UEFA erwägt Erweiterung: EM-Endrunde bald mit 32 Teams?

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Auch wenn die von mehreren Top-Klubs im April verkündete Super League letztlich keine Realität geworden ist, steht der europäische Fußball doch wieder vor einschneidenden Veränderungen.

Zur neuen Saison 2021/22 wird bereits als dritter Europapokal-Wettbewerb neben der Champions League und der Europa League die Conference League eingeführt, ehe dann ab 2024 die Königsklasse von 32 auf 36 Teilnehmer erweitert und in der Anfangsphase nach dem sogenannten Schweizer System mit deutlich mehr Vorrundenpartien ausgespielt werden soll.

Die Änderungen der jüngeren Vergangenheit betreffen indes nicht nur die Klubebene, sondern auch die Nationalmannschaften. Nach der ersten paneuropäischen Europameisterschaft im Jahr 2020 wird zwar bei der EM 2024 wieder nur in einem Land, in Deutschland, gespielt, doch zum dritten Mal werden in der Gruppenphase 24 Nationen an den Start gehen.

Wie nun am Sonntag kurz vor dem Finale der EM 2021 in London zwischen England und Italien durchgesickert ist, muss mit dieser Teilnehmerzahl das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein.

Bald 32 von 55 Mitgliedsverbänden bei der EM dabei?

Denn laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP prüft die UEFA im Zuge des Bewerbungsprozesses um die Ausrichtung der EM 2028 eine erneute Erweiterung der Europameisterschaft um acht zusätzliche Teams auf dann 32 Starter, analog zum seit 1998 üblichen Modus bei Weltmeisterschaften.

Während die WM 2022 in Katar letztmals mit 32 und ab 2026 dann mit 48 Mannschaften ausgetragen wird, wäre bei einer EURO mit 32 Teilnehmern sicherlich das Limit ausgereizt, gehören der UEFA doch nur 55 Verbände an und würde schon bei 32 Mannschaften eine Qualifikation für die Großen mehr oder weniger zum Spaziergang.

Eine Entscheidung über eine mögliche Erweiterung fällt spätestens bis Ende des Jahres 2023. Dann wird der Gastgeber bestimmt, der ab diesem Zeitpunkt natürlich wissen muss, wie viele Spiele ausgerichtet und wie viele Mannschaften beherbergt werden müssen.

Die Entscheidung obliegt dabei dem Exekutivkomitee der UEFA, dem aktuell unter anderem mit Rainer Koch der Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bundesliga und Karl-Heinz Rummenigge als Vertreter der Europäischen Club-Vereinigung ECA angehören.

Letzte Erweiterung erst zur EURO 2016

In der Geschichte der Europameisterschaft, die erstmals 1960 noch als Europapokal der Nationen ausgespielt wurde, hat sich das Teilnehmerfeld stetig vergrößert. Wurden die ersten Turniere lediglich in einer knappen Endrunde ab dem Halbfinale mit vier Mannschaften ausgespielt, waren zwischen 1980 und 1992 immerhin schon acht Teams dabei.

Eine Verdopplung auf 16 Teams erfolgte dann zur EURO 1996, ehe 20 Jahre später bei der EM in Frankreich erstmals 24 Nationen an den Start gingen.

Eine Erweiterung auf 32 Teams wäre nun auch deshalb ein logischer Schritt, weil damit der umstrittene Modus mit vier von sechs Gruppendritten, die sich trotz einer überwiegend enttäuschenden Vorrunde für das Achtelfinale qualifizieren, schon wieder der Vergangenheit angehören würde.

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