuren im besten Fußballeralter besetzt. In der Innenverteidigung rücken überdies mit Alessandro Bastoni, Gianluca Mancini oder Alessio Romagnoli Spieler nach, denen es zuzutrauen wäre, gegebenenfalls in die großen Fußstapfen von Chiellini und Bonucci treten zu können.

Wahrscheinlich ist zudem, dass mit dem hochveranlagten, aber von zwei Kreuzbandrissen zurückgeworfenen Nicolo Zaniolo, dem ebenfalls als Top-Talent gehandelten Sandro Tonalo und dem kurz vor der EM verletzungsbedingt aus dem Kader gestrichenen Lorenzo Pellegrini drei Spieler auf absehbare Zeit wieder hinzukommen werden, die mittel- bis langfristig eine wichtige Rolle einnehmen könnten.

Immobile und Belotti mit durchwachsener EURO

Trainer Mancini, der seinen Vertrag noch vor der EM gleich bis 2026 verlängert hat, dürfte die nächsten Monate sicherlich auch dazu nutzen, an der einen oder anderen Stellschraube zu drehen und sein Team noch stärker zu machen. Wichtig wäre dabei, einen Stürmer von Top-Format zu finden, den Ciro Immobile bei der EURO nur in der Vorrunde verkörperte und der Andrea Belotti bei seinen meist kurzen Einsätzen im Italien-Trikot auch nicht war.

Bei beiden ist mit 31 bzw. 27 Jahren kein ganz großer Entwicklungsschub mehr zu erwarten, sodass eher die 21 Jahre alten Giacomo Raspadori und Moise Kean in dieser Hinsicht im Fokus stehen. Raspadori durfte bereits EM-Luft schnuppern und könnte weitere Chancen erhalten, während es für den zuletzt vom FC Everton an Paris St. Germain verliehenen Kean wichtig wäre, endlich im Verein zu einer festen Größe zu werden.

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